Knoten Soltau (Allgemeines Forum)

fjk, Donnerstag, 30.09.2010, 14:43 (vor 5687 Tagen) @ Sören Heise

Auf Kurzausflug in die Jetztzeit kommen noch ein paar Anmerkungen.

Ob die Fahrzeitverkürzung an sich die Liegenlassung von Passagierpotential durch Auflassung von Haltestellen rechtferigt?


Bei Hemsen müßte die Frage eher lauten, warum der Halt sich überhaupt so lange gehalten hat.

In der Tat. War vielleicht einer der 15 Fahrgäste "systemrelevant"? Die üppige Ausstattung des Haltepunkts könnte einen Hinweis darauf geben. Wobei ich es -nicht nur wegen der Systemrelevanz Einzelner- grundsätzlich problematisch finde, Wohl und Wehe solcher (und ähnlicher) Stationen einzig von der Fahrgastzahl abhängig zu machen. Wahrscheinlich fahren 13 dieser 15 morgens und abends mit dem gleichen Zug - und täten es auch weiterhin, wenn nur dieser Zug führe (vielmehr: hielte).
Neues Fahrgastpotential erschließt sich mit einem Hemsen-Verstärker natürlich nicht, und der praktische, alleinglücklichmachende (und teilweise tatsächlich neue Fahrgäste anlockende) Taktfahrplan spricht auch dagegen - aber einen "Zug" für 15 Leute halten zu lassen, das sollte doch lohnen?!?

Ichweissichweissichweiss, Vorschriften, selbstgemachte Vorgaben, der Name des Zuges, das Prestige des Bürgermeisters, die Busfirma seines Schwagers und die Tankstelle seiner Frau sprechen dagegen, also geht das nicht. Darum hält auch der Star-RE abends in Baden.

Die beiden anderen aufgelassenen Stationen haben Gemeinden mit jeweils um die 800 Einwohner schienenverkehrsanschlußlos hinterlassen. Der Busfahrplan lädt Berufspendler geradezu zum Umstieg aufs Auto ein.

Na, passt doch. Und das sind dann beileibe nicht die einzigen SPNV-freien Ansiedlungen über 500 Seelen. Im Gegenteil, da kannst Du locker noch ne Null dranhängen und findest noch viele. Allerdings liegen die alten Bahnhöfe dann zumeist auch seeeehr ungünstig oder es sind gar keine Schienen (mehr) da.

Und ob die Anschlüsse optimierbar wären? Schwierig, wer weiß.


Also: In Buchholz der Anschluß ist optimal. Hannover ist anschlußmäßig immer so eine Sache.
Auf beiden Strecken kreuzen sich die Züge in Soltau.
Positiv formuliert: Anschlußverluste sind äußerst unwahrscheinlich.
Oder negativ: Die Kreuzungen sind um 30 Minuten versetzt (Nullknoten in Uelzen).

Wenn Du den Nullknoten in Uelzen beibehalten willst und die MetronomFahrlage HH - HB, dann ist ein Knoten in Soltau nicht machbar.

Naja, ungefähr darauf wollte ich ja hinaus: Wenn man die Fahrzeiten nicht durch Nichthalten drücken will, muss man, so die Fahrzeit an sich noch einigermaßen attraktiv ist, eben die Anschlüsse angucken. Die stecken aber selber in einem Gerüst. Der "Knoten Soltau" dabei aber wohl noch am wenigsten, oder?!? Denn der verknotete Zug ist ja nun auch nicht viel besser als die Heidebahn und könnte vielleicht etwas liegen lassen oder anders fahren.
Hilft aber nix, wenn es an beiden (oder, mit Uelzen, drei) Enden klemmt. Und am Metronom wird man (der muss ja zum HKX passen, damit nicht tausende Bremenreisewillige plötzlich den Sagehorner Edeka leerfuttern;-) ) wohl ebensowenig leicht drehen können, wie an der sogenannten S-Bahn in der Niki-de-Saint-Phalle-Metropole...

/Sören

Bei 1720 kommt ins Blickfeld: Mississippi-Spekulation schreibt sich fast so wenig flüssig wie Passarellen-Umbenennung. Verabschiede die Ulrike noch würdig.
fjk


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