Versagen der Verkehrspolitik (Allgemeines Forum)

Bm235, Samstag, 07.04.2018, 17:53 (vor 2954 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Bm235, Samstag, 07.04.2018, 17:55

Du kannst nun auch nicht einen Sprinter Köln - Berlin mit dem Argument "hat Essen nix von" verwehren.

Da stimme ich dir zu. Von Düsseldorf und Essen aus bringt ein Sprinter nach Berlin zeitmäßig so gut wie nichts, weil auf der Ruhrstrecke durch die in Kürze maximale Belegung mit RRX- und Fernzügen keine Zeit rauszuholen ist. Selbst ab Dortmund bringt es nicht mehr viel, nur auf die Halte Hamm und Bielefeld zu verzichten. Für 10 Minuten muss man nicht den ganzen Taktfahrplan zerstören.

Die rund 25 Minuten weniger, die mit einem Sprinter ab Köln möglich sind, bringen schon mehr. Aber doch nicht um den Preis, dafür vier (in Zahlen: 4) Nahverkehrslinien zu zerschießen, davon drei an der Wupper, die zudem auch noch die Hälfte der Direktverbindungen nach Berlin verliert. Da wird sich die DB noch auf ganz herbe Kritik von allen Seiten einstellen müssen. Und womit? Mit Recht!

Das eigentliche Versagen liegt bei der Politik. In Japan, Frankreich und ich glaube auch in Spanien haben die Hochgeschwindigkeitszüge ihr eigenes Netz. In Deutschland müssen sich die ICE ihre Trassen noch viel zu oft mit dem Nahverkehr und sogar Güterzügen teilen. Das ist im heutigen Mobilitätszeitalter nicht mehr zeitgemäß und führt zu vielen Problemen. Wir investieren nach wie vor viel zu wenig in unser Eisenbahnnetz und die Quittung erhalten wir durch eine miserable Betriebsqualität (besonders die Pünktlichkeit im Fernverkehr) und eine Überlastung vieler Knoten, die kaum noch zusätzlichen Verkehr auf der Schiene zulässt.


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