Was wird aus S21? - Versuch einer weiteren Antwort (Allgemeines Forum)

Jogi, Montag, 28.03.2011, 00:26 (vor 5491 Tagen) @ Steffen

Unter der Voraussetzung, es bleibt beim bisherigen Ergebnis (grün-rot oder evtl. rot-grün):

Ich denke das geht jetzt den demokratischen Weg. Die Grünen möchten den Bahnhof stoppen und deswegen das Volk befragen, die SPD (Koalitionspartner) möchte den Bahnhof bauen, aber auch vorher das Volk befragen.

Den Weg zu einem Volksentschied über S21 möchte die SPD so begehen: Klick. Ein Gesetz über den Ausstieg des Landes aus dem Projekt soll im Landtag vorgebracht, abgelehnt und schließlich zur Volksabstimmung gebracht werden. Ob das überhaupt so kommen kann, vermag ich nicht beurteilen zu können.

Es drängt sich im gleichen Atemzug die Frage auf, wie die baden-württembergische Bevölkerung zum Projekt steht. Dass so viele grün gewählt haben, spricht auf den ersten Blick dafür, dass viele dagegen sind. Doch es spielen natürlich viele andere Faktoren mit rein (schwarz-gelbe Bundespolitik, Enttäuschung über Mappus' Hard-Liner-Kurs, insb. in der Energieplotik, Fukushima, ...*). In der SWR-Sendung zur Wahl hieß es, bei der Wahl habe S21 landesweit für 15 Prozent eine wichtige Rolle gespielt, in Stuttgart waren es wie zu erwarten 35 Prozent. Schließlich ist auch jeder für den Ausbau der Rheintalbahn außer die direkt betroffenen Anwohner...

Wenn also dieser Volksentscheid kommt (kommen sollte), ist noch lange nicht entschieden, ob das Projekt in ganz Ba-Wü durchfällt oder akzeptiert wird. Oder anders gesagt:

Auf jeden Fall ist das Fragezeichen hinter dem Tiefbahnhof nicht mehr so klein wie bisher

, es existiert aber weiterhin.

Wobei sich mir noch die Frage stellt, was passiert denn mit den Grundstücken passiert, die Stuttgart von der Bahn gekauft hat? Das wird dann ein heißer Ausstiegstanz, der klaglos wird die Bahn nicht aussteigen.

Wenn man noch ein paar Monate oder Jahre weiterdenkt, was passiert denn überhaupt, wenn S21 durchfällt? Was kommt denn dann?
Sicher keine Abkopplung von HGV-Verkehr, wie Befürwörter gerne mal prophezeien, dafür ist die Region wirtschaftlich zu stark und bietet dementsprechendes Fahrgastpotential. Und ob die TGVs dann über Frankfurt nach Osten fahren, wie Oettinger es gerne mal heraufbeschwor... Wohl eher nicht, zu großer Umweg bei geringer Geschwindigkeit, spätestens zwischen Würzburg und Nürnberg.

Es bleibt also nur die Modernisierung des Kopfbahnhofs (der von mir manchmal präferierte Kompromiss eines tiefergelegten Kopfbahnhofs wird wohl nicht kommen *g*). Dann wird sich zeign, was die K21-Pläne wirklich taugen.

Grüße
Jogi

*Dann kommt IMO natürlich noch dazu, dass Mappus nicht als erster laut "HIER" gerufen hat, als der liebe Gott Sympathie verteilte, während man beim Kretschmann noch so ein positiv vertrauenserweckendes "Opa-Image" entdecken kann


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