Strikte Trennung von Netz und Betrieb notwendig (Allgemeines Forum)

ThomasK, Samstag, 07.04.2018, 11:39 (vor 2946 Tagen) @ Frecciarossa

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist es allerdings durchaus sinnvoll, einen über eine große Distanz eigenwirtschaftlich verkehrenden Zug (sprich ein Zug, an dessen Verkehren ein hohes finanzielles Interesse seitens der Fahrgäste besteht) einem nur auf einer Kurzstrecke verkehrenden Zug, der von staatlichen Subventionen abhängig ist (der den Fahrgästen also so wenig wert ist, dass sie nicht einmal bereit sind, seine Kosten zu tragen) vorzuziehen.


Wenn die Infrastruktur ausgebaut ist, und entsprechende kurze NBS für fliegende Überholungen zwischen Nahverkehr und Fernverkehr sorgen, dann ist das eine gute Sache.

So wie die Infrastruktur aber aktuell besteht, ist es völlig undenkbar für eine Beförderungszeitverkürzung von 15 Minuten zwischen Köln und Berlin den Nahverkehr zu demolieren.

Der Witz ist zudem, dass dort, wo man heute die Sprinter schon im 2-Stunden-Takt fahren könnte, ohne den Nahverkehr zu demolieren, nämlich zwischen Berlin und München, dies nicht tut.

Wenn man ein vernünftiges Fahrplan- und Betriebskonzept ausgearbeitet hat und dann guckt, was man für die Umsetzung dieses Fahrplan- und Betriebskonzepts an Infrastruktur benötigt, dann kann man peu a peu durch den Ausbau der Infrastruktur ein Gesamtkonzept umsetzen, bei dem alle profitieren.

Bei der Verkehrsplanung ist es eine absolute Binsenweisheit, das Planungsdreieck zu beachten, welches die Abhängigkeit von Infrastruktur, Zugangebot und Fahrzeugen darstellt.

Wie sehr alles auf heißer Nadel zusammengeschustert wird, erkennt man z.B. bei Sperrungen einzelner Strecken. Durch fehlende Redundanz entstehen etliche Fahrstraßenkonflikte und weitere betriebliche Instabilitäten.

Besonders lustig wird es bei der Sperrung der Strecke Dortmund - Hamm. ;)


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