NBS Gruiten - Schwerte (Ruhr) (Allgemeines Forum)

ThomasK, Samstag, 07.04.2018, 15:33 (vor 2949 Tagen) @ Bm235

Ich versuche mal, die Fahrplanlage des Sprinters in etwa zu
konstruieren. Als Basis nehme ich den Fahrplan eines Wupper-ICE der
heutigen Linie 10:

 +-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof                 |   An   |   Ab   | Zug Nr.  | Bemerkungen    |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Köln Hbf                |        |  10:48 | ICE  557 |BR 1.           |
| Wuppertal Hbf           |  11:14 |  11:16 |          |                |
| Hagen Hbf               |  11:33 |  11:35 |          |                |
| Hamm(Westf)             |  12:02 |  12:11 |          |                |
| Bielefeld Hbf           |  12:36 |  12:38 |          |                |
| Hannover Hbf            |  13:28 |  13:31 |          |                |
| Berlin-Spandau          |  14:54 |  14:56 |          |                |
| Berlin Hbf (tief)       |  15:07 |        |          |                |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 4:19;                                                       |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+

Für jede Durchfahrt ziehe ich 4 Minuten ab, außer in Hamm, da ziehe ich
wegen der langen Standzeit 12 Minuten ab. Außerdem berücksichtige ich,
dass der Sprinter sowie der Amsterdamer IC gegenüber der ICE-Linie 10 ab
Hannover um 30 Minuten versetzt fahren.

Dann sähe der Sprinter-Fahrplan so aus:

Köln Hbf ab 10:42
(Wuppertal Hbf 11:07)
(Hagen Hbf 11:22)
(Hamm 11:47)
(Bielefeld Hbf 12:10)
Hannover Hbf 12:58 / 13:01
Spandau 14:24 / 14:26
Berlin Hbf an 14:37

Fahrzeit: 3:55; (ungefähre Durchfahrtszeiten in Klammern)

Auf ± 5 Minuten müsste das so eigentlich passen, denke ich. Jedenfalls
passt es ziemlich genau mit den vom NWL skizzierten Trassenkonflikten.
Fahrplan KBS 455 Köln - Hagen - Hamm:

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/dn/KB455_H_Taeglich_G24112017.pdf?filename=KB4...

Trassenkonflikte:

1) Spätestens in Vohwinkel mit RB 48 Bonn - Wuppertal
2) In Oberbarmen mit RE 4 Aachen - Dortmund
3) In Hagen mit RE 7 Krefeld - Rheine

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/dn/KB400_H_Taeglich_G27112017.pdf?filename=KB4...

4) In Hamm mit RB 69 nach Bielefeld

http://kursbuch.bahn.de/hafas/kbview.exe/dn/KB370_H_Taeglich_G24112017.pdf?filename=KB3...

5) Durch Minden muss der Sprinter genau in den 5 Minuten zwischen
Ankunft des RE 6 aus Köln/Bonn (zur Minute 30) und der Abfahrt der
S-Bahn nach Hannover (zur Minute 35) fahren. Das machen die
Wochenend-Verstärker IC heute zwar auch schon so, aber das Fenster ist
sehr eng und die Verstärker fahren nur an zwei Tagen die Woche, nicht
täglich.

Ja und der nächste Schritt wäre zu überlegen, wie man die Fahrstraßenkonflikte lösen kann, ohne den Nahverkehr zu zerschießen.

Im Hinblick auf extrem starke Abhängigkeiten und der sehr stark begrenzten Infrastruktur (Wuppertal Hbf hat gerade mal 5 Gleise usw.) gibt es nun zwei Möglichkeiten:

Man verzichtet darauf, dass der ICE Sprinter zur Minute 30 in Hannover hält oder aber, wenn er unbedingt zur Minute 30 in Hannover Hbf halten soll und man unbedingt auf eine Beförderungszeit von unter 4 Stunden zwischen Köln Hbf und Berlin Hbf besteht, dann baut man eine kurze NBS von etwa 50 km Länge zwischen Guiten und Schwerte (Ruhr), die größtenteils unterirdisch fernab der bestehenden Strecke verläuft und dann auch noch von zahlreichen Güterzügen befahren werden könnte.

Ob allerdings der Nutzen für diese weitgehend unterirdische Entlastungsstrecke so groß ist, dass er ICE-Sprinterzüge im Stundentakt zwischen Köln und Berlin rechtfertigt, müsste man sehen. Naja, besser als die NBS Ebensfeld - Erfurt wäre die NBS Gruiten - Schwerte (Ruhr) schon ausgelastet und billiger wäre sie auch noch.

Ich denke mal, dass noch erheblich weitere Zusatznutzenkomponenten hinzukommen müssten, um eine weitgehend unterirdische 50 km lange Umfahrungs-NBS Griuten - Schwerte (Ruhr) zu rechtfertigen. Zwischen den stündlich verkehrenden ICE-Sprinter sollte man dann tagsüber versuchen im Bündel mindestens 5 Güterzugtrassen auf diese NBS zu verlegen.

Im nächsten Schritt würde man analog analysieren, wie der Trassenkonflikt mit der RB 69 gelöst werden kann, beispielsweise durch das Verschieben der RB 69 auf die Güterzuggleise nebst ggf. notwendigen Bahnsteiganpassungen und Weichenanpassungen, da Hamm - Bielefeld viergleisig ist usw.

Und in Minden würde man dann z.B. analysieren, ob durch eine Verbesserung beim ETCS die Blockabstände so verkürzt werden können, dass ein betriebsstabiler Betrieb möglich ist.

Aber all diese Fragen müssten in einer fundierten Analyse diskutiert werden. Für ein langfristiges ITF-Konzept müsste man sich dann überlegen, ob eine NBS Gruiten - Schwerte noch durch zusätzliche Weichenverbindungen zu anderen Strecken wie z.B. Richtung Witten oder Richtung Letmathe weiteren Zusatznutzen generieren könnte.

Dafür benötigt man aber ein langfristiges Gesamtkonzept.

____________


Aber auf der bestehenden Infrastruktur einen ICE-Sprinter Köln - Berlin zu planen und ohne Rücksicht auf Verluste jede Menge SPNV-Trassen zu zerschießen, ist einfach nur Verkehrsplanung auf dem Niveau eines Stammtisches. Das Niveau, wie man es eben von den Pappnasen der Deutschen Bahn kennt.

In der Schweiz wäre so eine Desasterplanung völlig undenkbar. Da gäbe es einen Volksaufstand durch die Kantone und die Schweizer Bürger würden den Planern in Volksabstimmungen völlig zu Recht ihren Schrott links und rechts um die Ohren schlagen.


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