Keine unsolide Haltepolitik (Allgemeines Forum)

ThomasK, Sonntag, 12.05.2013, 15:05 (vor 4742 Tagen) @ Reisender
bearbeitet von ThomasK, Sonntag, 12.05.2013, 15:07

Das ist unlogisch! Wenn du für Nürnberg und München direkte Verbindungen nach Köln, Hamburg, Berlin und Dresden forderst und für notwendig erklärst, dann ist die Schlussfolgerung, dass für Ingolstadt eine einzige Linie ausreichend wäre, unlogisch. Denn auch für die Mitte Bayerns wird eine vernünftige Fernverkehrsanbindung benötigt. Es ist keineswegs ausreichend, dass hier nur irgendwelche (Alibi-)Züge halten. Die Nord-, Nordwest- und Nordostanbindung Ingolstadts ist auf jeden Fall sicherzustellen. Ansonsten hätte man ein Murks-Konzept, das an den Verkehrsbedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeht.

Der langsame ICE, der in Ingolstadt hält, fährt in Nürnberg Richtung Süden 3 Minuten nach dem schnellen ICE, der in Ingolstadt durchfährt, ab. Dadurch können die Ingolstädter in Nürnberg umsteigen und haben Anschluss aus bzw. nach Richtung Norden.

Falls es so sein sollte, dass irgendwann einmal auf allen Strecken die Regionalbahnen nach Ingolstadt alle 30 Minuten fahren, dann könnte man 30 Minuten versetzt auch eine zweite ICE-Linie in Ingolstadt halten lassen. Die vier ICE-Linien sollen ja ab Dezember 2017 in zwei Zweier Bündeln halbstündlich versetzt zwischen Nürnberg und München fahren.

Dann ist es völlig ausreichend immer den langsamen ICE in Nürnberg in Richtung Süden 3 Minuten nach dem schnellen ICE abfahren zu lassen. Die übrigen zwei ICEs sollten aber ohne Halt in Ingolstadt durchfahren.

Zwischen Hamburg und Dortmund fahren die IC/ICE-Züge auch nur alle Stunde, so dass in Bremen ebenfalls nur ein IC/ICE zwischen Hamburg und Dortmund stündlich hält. Bremen ist bei weitem wichtiger als Ingolstadt.

Man sollte nicht alles aus der Ingolstädter Perspektive sehen. Wenn der Nürnberg - München Express künftig alle 60 Minuten fährt, 1 - 2 ICE-Züge pro Stunde in Ingolstadt halten, dann ist das völlig ausreichend.

Da die Umsteigewege in München relativ lang sind, dürfte ein ICE zwischen Ingolstadt und München ohnehin nicht schneller als 25 Minuten unterwegs sein, wenn die Anschlüsse erreicht werden sollen.

Viel wichtiger ist, dass auch mal die Strecke Eichstätt Bf - Eichstätt Stadt elektrifiziert wird und neue RBs zwischen Eichstätt Stadt und Ingolstadt angeboten werden - eventuell mit Flügelung in Eichstätt Bf Richtung Treuchtlingen und Eichstätt Stadt eine halbe Stunde versetzt zum RE Ingolstadt - Treuchtlingen um im Reginalverkehr hier einen Halbstundentakt anzubieten. Nach dem Ringzug Konzept West ist nämlich ein Halbstundentakt Ingolstadt - Treuchtlingen nicht vorgesehen.


Für die NBS Nürnberg-Ingolstadt hat man eine Kantenzeit von 30 Minuten, diese wird für die Bahnstrecke Ingolstadt-München ebenfalls benötigt. Das hatten wir bereits in diesem Thread festgehalten. Da das aufgrund der zentralen Lage Ingolstadts in Bayern bestehende Potential als Umsteigeknoten bislang noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wird, müsste insbesondere auch der 30er-Knoten in Ingolstadt aufgewertet werden. Insofern gibt es ja bereits die Idee die Linie 60 über Ingolstadt zu führen. Auf der Donautalbahn bräuchte man für Ingolstadt-Regensburg eine Kantenzeit von 60 Minuten, für Ingolstadt-Donauwörth von 30 Minuten und Donauwörth-Ulm von 30 Minuten.

Wie bereits erwähnt: Sollte es tatsächlich so sein, dass auch irgendwann mal zwischen Ingolstadt und Aichach usw. ein Halbstundentakt gefahren wird, dann könnte man sich überlegen eine zweite ICE-Linie eine halbe Stunde versetzt in Ingolstadt halten zu lassen. Aber das in dann wirklich das absolute Ende der Fahnenstange. Wenn ab Dezember 2017 vier ICEs zwischen Nürnberg und München fahren werden, dann müssen die anderen beiden ICEs selbstverständlich durchfahren. Durch die schlanken Anschlüsse in Nürnberg können dann die Ingolstädter Richtung Norden bequem in Nürnberg umsteigen. Wollen sie in München Anschlüsse erreichen, dann können sie einen der zahlreichen RE zwischen Ingolstadt und München benutzen oder warten in München 25 Minuten, wenn sie mit dem ICE fahren.

Die Welt dreht sich nicht um Ingolstadt alleine.

Wie langsam sollen eigentlich die ICEs noch werden? Halte in Aschaffenburg, Hamm, Ingolstadt, München Pasing, Hamburg Harburg, Lüneburg, Uelzen usw. waren früher die absolute Ausnahme bzw. völlig undenkbar. Man sollte eine Qualitätsmarke nicht durch eine unsolide Haltepolitik verwässern. Es war eben ein schwerer Fehler das IR-System aufzugeben.

Früher war es völlig normal im IC zwischen Frankfurt und München ausschliesslich in Würzburg zu halten. Hier der IC-Fahrplan der Deutschen Bundesbahn von 1976. Heute halten die ICE fast an jeder Milchkanne. ;-)


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