Kurzantwort (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Mittwoch, 24.11.2021, 19:36 (vor 9 Tagen) @ JanZ

Hallo.

Und dass der Straßenverkehr etliche Probleme nicht hat, zum Beispiel den des Anschlussverlusts. Wenn ich 32 Minuten im Stau stehe, komme ich 32 Minuten später und nicht plötzlich 60, weil ich irgendwo den Anschluss verpasse.

Weil wir uns eben mit viel zu wenig zufrieden geben. Und ein Deutschland-Takt verstärkt diese Lethargie noch!

Wir brauchen auch 10-Minuten-Abstände im Fernverkehr, auf Nebenstrecken dürfen es max 20 Minuten sein. Dann werden aus 32 vllt nur max 40 Minuten.

Andererseits frage ich mich, warum du den Stau beim Autofahren achselzuckend einkalkulierst,

Weil die Autobahn GmbH mir bei der Routensuche nicht zusichert, zum Zeitpunkt X am Ziel anzukommen. Und auch sonst niemand. Beim Autofahren kenne ich als Pendler meine Zeit. Und ansonsten manches Staunadelöhr auch.

Die Eisenbahn aber verspricht mir mittels Fahrplan, zi Uhrzeit X am Ziel zu sein. Jeder hätte Verständnis, wenn das auch MAL nicht klappt. Aber zum einen klappt es öfters mal nicht.

Manchmal auch nie. Weil wir ja alles in den Takt pressen müssen. Besonders schlimm beim Bus: in der HVZ ist er quasi planmäßig zu spät - in der anderen Zeit muss er herumbummeln. Weil man den Fahrplan als Kompromiss angelegt hat mit der Folge, dass es nie passt.

Neulich in der Bahn von Osnabrück nach Oldenburg. Wie üblich mehrere Minuten verspätet. Dem Kunden komme ich gerade recht: seit 9 Jahren pendele er nach Delmenhorst und nie klappe der Anschluss in Oldenburg. Und heute wieder knapp 10 Min Verspätung. Ich konnte die Erregung nicht nachvollziehen: wenn es 9 Jahre schon nicht klappt, wie kann man dann auf die Idee kommen, dass es heute klappen könnte ... Es klappte dann natürlich auch nicht. Weswegen es in der Relation z.B. kaum Umsteiger gibt.

Neben der mittlerweile chronischen Verspätung kommen dann ja oft genug noch andere Unbillen dazu - jede für sich u.U. verschmerzbar, aber in der Summe dann eben der Tropfen zum Faßüberlaufen. Mal fehlen Wagen. Umgekehrte Reihenfolge. Defekte WC. Bordbistro nur bedingt leistungsbereit.

Überhaupt der Umsteigezwang: gerade die Bahnbefürworter hier fordern sowas ja noch aktiv ein. Ein ICE darf nicht in Bad Hersfeld halten. Auf selbst ernannten Nebenrelationen darf nur ein IC verkehren - kein ICE. Was da unter Bahnjüngern an Weltferne zutage tritt, ist phänomenal. Hier gab es früher mal einen Zug, der fuhr als N (also nicht mal als Eilzug!) von Meppen nach Osnabrück und dann als D-Zug nach München. Und heute? Ich erinnere mich noch gut an die Kritik, dass da ICE zwischen Hamm und Kassel über Paderborn fahren. Das verwässere den Markenkern des ICE. Wie die Weiterführung nach Garmisch-Partenkirchen. Während in im äußerst nebenbahnigen Bourg-St. Maurice in Frankreich mal diverse TGV und sogar einen Eurostar erlebte. Hier aber muss es Takt sein. Entweder hält der Fernzug also immer in Coburg oder nie. Oder es gibt gleich Durcheinander.

Beim Auto käme ja nun niemand auf die Idee, mit dem Smart von der Innenstadt zur Autobahnauffahrt zu fahren, dann umzusteigen in den Porsche und über den Highway brettern, um an der Autobahnabfahrt wieder auf einen Smart umzusteigen.

Auch für Bahnfreaks ist es selbstverständlich, dass der ICE mehr Komfort haben muss als der IC als der RE als die RB als die S-Bahn. In der S-Bahn oder im 'kurzen Berufsverkehr' gelten Stehplätze als selbstverständlich.

Na ja, wir waren ja eigentlich mal bei der Pünktlichkeit. Beim Auto kenne ich die Zeiten. Weil wie schon erwähnt, viele Staus regelmäßig sind.

Käme die Eisenbahn zu einem realistischen Fahrplan, wäre das ein Fortschritt. Wie oft fiel hier im Forum schon der Spruch, dass man quasi selbst schuld sei, wenn man sich auf diesen oder jenen Umstieg verläßt. Da kennen wir alle solche, deren Funktionieren zumindest kritisch ist. Warum gibt es ihn dann trotzdem?

aber bei der Bahn ein solches Drama draus machst, dass du am liebsten jede einzelne Fehlleistung erwähnen würdest und ständig daraus den Schluss ziehst, dass die Bahn „am Ende“ sei. Was auch immer das für dich heißen mag, denn natürlich wird es die Bahn auch in 20 oder 30 Jahren noch geben.

Aber auf welchem Niveau?

Soweit in Kürze.


Schöne Grüße von jörg


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