OT: Kanzlerkandidaten und Staatsmänner(/-frauen) (Allgemeines Forum)

Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Freitag, 23.10.2020, 09:33 (vor 2001 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Ost-Lok-Fan, Freitag, 23.10.2020, 09:38

Nicht zu vergessen ist, daß alles was Söder unternimmt oder auch läßt, schon im Hinblick auf das Wahlvolk abgewogen wurde. Zwar bestreitet er er eine Kanzlerkandidatur vehement. Aber zum einen kommt der hinterfotzige Mittelfranke meist spät mit seinen "Ideen" um die Ecke, und zum anderen ist die Beeinflussung der Maßnahmen durch die Wahl unübersehbar.

Nicht zu vergessen die Wortwahl: Hinter Aussagen wie "Da werden wir aber die Zügel mal anziehen", steht schon ein entsprechendes, durchaus absolutistisches Staats- und Regierungsverständnis. Und es ist wie bei Trump: Es gibt ne Menge Leute, denen diese Art des selbstherrlichen Regierens gefällt.


Ja, das wird definitiv spannend im kommenden Jahr. In der CDU sehe ich unter den Vorsitz-Kandidaten eigentlich keinen, den ich mir als Kanzler der Bundesrepublik vorstellen könnte. Wenn es also um einen Unions-Kanzler-Kandidaten geht, würde ich da Söder tatsächlich favorisieren. Jens Spahn ist vielleicht auf einem guten Weg, aber im kommenden Jahr kann ich mir das einfach noch nicht vorstellen, geschweige denn kandidiert er als Vorsitzender, er unterstützt ja Laschet. Blackrock-Merz und Nato-Röttgen haben Denkmuster aus vergangenen Jahrzehnten, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese die 20er Jahre positiv prägen können/sollen. Und damit wären wir bei Söder ... geeigneter Kandidat durch die Schwächen der Mitbewerber.

Egal won welcher Partei, ich sehe keinen der es machen könnte. Da ist keiner von Format dabei. Merz, da wird es was die Sozialpolitik angeht härter werden und sehr wirtschaftsfreundlich. Da werden wieder eine Menge Lobbyisten Gesetzte schreiben. Und es wird viel an sozialem eingestampft oder gekürzt werden. Röttgen - nicht wirklich klar wo er mit der Partei und als mgl Kanzler hinwill. Laschet - nicht wirklich. Regiert zwar in NRW relativ geräuschlos, aber wirkliche Prgrammatik für ein Land wie unseres hat er nicht.

Und wen gibt es in den anderen Parteien? Scholz würde ich als guten CDU-Kandidaten sehen, ob er ggf. - wenn die Wahlen es am Ende hergäben - eine rot(-rot?)-grüne Regierung führen könnte, da habe ich Zweifel.

Die werden sich (RRG) wie so oft in Spezialdiskussionen verzetteln, und nicht wirklich weiterkommen.

Eher als die Linke könnte da schon fast eine Ampel-Koalition in Betracht kommen, wenn die FDP sich nicht noch in die Bedeutungslosigkeit katapultiert...

Gute Einschätzung

Oder, wenn die Grünen ein Comeback feiern und doch eine Mehrheit erlangen, Harbeck oder Baerbock? Kann ich mir beide im Moment schwer vorstellen, Kretschmann wiederum wäre denkbar und auch überparteilich angesehen/tragbar (und würde vielleicht zusätzliche Wählergruppen ansprechen).

Wenn ein grüner Kanzler dann Harbeck. Der müsste dann aber die CDU Mannen und Frauen ordentlich in Schach halten und stärker auftreten. Streit und Zänkereien müsste er im Keim ersticken und die Linie konsequent vorgeben. Das müssten alle machen, die schlussendlich als Kanzler das Ruder übernehmen.

Söder und seine CSU? Nun die steuern nur 7 bis 8 Prozent zum Gesamtwahlergebnis der Union bei. Daraus einen Anspruch auf eine Kanzlerschaft abzuleiten, schon ein wenig größenwahnsinnig. Mit ihm als Kanzler gäbe es sicher ähnlich wie bei Merz Veränderungen, die nur einer kleine Klientel an Wählern zu gute kommen würden. Wir haben ja schon einen CSU Innenminister und der ist in den letzten Monaten auffallend still und recht farblos. Das passt gar nicht zum polternden CSU Wesen in Straußcher Tradition. Einem Söder könnte es ähnlich ergehen.

Und ein kleiner Punkt zum amüsieren am Rande: Wie sagte Simone Solga einmal in einerm Ihrer Programme: Gut das AKK keine Kanzlerin wird, denn jeder Ostdeutsche sagt: "Nie Nie Niewieder einen Staatsratsvorsitzenden aus dem Saarland." :D

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Gruß
Uwe


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