Variante unterm Main vorteilhafter; effektiv; beschleunigt (Allgemeines Forum)

Henrik, Donnerstag, 01.07.2021, 21:23 (vor 1791 Tagen) @ bendo

Ein Problem dabei ist offenbar, den Tunnel zwischen den tiefreichenden Hochhausfundamenten hindurchzufädeln. Die beste Lösung ist wohl, ihn direkt unter dem Main zu bohren und erst unter dem Bahnhofsviertel zum HBf einzuschwenken.

Die Mineure werden sich hoffentlich mit jenen des Tunnel Obertürkheim (Stuttgart 21) gut austauschen. Dieser Tunnel unterfährt den Neckar, wobei dort mit größerem Wassereintritt zu kämpfen war als ursprünglich angenommen.

Die Mineure bzw. viel mehr die Tunnelbau-Ingenieure werden es hoffentlich und sehr gewiss es auf jeden Fall unterlassen, sinnlos rumzugrübeln und Projekte miteinander zu vergleichen, die absolut nichts miteinander gemeinsam haben. Natürlich kennt jeder das Projekt in Stuttgart, weil es eben sehr interessant ist - das reicht aber auch.
Dort wird der Neckar mit geringer Überdeckung kurz quer unterquert,
in Frankfurt wird der Main auf fast kompletter Länge längs unterquert - die geologisch am wenigsten anspruchsvolle Variante.
Die geologischen Begebenheiten sind komplett unterschiedlich.
Die Bauverfahren sind komplett unterschiedlich (bergmännischer Vortrieb vs. Schildvortrieb).
Tunnelbauer, die Angst vor Wassereinbruch / Wassereintritt haben, haben ihren Job verfehlt. Mit dem Neckar hatte es eh nichts zu tun.
Wieso nicht eher den Vergleich mit der 4. Röhre Elbtunnel - gabs auch Wassereinbruch
oder die zahlreichen Tunnelbauwerke im zentralen Bereich in Berlin
..oder eben die bestehenden Tunnelbauwerke in Frankfurt.
Aber selbst das Beispiel Tunnel Obertürkheim sollte Dir doch absolut jede Sorgen nehmen.. und Dein Job ist es eh nicht. ;)

Für die aktuelle Planung wäre zu überlegen, ob im 10 km langen Tunnel nicht auch eine höhere Geschwindigkeit möglich wäre (soll bei 120km/h liegen).

na dann überleg mal.. ;)

beim Hbf, bei km 3,0 haben wir 0,0 km/h, zwingend, trivialer Zwangspunkt.
westlich davon gehts steil hoch, nach 3 km wird im Portal West der Tunnel verlassen und es geht auch schon bald in eine scharfe Linkskurve mit 60 km/h rüber zur Niederräder Brücke, die mit 100 km/h befahren wird.
östlich des Hbf schließt sich eine längere S-Kurve an mit den Zwangspunkten dem Bankenviertel auszuweichen und in die Main-Linie einzuscheren. Dafür braucht man die Kurvenradien. Weiter östlich könnte man womöglich im Südkorridor freier trassieren - genaues weiß man heute aber noch nicht. Irgendwann kommt die Ausfädelung, das zudem in einer Steigung und östlich der Portale wird auch nicht schneller gefahren.

Was mir gänzlich Unbehagen bereitet ist (wieder mal) die zeitliche Dimension: Wie kann es ein entwickeltes Land wie Deutschland schaffen, dass für Planung und Bau bis zur Inbetriebnahme keine 20 Jahre vergehen??! Die Inbetriebnahme ist für 204X vorgesehen! Wo liegen die Gründe? Ist es tatsächlich so, dass Ingenieure 8 Jahre alle Details ausarbeiten?!

Daran wirst Du nichts ändern können, lediglich an Deiner Einstellung dazu. ;)

Bauzeit etwa 10 Jahre. Das ist so. Da kann man auch nicht dran drehen. Das ist weltweit so.
Kompletter Tunnelbau - da weiß man nie so komplett was kommt (Vor der Hacke ist es duster).
Etwa 10 Jahre Planungszeit bis zum Baubeginn von nun an. Das ist der Status-Quo, das ist Standard.
Details auszuarbeiten nimmt einige Jahre in Anspruch, gewiss - da kann man auch nicht dran drehen.
An den formellen Planverfahren und Widerspruchsmöglichkeiten sehr wohl. Es sind nun ja einige Beschleunigungsgesetze auf den Weg gebracht worden.
Es kann also durchaus sein, dass diese Abschnitte straffer gestaltet werden können.
Dann gibts noch die kritische politische Komponente. Die aktuelle Bundesregierung ist eine sehr aktive, sehr investitionsfreundliche hinsichtlich Bahnprojekte. Das könnte mit der nächsten schon wieder anders aussehen.
..und der NKV liegt nun nicht so sehr weit über 1,0.


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