ethischer Fünfsatz. (Aktions-Angebote)

Henrik, Sonntag, 13.09.2020, 04:29 (vor 8 Tagen) @ br752

90% der Waren sind nach diesen Prinzip verpackt und verkauft? Du willst das anders? Dann schau in den Konsum von 1980.

Wow, die DDR-Keule hab ich in dem anderen Beitrag schon

vermisst. Dachte schon, du bleibst dir selbst nicht treu.

Ich finde den Ansatz nicht verkehrt, den bestehenden Konsum zu hinterfragen und andere Modelle, beispielsweise den ,unverpackt‘ auszuprobieren. Man kann sowas natürlich im Keim ersticken und sagen, wir machen so weiter wie bisher, denn das ist gut so. Aber ich war noch nie ein Fan dieser Philosophie.

Da das Konsum-Argument ohnehin schon kam, kann ich ja durchaus in die Richtung weitergehen: Warum braucht die Wohlstandsgesellschaft immervolle Regale? Warum muss es für jedes Produkt mindestens drölf Anbieter inkl. Verpackung, Lagerung im Regal + Lager geben? Vielleicht liegt es daran, dass ich NACH 1990 das Licht der Welt erblickte, aber ich finde dieses Wirtschaften fragwürdig.

Das darfst du machen. Ohne dieses Wirtschaften würde der Wohlstand und damit die Gesellschaft langsam! zurückgehen und zusammenbrechen und die Ordnung nur durch totalitäre Maßnahmen aufrecht erhalten werden können. Das kann man wollen. Anfänglich wird man es nicht merken weil noch genug Reserven da sind, aber sobald Proteste kommen muss man die schnellstmöglich unterdrücken um an der Macht zu bleiben. War immer so. ;-) Nennt sich regieren.

Ich kann Euch beiden da nicht so recht folgen.
br752, Du hattest Dich in Deinem vorhergehenden Beitrag lediglich auf die Verpackungen bezogen,
formuliert gewiss ein wenig polemisch.. aber einen DDR-Bezug konnte ich da wenig rauslesen.
In der folgenden Erwiderung mit der Empörung über die immervolle Regale lese ich hingegen schon eher einen DDR-Bezug heraus.. in der Folge (gezielte Planwirtschaft von oben herab gesteuert für den Einzelhandel).

Die Überschrift des Mathematischer Dreisatz. habe ich nicht verstanden.

Kommen wir zurück in die Realität des vergangenen Frühjahrs.
Auf einmal waren in unserer Wohlstandsgesellschaft die immervolle Regale leer in gewissen Bereichen.. Klopapier, Seifen, Konserven und weiteren.
Und das spielte sich innerhalb weniger Tage ab.
Das wurde medial thematisiert und bekannt wurde, dass mit immer weniger Reserven kalkuliert wird.
(Sidekick: In der verarbeitenden Wirtschaft/Industrie gabs ja keinen von oben verordneten Lockdown. Sie kam aber doch recht bald zum Erliegen, weil die Zulieferer aus Italien/.. nicht mehr lieferten. Da wurde medial auch bekannt, dass die Wirtschaft immer weniger mit Reserven kalkuliert)

Im Einzelhandel in Sachen Supermärkten & Diskountern sind die Regale zwar stets voll,
aber wir haben nicht ein Übermaß an Anbietern,
sondern einen Mangel an verschieden unabhängigen.
Wir haben nur noch ein paar wenige Anbieter - das wird ja auch kritisiert.

Der Mensch möchte mehr, sonst würdest du heute im Wald sitzen, Beeren sammeln und ab und zu in einen Hasen beißen. Auch das macht glücklich.

In einer der letzten Folgen von Precht sprach er das seinem Gesprächspartner süffisant provozierend an, ob es dahin wieder zurück gehen würde.
Natürlich nicht, wir haben nun die Arbeitsteilung.
Es gibt gewiss wahrlich Menschen, die haben sich entsprechend entwickelt.
Es gibt auch wieder mehr Leute, die sich selbst Pflanzen anbauen und sich davon ernähren..

Der Mensch möchte mehr?
Im Lebensmittelbereich?
Wir haben alles. alles im Überfluss. Besser gehts kaum. Wir haben auch Vielfalt. Billiger gehts auch kaum noch.
Der Mensch.. bzw. wir als Gesellschaftmenschen möchten nicht nur immer mehr zur Verfügung haben und auch möglichst günstig / wirtschaftlich / effizient haben.
Wir haben auch für uns selbst ein Gewissen, als Gesellschaft haben wir eine Ethik, die wir verfolgen.
Wir konsumieren tagtäglich Schweinefleisch, Rind, Geflügel, Fisch etc. ohne uns Gedanken drüber zu machen, wie es in den Supermarkt kommt.
Wir hier konsumieren aus ethischen Gründen kein Fleisch von Pferden, Katzen oder Hunden.
Das war zu anderen Zeiten anders.
Wir haben keinen Krieg erlebt, zumindest die allermeisten von uns, die hier lesen und schreiben. ;)
Wir haben auch nicht die Nachkriegszeit erlebt, dito.
Wir sind im Wohlstand groß geworden, alles gibts im Überfluss.
Unsere Rahmenbedingungen und unsere ethischen Vorstellungen haben sich also in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten verändert.
Das ist kein Naturgesetz.
Wie sich das nun ganz genau in den folgenden Jahrzehnten entwickeln wird, kann keiner von uns genau vorhersagen,
aber sicher wird es auch weiter Veränderungen geben.
Entweder durch veränderte Rahmenbedingungen oder durch geänderte ethische Vorstellungen, oder beides.
Dieses Jahr haben wir medial Corona ganz groß als Thema,
letztes Jahr war es CO2/Klimawandel.
Lass mal nächstes Jahr die Medien über Monate das Thema Massentierhaltung etc durch die Gazetten jagen..
Wer weiß..

unwahrscheinlich ist aber, dass unsere Wirtschaft & Wohlstand dadurch leidet.
Der Pfeil zeigte stets nach oben und das wird er auch weiterhin (#Factfulness).


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