Wieviele Reisende sind finanziell flexibel? (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 23.02.2011, 11:28 (vor 5535 Tagen) @ Alphorn (CH)

1. Ein Ziel der Beschleunigung ist Leute von Straße zur Schiene zu verlagern. Wesentlicher Unterschied zwischen beiden Verkehrsträgern ist, dass der Autofahrer jederzeit abfahren kann, während der Bahnfahrer einen Fahrplan zu beachten hat. Würde der Bahnfahrer auf Sprung zum Bahnhof losgehen, dan hat er in einem Extremfall gerade den Zug erreicht und im anderen Extremfall gerade den Zug verpasst (er muss dan den nächsten abwarten). Durchschnittlich ist seine Wartezeit also ein halber Takt, und diese muss also zur Reisezeit addiert werden.

Nicht immer. Es gibt durchaus zeitlich unflexible Passagiere - wer zum Beispiel von einem Theaterbesuch zurückkehren will, der ist nun halt mal zu einer bestimmten Zeit am Bahnhof und kann diese Zeit nicht ändern. Genauso zum Beispiel eine Verkäuferin, die zur Arbeit pendelt.

....und beide wissen sehr genau, wann ihr ICE abfährt
und passen entsprechend vorher ihr Losgehen an.
Der Theaterbesucher kann sich noch ein wenig Zeit lassen eh er ins Taxi steigt,
oder sogar komplett zu Fuß gehen, schlendern, wenn noch reichlich Zeit ist.
Die Verkäuferin ein wenig länger schlafen.

Beide Beispiele zeigen hervorragend, dass dieses mit "halber Takt" gar nicht passt.
Denn man weiß ja schließlich, wann der Zug fährt, man geht nicht einfach so wahllos zufällig zum Bahnhof.

Andererseits gibt es auch zeitlich flexible Reisende. Wenn ich in der Nachbarstadt shoppen gehen will, dann kann ich innerhalb einer Stunde den Aufbruchszeitpunkt problemlos verschieben. Etwas weniger klar ist die Rückreise: Wenn ich alles hab, was ich brauche, möchte ich da sofort zurück?

Nö, möchtest Du sicher nicht, stimmt.
Bisschen bummeln & gucken gehört immer dazu, erst recht wenn Du eine Frau mit dabei hast. ;-)
Und da weißt Du ja auch, wann der nächste ICE fährt.

Interessant wäre nun, wieviele Reisende in die erste und wieviele in die zweite Kategorie gehören. In D wohl ziemlich viele in die zweite - denn zeitlich unflexible Passagiere nehmen spätestens bei Zweistundentakt-Linien das Auto...

Na, danach kann man ja überhaupt nicht gehen, denn dann müsste man sie alle nur dem Auto zuschreiben, dem ist ja dann doch nicht ganz so.
Und die öffentliche Wahrnehmung ist auch eindeutig eher entgegengetzt, Auto fahren tun i.d.R. hauptsächlich, wer die zeitliche Flexibilität aufweist, es mit dem Geld nich so dolle hat.
Ich seh da jetzt keine geschlossen getrennte Kategorien,
aber angesichts der Überschrift vermute ich mal, Du meinst Unterschied zeitlich flexibel vs. unflexibel.
Beide gibt es gleichermaßen auch im Autoverkehr. Das kann man so nicht zwingend trennen.
Die Trennung besteht da eher hinsichtlich der Gegenüberstellung zur finanziellen Flexibilität bzw. Unflexibilität.
Wer zeitlich nicht so flexibel ist, weist eher mehr Flexibilität in finanzieller Hinsicht auf,
wer finanziell nicht so flexibel ist, weist eher mehr Flexibilität in zeitlicher Hinsicht auf.


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