(Geschäftsreorganisation vermarktet als) Kundenwunsch. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 11.03.2021, 08:48 (vor 1799 Tagen) @ bendo

ETR575:

Für meine Begriffe sollte man die Zuggattungen im FV in Deutschland nach Haltefrequenz neu einordnen. Bzw. teilweise wieder so wie früher.

ICE: Sprinter, z.B. heutige ICE-Linien 15, 29, 78, 79

Freut mich, dass Du den ICE International Frankfurt-Amsterdam (78) einstufst. Der ist nur auf F-K ein Sprinter. Auf NL-Boden ist er eher ein "Sprinter" wie von NS betrieben. Sozusagen eine hochluxuriöse S-Bahn mit (streckenbedingt) nur 140 km/h vmax. Dann muss erst das hier passieren.

IC: heutige "normale" ICE/IC, z.B. heutige ICE-Linien 10, 25, 43
IR: "Bummel-ICE/IC" und IC 2, z.B. heutige ICE-Linien 26, 49

Würde mir wünschen, dass mit der Einführung des Deutschlandtakts und -tarifs eine klarere Einteilung der Zuggattungen erfolgt, auch wenn es wohl leider nicht so aussieht. Der IR könnte ja auch tariflich mit dem IC gleichgestellt sein, er sollte nur deutlich machen, dass eben öfter gehalten wird.

Idealerweise gibt es keinen Unterschied. Zürich-Chur ist immer gleich teuer, egal ob IR oder IC. Und bei uns ist Utrecht-Den Haag auch immer gleich teuer, egal ob "IC" oder "Sprinter" (S-Bahn).
Ansonsten gibt es zwei Tarife. S.i.w. wird für Zürich-Bern via Rennbahn etwas mehr Kilometer berechnet als mit dem IR via Altstrecke. Und bei uns muss man für "Schiphol-Rotterdam direkt" einen Aufpreis bezahlen.
In Deutschland wäre es dann FV-Tarif und NV-Tarif.

bendo:

Das Problem ist: Weder Kunde noch die Bahn wollen das :-( Auch wenn es keinen zwingenden Zusammenhang zu Fahrzeit oder Komfort geben muss, ist FV für den Kunden gleichbedeutend mit "ICE".
Und das fordert der Kunde auch ein.

Bin ich mir nicht sicher. Möchten die Kunden das wirklich so, oder hat die Bahn das so mehr oder weniger abgezwungen? Es hat ja in den 1990ern ICE, IC und IR nebeneinander gegeben. Dass von diesen drei der ICE offenbar am meisten zukunftsweisend war, heisst nicht, dass IC und IR nutzlos sind. Trotz Rennbahn K-F kann man immer noch mit dem IC über die Linksrheinische fahren.

Die Bahn selbst nimmt diesen Wunsch an und bezeichnet alles was im FV so herum fährt als "ICE". Nebeneffekt: Man kann natürlich auch "ICE-Tarife" verkaufen. Den "Schritt zurück", den ich übrigens auch begrüßen würde, wird`s daher wohl leider nicht mehr geben...

Abschaffung von Tarifen und Zuggattungen macht die Geschäftsbetreibung leichter. In DE wurde ja vmax 250 mehr oder weniger als Norm gestellt und daraus entstand die ICE4-Beschaffung. Sozusagen: ICE wird langsamer, der IC schneller.
Hätte man einen 250-300 km/h A-Netz a la "RailExpress" (wie von DB und Lufthansa vorgeschlagen), einen 200-250 km/h B-Netz wie der ICE heute und einen 160-200 km/h C-Netz wie der IR/IC, dann müsste man drei Tarife und drei Zugfamilien beibehalten.
Bei uns wurde der IR aufgegeben zugünsten des IC. Das erlaubte NS die Einführung des 10-Minutentaktes.

Aber nochmal: ist das Kundenwunsch, oder Geschäftsreorganisation vermarktet als Kundenwunsch?


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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