Ab Dezember 2020 neue ICE-Sprinter-Linie 19 Köln - Berlin (Allgemeines Forum)

Karolinger, Freitag, 06.04.2018, 08:01 (vor 2949 Tagen)

DB Fernverkehr hat für den Zeitraum der Fertigstellung von Stuttgart 21 (Zeitraum ca. 2024/25) ein neues Fernverkehrskonzept angekündigt (...) Bereits ab Ende 2020 sollen mindestens drei Fahrtenpaare einer sogenannten ICE-Sprinterlinie zwischen (Bonn -) Köln, Hannover und Berlin verkehren. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, jeweils eine Reisezeit von vier Stunden zwischen Köln und Berlin zu erreichen. Kern dieses Fernverkehrskonzeptes ist eine neue ICE-Sprinterlinie 19, die nach derzeitigem Stand zweistündlich ab Köln mit nur einem Zwischenhalt (Hannover) bis Berlin geführt werden soll; eine Weiterführung ab/bis Bonn wird von Fernverkehr angestrebt.
Um diese neue Linie realisieren zu können, wird bei der ICE Linie 10 (derzeitige Verbindung NRW - Berlin) alle zwei Stunden die Flügelung (Zugtrennung / -vereinigung) in Hamm aufgegeben. Die Linie 10 wird dann mit beiden Einheiten über die Ruhrachse geführt. In dieser Stunde wird die neue Linie 19 ab Hannover ohne Halt über die Wupperachse bis Köln verkehren. Somit verliert Hamm alle zwei Stunden (wenn die neue ICE Linie 19 verkehrt) die schnelle Fernverkehrsverbindung über die Wupper (mit den Halten Hagen und Wuppertal) bis Köln. Die Linie 19 soll nach derzeitigem Stand auch nicht in Bielefeld halten.
Zudem plant DB Fernverkehr, die IC-Linie 77 (Amsterdam – Osnabrück – Berlin) vsl. ab 2024 halbstündlich zu drehen, um zusammen mit der Linie ICE 10 und 19 einen 30-Minuten-Takt zwischen Hannover und Berlin realisieren zu können. Dabei ist auch fraglich, ob künftig die Halte Minden und Bad Oeynhausen bzw. Bünde durch den IC bedient werden können.

Für den Schienenpersonennahverkehr in Nordrhein-Westfalen hat die schon für Ende 2020 geplante ICE-Linie 19 gravierende Auswirkungen:
- Die stark genutzte und schon jetzt sehr verspätungsanfällige Linie RE 7 Rheine – Münster – Hamm – Köln – Krefeld verliert zweistündlich alle Fahrzeitüberschüsse (Puffer), die Haltezeiten werden gekürzt und sie wird durch die ICE-Linie 19 zwischen Hagen und Wuppertal überholt (Fahrzeitverlängerung). Auch wenn die Linie fahrplantheoretisch konstruiert werden kann, wird sie so nicht stabil verkehren können.
- Auf zwei weiteren Linien der Wupperachse (RE 4, RB 48) müssen ebenfalls alle zwei Stunden die Puffer aufgegeben und die Linien jeweils überholt werden.
- Je nach Fahrplanvariante der Sprinterlinie wird die RB 69 zwischen Hamm und Bielefeld überholt werden müssen, der Verlust von Fahrplananschlüssen (v.a. in Bielefeld) ist dann die Folge.
Der ITF NRW ist derzeit für alle SPNV-Linien überholungsfrei und mit ausreichenden Pufferzeiten geplant worden, um trotz hoher Verkehrsdichte qualitativ möglichst stabil fahren zu können. Die vorgesehenen Veränderungen werden zu massiven Beeinträchtigungen der Pünktlichkeit über den Wupperkorridor hinaus führen.
Aufgrund der Regularien bei der Vergabe der Infrastrukturtrassen werden die SPNV-Aufgabenträger Ihre heutigen Fahrplantrassen für die RE-Linien nicht absichern können.

Quelle: Zweckverband Nahverkehr Westfalen – Lippe NWL (Vorlage 442/18)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum