Jetzt wieder ontopic: Autobahn vs. Eisenbahn (Allgemeines Forum)

Jogi, Dienstag, 04.05.2010, 08:45 (vor 5934 Tagen) @ NIM rocks
bearbeitet von Jogi, Dienstag, 04.05.2010, 08:46

Da ist dann natürlich die Rollbahn außer Konkurrenz, aber ich glaube, man hat verstanden, was gemeint war ;-)

Ja :)

Richtig, und genau da muss man ansetzen: Die Bahn muss genau hier gegenüber dem Auto Zeit gutmachen, denn die wenigsten größeren Städte haben Umfahrungsstrecken mit einer Vmax größer 160km/h, das sind meistens die sogenannten GUBs mit einer Vmax </= 120km/h. Mir fielen da einige Städte ein, bei denen ein eine Schnellfahrumgehungsbahn (SUG *g*) Sinn machen würde (Augsburg, Ulm, Fulda, Göttingen, Münster, Osnabrück, Ingolstadt,...), teilweise natürlich nur schwer oder mit unverhältnismäßig großen Kostenaufwand zu realisieren und daher utopisch.

Ja, aber es kann m.M.n. nicht das Heilmittel sein, neben jede zweite Großstadt eine SUG ;) zu setzen, damit man von mir aus München-Hamburg in knapp vier Stunden zurückzulegen kann, sprich in Deutschland einen "echten" HGV zu installieren. Dafür ist nicht genügend Nachfrage da. Dieser lohnt sich nur auf langen Strecken mit sehr großen Haltestellenabstände. Und diese sind in D nicht gegeben. (Amerika wäre IMO ein Land für "echten" HGV, aber das nur am Rande)

Beispiel Ulm: Ist für die Fahrzeit ein Klotz am Bein zwischen VfB und FCB, zwischen zwei Metropolregionen. Aber kriegt man einen stündlichen ICE voll, der nonstop zwischen Neckar und Isar verkehrt? Ich behaupte, nein, da beide Städte eher Nord-Süd-Verkehrsströme zu verkraften haben.

Mit einem Halt in Ulm dagegen sähe die Sache anders aus. Man erschließt zusätzliche Fahrgastpotentiale von der Schwäbischen Alb (Heidenheim, Aalen sowie aus Richtung Sigmaringen), aus Allgäu-Schwaben (Richtung Günzburg-Krumbach sowie Memmingen) und ist das Tor zum Fernverkehr für das Allgäu (Immenstadt, Oberstdorf) sowie die gesamte deutsche Bodenseeregion (Lindau, F'hafen, Überlingen; Ravensburg, Aulendorf) außer Konstanz, Radolfzell & Singen.

Kurz, es macht nicht so recht Sinn, ein Sprinter-Konzept im 1- oder 2-Stunden-Takt fahren zu lassen, den es aber für eine halbwegs wirtschaftliche Nutzung der SUG brauchen würde. In der HVZ sind die durchaus voll, vgl. zw. Berlin und FFM oder Hamburg und Ruhrgebiet.
Viel mehr sollte man sich darauf besinnen, die Streckengeschwindigkeiten insgesamt zu erhöhen und Geschwindigkeitseinbrüche weitgehend zu vermeiden. Hamburg-Berlin hat gezeigt, wie es geht: in Wittenberge auf 160 Sachen runter, dann zwischen Bergedorf und Falkensee zum allergrößten Teil >/= 200 km/h.

Jede Stadt hingegen hat einen Autobahnring oder zumindest eine Autobahn, die durch das Stadtgebiet führt, was die Durchschnittsgeschwindigkeit nur unwesentlich reduziert.

Aber ich behaupte, in den meisten Fällen ist zumindest das Ziel in der Innenstadt.


Grüße, Jogi


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum