Kapazitätsfrage (Sammelantwort): Frankfurt vs. Rotterdam. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 02.07.2021, 11:52 (vor 1788 Tagen) @ BGSMH

BGSMH:

Sind die geplanten zwei Bahnsteige denn ausreichend oder spart man hier nicht an der falschen Stellen? Ich stelle mir vor, dass hier Verspätungen sich sehr schnell auf andere Züge durchschlagen.

Anzahl Bahnsteige sagt relativ wenig. Eher Anzahl Bahnhofsgleise und vor allem Anzahl Gleise der Zulaufstrecken.

Siggis Malz:

Deswegen 4 Kanten.

Da wird wahrscheinlich von den Trassen nichts enger als 4-5 Minuten getaktet, wenn dann mal doch einer länger steht, kann der nächste an die andere Kante.

Könnte stimmen.

Rotterdam hat den Willemstunnel, inkl. Bahnhof Rotterdam Blaak. Alles viergleisig. Gleisplan (Tunnel Barendrecht links, Willemstunnel rechts)
Es gibt folgende Leistungen:

A1. (60) Thalys und eurostar
A2. (60) IC Amsterdam-Brüssel
A3. (30) IC Den Haag-Eindhoven
A4. (30) IC Amsterdam-Breda
B. (15) "IC" Den Haag HS-Dordrecht(-Vlissingen)
C. (15) SPR Den Haag-Dordrecht

Obwohl Blaak 4 Bahnsteiggleise hat, werden nur die beiden Innengleise für haltende Züge benutzt.
B und C halten in Blaak, A nicht.
An der Südseite des Tunnels wird der Bündel sechsgleisig (Weichen 969 und 991); dann haben B und C ihre eigene Infra und kann der "IC" an R'dam Lombardijen, Barendrecht usw. vorbei.
A2 soll (30) werden, B und C (10). Dann etwa drei 10-Minutentakte + "Thaleuro".

In Prinzip kann jedes Gleis zwei 7,5-Minutentakte aufnehmen. Entspricht 32 Züge pro Stunde und Richtung. Wenn in Frankfurt, wie in Bologna, die Zulaufstrecken nur zweigleisig sind, wird das selbstverständlich weniger.

SPFVG:

Jupp, man kalkuliert mit 12 Zügen pro Stunde -> ergo im Schnitt alle 5 Minuten. Ist nur die Frage, ob man jetzt auch noch ein paar Regios in den Tunnel schickt. Die doppel-mainische Anbindung wäre für die auch ganz nett und es gibt ja schon das Konzept der Hessen-Expresse.

Fern oder Regio soll in Frankfurt das Problem nicht sein. So wie ich sehe, wird im Tunnel nirgendwo mehr als 160 km/h erreicht. Das schafft ein Regio auch. Aufgrund besserer Beschleunigung würde ein Regio sogar die Infra eher freimachen können als ein Fernzug.

Eventuell wären also doch noch +2 Kanten mit je 250m Steig für Regios und ev. ICs (Talgos, Kiss, Flix) nicht verkehrt. Auf den restlichen 150m (die Gleise sollten ja 400m lang bleiben) könnte man Verkaufsfläche anbieten, da würde DB S&S sicher gleich hellhörig werden ;))

Ich würde sagen: lieber 500 statt 400 m Bahnsteig. Mittig ein fünftes Gleis ohne Bahnsteig und zwei Weichenkreuze. So wie bei uns in Den Bosch (Weichen 2151-2165). Somit Gleise 1, 2a, 2b, 4a, 4b, 5. Wenn auf Gleis 4a der ICE International steht (1x408), kann auf Gleis 4b ein Regio oder sogar ein ICE4 7-teilig einfahren.
Ich kann auch sagen: verzichte generell auf Linienenden im Tiefbahnhof und schicke die Internationalen nach München. Sollte mit einer geplanten Flotte von 30 Triebwagen das Problem nicht sein. Dann ist die umständige Infra auch nicht nötig. Und NL/BE werden sich freuen... ;)

BGSMH:

Hört sich für mich so an als plant man das eigentlich unterdimensioniert, was auch deshalb schade ist, weil die Hauptteil der Kosten ja in den Tunneln stecken, man sich also mit etwas mehr Kosten ein deutliches Plus an Kapazität holen würde.

Das haben wir in NL in der Tat besser gemacht. Die Rotterdamer Hochbahn war nämlich nur zweigleisig. Also entschied man für eine viergleisige Tunnelbahn. Und zwar komplett viergleisig und nicht nur der Bahnhof Blaak viergleisig. Inzwischen ist Schiedam-Rotterdam-Dordrecht durchgehend viergleisig.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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