Focus: Jedes sechste Tempolimit ist weg (Allgemeines Forum)

Jogi, Montag, 03.05.2010, 18:19 (vor 5934 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Jogi, Montag, 03.05.2010, 18:20

Schauen wir uns mal Bremen an, führen ein Tempolimit ein. Und? Was hat das für Auswirkiungen? Betrifft grade mal 6 km von den 60 km Autobahnen, weil es auf den anderen Abschnitten eh schon Tempolimits gab.

Stellt sich nur noch die Frage, ob Bremen repräsentativ für die BRD ist... ;)

Also, meiner Erfahrung nach fährt der Großteil wirklich (halbwegs) gesittet auf Autobahnen - doch selbst ich fahre gerne 10 bis 20 km/h über einem Tempolimit auf der BAB, werde dann aber noch von Audis, BMWs und Mercedes überholt.


Ja, ist doch auch gut so. Das sollen sie doch auch machen.
Das sind aber auch nicht die Leute, die auf die Bahn umsteigen würden^^

Entdecke ich da eine Spur Ironie? ;)

Diese paar km/h haben ganz gewiss keinen Einfluss auf die Umsteigwilligkeit der Autofahrer hin zur Bahn...

Na ja, wenn man ein Tempolimit von 130 km/h wirklich festschreiben und dies auch konsequent durchsetzen, sprich fleißig kontrollieren würde, da wäre rein von der Fahrzeit her die Bahn auf vielen Strecken gleich schnell oder sogar schneller.

Da widersprichst Du aber den Tempolimit-Befürwortern.
Diese argumentieren, dass bei einem Tempolimit der Verkehrsfluss fließender wäre, es weniger Unfälle geben würde und die Autofahrer so schneller ans Ziel kämen.

Hmm, eigentlich nicht. Generell ist die Kapazität eine Trasse größer, je homogener die Geschwindigkeit der auf ihr verkehrenden Fahrzeuge ist. Das gilt sowohl für die Straße wie auch für die Schiene.

Dann ist auf BAB das generelle Probleme der Staugefahr durch zu geringe Kapazität, sei es wegen zu wenig Fahrspuren, Baustellen oder Unfälle. Der weit aus größte Teil - wenn mein Physiklehrer keinen Mist erzählt hat - von Verkehrsstockungen entseht durch ein Zusammenspiel beider Faktoren.

Wenn bei einer nicht allzu leeren (man beachte die Litotes ;) Autobahn ein langsamfahrendes Fahrzeug eine Spur nach links wechselt, muss schlimmstenfalls der auf dieser Spur von hinten kommende Fahrer abbremsen, da die Differenz der Geschwindgkeit zu groß ist. Sind nun viele Fahrzeuge in dichtem Abstand auf dieser Spur zieht sich diese Kettenreaktion durch, die Durchschnittsgewindigkeit sinkt.
Nun dauert es aber länger wieder zu beschleunigen als abzubremsen. Viele versuchen durch einen Spurwechsel dem langsamer fahren zu entkommen, übertragen dieses Phänomen also weiter. Ergo stockt der Verkehr schlimmstenfalls auf der kompletten Trasse.

Dieses Phänomen würde durch eine Maximalgeschwindigkeit, die alle heutigen PKW, problemlos erreichen abgemildert werden.

Und zur Unfallgefahr - das gleichmäßiges, langsames Fahren diese verringert dürfte klar sein.

Also sollten wir aus reiner BahnFan-Sicht eher gegen ein Tempolimit sein ^^

Nö, wieso. Den Faktorzeit hab ich schon angeführt (auch wenn Oscar natürlich richtige Gegenbeispiele anführt :). Ich behaupte einfach mal, dass mit Tempolimit ein gewaltiger Anreiz fehlen würde, nämlich das schnelle Fahren, fehlen würde. Dass es Spaß macht, mal den Bleifuß raushängen zu lassen habe ich ja schon geschrieben... ;)

Grüße, Jogi


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