Wiesbadener Kurve, Kuppelzugverfahren (Aktueller Betrieb)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 09.02.2012, 11:15 (vor 5284 Tagen) @ ICE 811
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 09.02.2012, 11:16

Hallo ICE 811,

- Die Achse nach WI/MZ ist wohl nicht gut ausgelastet.

Das wird verkehrstechnisch wohl auch nicht ändern.
Denkbar wäre eine Schnellverbindung K-WI nonstop (weiter nach Mainz), aber damit kriegt man einen ICE 3 nicht voll.
Mit den extra Halten ist das Zeitersparnis K-MZ so gering, dass man besser linksrheinisch fahren kann (zudem billiger).

Bei uns spielt dasselbe Problem bei Dordrecht. Aktuell verkehren auf der Strecke Dordrecht-Breda ein halbstündlicher IC Den Haag-Venlo und eine stündliche RB (30 Minuten versetzt fährt die RB nach Roosendaal).
NS möchte die ICs auf die HSL-Zuid verlagern; die freiwerdenden Trassen sind für die RB-Leistungen von Dordrecht nach Breda und Roosendaal gemeint = diese werden verdoppelt. So soll zwischen Lage Zwaluwe-Dordrecht ein 15-Minutentakt entstehen und die parallele Autobahn A 16 auf diesem Abschnitt entlastet werden.
Damit verliert Dordrecht aber ihre IC-Verbindung mit Breda; es verbleibt nur eine halbstündliche RB.

...wobei zum letzten Fahrplanwechsel 1-2 gute Ansätze gemacht worden sind (K-MZ-WI mit Halt in SU [1], Trennung von ICE 626 am Flughafen für schnelle Durchbindung eines Teils nach Köln [2] etc.).

Zu 1: nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge. K-WI-MZ wäre zu bevorzugen...:)

Zu 2: ein solches Verfahren hatten wir Anfang des Jahrhunderts.
Der IC Den Haag/Rotterdam - Enschede wurde in Deventer getrennt. Der vordere Zugteil fuhr als IC nach Enschede mit Halt in Almelo und Hengelo. Der hintere Zugteil fuhr als RB nach Enschede.

Ein Nachteil war, dass der NS ein Fahrzeugtyp einsetzen mußte das trennbar und sowohl für IC- als RB-Betrieb geeignet war. Es wurde der ICM-Triebwagen. Gut als IC, suboptimal als RB.
In Deutschland gibt es diesen Nachteil weniger, weil auf der Strecke nur der ICE 3 fahren darf. Denkbar wäre z.B. ein ICE International München-Amsterdam mit 2 Zugteilen. Trennung in Frankflug, vorderer Zugteil via "Köln ICE" als ICE International nach Amsterdam, hinterer Zugteil mit Halt in Limburg Süd-Montabaur-Siegburg/Bonn nach Köln Hbf.

Nachteil beider Verfahren: es funktioniert nur in einer Richtung. Andersrum ist der "schnelle" ICE beeinträchtigt wenn der "langsame" ICE verspätet ist. Deswegen hatte NS das Verfahren 2006 aufgegeben und muss der Fahrgast für die kleinen Unterwegsbahnhöfe zwischen Deventer-Enschede in eine separat fahrende RB umsteigen. Diese fuhr dann mit den besser passenden Schienenbananen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum