Alles unter 10 Minuten Übergang sind Papier-Anschlüsse (Reiseberichte)

gnampf, Sonntag, 06.06.2021, 10:35 (vor 1757 Tagen) @ 218 466-1

Wenn es nicht anders geht, hat man eh nur die Wahl zw. freiwilligen oder unfreiwilligen ~52 Minuten Übergang, die auf dem Papier 5 Min. waren. Durch die verspätete Ankunft sind ja schon einige Minuten vergangen. ;)

Dann wählt man wohl lieber den unfreiwilligen mit der Chance früher da zu sein und der alternative das es günstiger wird. Erstrecht wenn womöglich der freiwillige schon von Anfang an teurer ist.

In manchen Fällen hat man aber auch gar keine Wahl. Wenn ich in den Norden fahre gibt es genau eine Verbindung die ich nutzen kann, und die fliegt in über 50% der Fälle auf die Nase. Macht dann meist etwa +60 und Taxi für das letzte Stück. Die Alternative wäre erst am nächsten Tag zu fahren und damit dann über 12h Verspätung. Selbst wenn Taxi nicht mehr klappt sondern ich im Hotel lande bin ich früher am Ziel als wenn ich geplant die nächste Verbindung (die eben am nächsten Tag ist) nehme.

In vielen Fällen gibt es aber auch Alternativen mit ganz anderen Strecken. Wenn man z.B. nach Pfarrkirchen an der Rottalbahn will und die Übergangszeiten im Mühldorf nicht mag, dann fährt man eben via Plattling und Passau und kommt aus der anderen Richtung dort an.

Klar, die meisten Bahnhöfe erreicht man aus 2 Richtungen. Nur wird es damit dann nicht unbedingt merklich weniger als 60min Ankunftsverspätung. Dazu dann ggf. noch zusätzliche Umstiege und weitere Züge... und damit weitere Störquellen.

Oder man verteilt die Umstiegszeiten und steigt schon früher aus und wartet vlt. 30 Min. an einer Station, wo normal nicht umgestiegen wird, also z.B. an der Filstalbahn in Göppingen raus und dort ~15 Min. Pause einlegen bis der nächste Zug kommt.

Die Möglichkeit muß es auch erstmal geben, aber viel gewonnen ist damit nicht. Klar, statt einmal 60 warte ich dann 2 mal 30min, aber am Ende sinds trotzdem 60min mehr Fahrzeit, dazu aber noch einmal mehr Umsteigen und womöglich ein ungastlicher Dorfbahnhof bei -10°C und Schnee ohne jegliche Unterstellmöglichkeit.
Davon mal ab das man schon ziemlich Zeit investieren muß um solche Möglichkeiten erstmal zu finden, denn die Fahrplanauskunft spuckt das meist nicht freiwillig aus.

Wenn man sich für Bastelverbindungen Zeit nimmt, bekommt man das meistens schon so hin, dass man nirgends über 60 Min wartet und trotzdem kein <10 Min Paperanschluss dabei ist. Wenn man die Umstiegszeiten bei der Buchung anpasst, wird das ohnehin bereits so berücksichtigt.

Mit halt der Folge das man dann trotzdem meist min. 60min später am Ziel ist, nur dann halt garantiert min. 60min später. Nur lieber warte ich die 60min in Nürnberg Hbf als irgendwo in der Pampa.

Oder man plant knapp unter 2h Pause in München ein und nutzt die zum essen oder shopping, wenn ich unbedingt ausschliesslich in IC-Wagen fahren wollte und nur die Kombination aus MNX & IC-Linie 60 in Frage kam, die jew. nur zweitündlich fuhren und sich aber vor München beim Hirschgarten planmässig begegneten und so die Anschlüsse knapp verpassten.

Ja, klar, wenn man fährt um zu fahren kann man das machen. Wenn man fährt um von A nach B zu kommen sind solche Verbindungen doch komplett indiskutabel. Da ist die Bahn ja mit den Fahrzeiten die die Reiseauskunft vorschlägt vielfach gerade so konkurrenzfähig zum Auto. Mit 2h Extra-Wartezeit kann ich mich sogar noch in den Stau stellen und bin schneller unterwegs. Da können wir den Bahnverkehr auch lassen und alles auf Museumsbahnen umstellen.

Letzendlich war mir Zeit nicht so wichtig, wie der Look und entspanntes Reisen.

Da liegen aber die Prioritäten bei sicherlich 90% der Reisenden anders.

Ich ziehe keine Turnschuhe an nur um einen knappen Anschluss zu schaffen, sondern blieb an Endstationen ganz entspannt sitzen, bis alle anderen Fahrgäste damit fertig sind zu drängeln und auszusteigen. Da waren dann eh schon über 5 Min. verstrichen bis ich dann überhaupt mal angefangen habe, aufzustehen und meine Sachen zu packen. ;)

Mit Pech hörst du dann halt schon das Piep-Piep-Piep der schließenden Türen und machst einen Ausflug ins Betriebswerk ;-)

Jetzt bei NJT gibt es solche Probleme nicht, da die Takte fast überall deutlich unter 60 Min sind.

Jo, ich schätze mal das Netz etc. von NJT und das in Deutschland sind seeeeehr vergleichbar ;-)

Ach ja, wenn ich von zu Hause aus Richtung NRW will habe ich dank schlechter Takzeiten übrigens standardmäßig um die 40min Umsteigezeit in Würzburg. Ich hasse sie. In den meisten Fällen komplett vertane Zeit die ich nutzlos rumwarten muß auf einem Bahnsteig der Kategorie wo man nicht unnötig Zeit verbringen muß. In den meisten Fällen würde der Anschluß auch mit unter 10min klappen.
In der anderen Richtung schauts dann schon anders aus... die Weißwürste glänzen dann weniger durch Pünktlichkeit, erstrecht wenn sie noch über die Rheinstrecke kommen (und dann planmäßig unter 10min Umsteigezeit haben). Aber auch da, was soll ich machen? Freiwillig die RB 1h später buchen? Wäre unsinnig. Bis Nürnberg fahren? Dann müsste ich entweder zurück nach Ansbach mit der S-Bahn und dann doch wieder in die RB aus Würzburg (nix gewonnen außer zusätzlichen Umstiegen) oder nach Treuchtlingen um die Gegen-RB zu nehmen. Letzteres führt durch den zusätzlichen Weg dann meist sogar zu über 1h Verspätung. Einziger Vorteil: ich muß nicht in Würzburg die Zeit verbringen. Zu späterer Stunde stellt sich die Frage aber gar nicht mehr, denn nach 22:48 ist eh nur noch Ankunft aus Richtung Würzburg möglich.


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