Es gibt auch problemlose Weichen (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Donnerstag, 16.12.2010, 00:23 (vor 5663 Tagen) @ Oscar (NL)

Weichen können durchaus ein Problem sein:
- Wenn sie sowohl in abzweigender als auch in gerader Position planmässig gebraucht werden und sie im Winter nicht mehr umgestellt werden können
- Wenn sie planmässig in abzweigender Position befahren werden und wenn sie in dieser Position nur eine tiefe Vmax möglich ist
- Wenn sie als Symptom eines Fahrstrassenkonflikts auftreten, z.b. bei niveaugleichen Abzweigungen

Es gibt aber auch Weichen, bei denen ich keine Probleme sehe. Wenn auf einer Schnellfahrstrecke ein Spurwechsel eingebaut ist, welcher nur bei liegengebliebenen Fahrzeugen verwendet wird, hat der doch keine negativen Auswirkungen?

Noch zu Deinen Aussagen zu Japan:

+ 5-Minutenpünktlichkeit >97% (da war CH besser, oder?)

Nein, die SBB kommen nur auf 96%. Das schweizerische Netz ist allerdings dichter befahren und hat keine unabhängigen Shinkansen mit astronomischer Pünktlichkeit. Das soll aber die hervorragende Leistung der Japaner insbesondere angesichts ihrer enormen Passagierzahlen nicht schmälern. Zudem ist 5-Minutenpünktlichkeit in der Schweiz eigentlich ungenügend, da sind schon die meisten Anschlüsse weg, daher wird seit 2009 mit 3 Minuten gerechnet.

+ sehr starke Beschleunigungs-/Bremskurve: Weichen im Bahnhofsbereich werden mit 80 km/h in abbiegender Strang befahren (NL: 40 km/h)

Zahlen hab ich keine, aber es wird in Zürich rasant beschleunigt (und 2015 gibts eine 120 km/h-Brücke direkt bis an den Bahnhof). Das geht aber in der Regel für jede Richtung nur ab einem Bahnsteig optimal, was ich verschmerzbar finde.

+ Stillstandsminimierung: Haltezeiten von 20-30 Sekunden (auch IC!), Wendezeiten von 2 Minuten.

Die SBB haben die schnellen Wenden ja bei den Japanern abgeguckt und sie ins Pflichtenheft für den Twindexx geschrieben.

Fehler von NL:

- Signale gegen die Fahrtrichtung

Was ist da das Problem (ausser Geldverbrauch)?

- Bremsweg landesweit immer der des am schlechtesten bremsenden Zuges

Hm, gibts eigentlich keine überlappenen Blöcke? Vorsignal steht 1400m vor Hauptsignal, aber alle 1000m kommt ein neues Hauptsignal?

- überdimensionierte Bahnsteige

Das ist ja wohl kaum verbreitet.

a. erst Signale planen, dann Weichen. Nicht andersrum!

Interessant! Wo sollen den die Weichen sein, kurz vor den Signalen, damit eine freie Trasse auf dem abzeigenden Ast ausgenützt werden kann?

b. Bremswege je nach wirklich fahrender Zugtyp auslegen. 1400 m ist Quatsch für Den Dolder-Baarn, wo nur S-Bahnen mit ET425NL fahren.

Kennst du zufällig deren Bremsweg?

c. Bahnsteig nicht länger als der längste planmäßige Zug. Ist-Länge Sittard = 670 m = Quatsch. Es gibt bei uns keine 25-Wagenzüge.

Bahnsteige sind teuer, also werden wohl nicht viele übermässig lang sein.

2. Signale in nur einer Richtung.
Warum Signale in beiden Richtungen, wenn man doch nur rechts fährt und bei Widrigkeiten doch meistens beide Gleise gesperrt sind?

Wozu? Geld sparen?

Und wenn ein Gleis gesperrt ist: nicht ständig Fahrtrichtung wechseln, sondern die Strecke brechen und ggf. Schienenersatzverkehr.

Warum? Nunja, ist wohl was dran, das wird neuerdings auf der Strecke Genf-Lausanne gemacht, damit man schneller reparieren kann. Sehr stark ausgelastete Strecke ohne Ausweichmöglichkeit.

3. Weniger Weichen.
Eine Weiche kostet Kapazität (keine Signale möglich), Geschwindigkeit (auch in Geradeposition wegen Verkantung), Pünktlichkeit (Kreuzungsfahrten, Rostfahren, falsche Fahrwege), Verfügbarkeit (Störung, Wartung), Sicherheit (z.B. Entgleisung), Geld, Lärm, Vibrationen, Fahrkomfort und Energie (Heizung).

Von den Nachteilen bleiben nur wenige übrig in meinem Gleiswechsel-Szenario. Was meinst Du mit Verkantung? Der Komfort ist kein Problem bei beweglichem Herzstück, als einziges Problem sehe ich dann halt noch die Kosten.

Während 160->200 die Unterschiede FV/NV nur verstärkt und Kapazität kostet, kann man mit erhöhter vmin Kapazität gewinnen, weil die Infra schneller freigemacht wird.

Noch dazu kann man das oft ohne Landkäufe, sondern nur durch Gleisfeldoptimierungen hinkriegen.


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