Ein zu viel des Guten gibt es nicht! (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Mittwoch, 07.08.2013, 09:41 (vor 4633 Tagen) @ Oscar (NL)

Auch die Bedienung Ingolstadts ist ein Problem

Wieso Problem? Die jetzige Diskriminierung Ingolstädter Bahnreisender ist natürlich ein Problem. Dieses Problem könnte man aber lösen. Der DB-Technikvorstand Volker Kefer hat die Lösung in diesem Beitrag bereits parat. Dort hat er geschrieben:

„Ein weiterer Stopp kostet immer einige Minuten, bietet jedoch den Reisenden bessere Verbindungen und es können so mehr Menschen mit der Bahn fahren.“

Angeblich soll dies die „neue Haltepolitik“ der DB im Fernverkehr sein. Nur Ingolstädter Reisende bleiben im Gegensatz zu Reisenden selbst kleinerer Städte wie Göttingen oder Würzburg mit deutlichem besserem Angebot weiterhin außen vor. Anscheinend will die Bahn nicht, dass mehr Menschen aus der Region Ingolstadt mit der Bahn fahren. Ansonsten würde es keinen echten Grund geben die Verbindungen von und nach Ingolstadt trotz des auf der Strecke bereits vorhandenen Angebots unnötig absichtlich zu verschlechtern.

a. halbstündlich wäre zu viel des Guten (die Stadt muss ja Bahnhofsgebühren bezahlen)
b. stündlich würde eine schiefe Fahrplanlage in München bedeuten (weil die haltenden Züge eher losfahren müssen als die durchfahrenden Züge)
c. ganz auslassen kann man die Stadt auch nicht (bei uns halten die ICE International ja auch in Arnhem)

Halbstündlich? Bezogen auf welche Strecke? Entscheidend für eine gute Anbindung eines Bahnhofs ist doch nicht, dass dort irgendwelche beliebigen (Alibi-)züge halten. Entscheidend ist vielmehr, welche Ziele man mit diesen Zügen mit welchen Reisezeiten erreichen kann. Du verkennst, dass die Bahn im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln, namentlich dem Auto, steht und dass bei der Angebotsplanung deshalb die Reisebedürfnisse der Bahnkunden im Vordergrund stehen sollten.

Wer nach Frankfurt will, dem nützt ein Zug nach Berlin wenig. Was heißt hier „zu viel des Guten“? Wünschst du Ingolstädter Reisenden etwa was Böses? Das wäre ja genauso, wenn du dafür plädieren würdest, dass es ein Bäcker in einer bestimmten Filiale (im Gegensatz zu den anderen Filialen) nur ein massiv geschrumpftes Sortiment z. B. ohne Brote zur Verfügung stellen soll. Wenn Kunden kommen, die ein Brot haben wollen, würde dies in deiner Logik bedeuten, dass die Kunden entweder die vorhandenen Semmeln kaufen oder woanders hingehen sollen. Jeder Bäcker, der so verfahren würde, wäre seine Kunden schnell los. Nur die Bahn glaubt, dass sie es sich erlauben kann Kunden durch ein schlechtes Angebot zu vergraulen.

Falsch ist, dass die Stadt Bahnhofsgebühren zahlen müsste. Die Stadt hat leider keinen Einfluss darauf welches Angebot es am Hauptbahnhof gibt. Gleichwohl setzt sich der Oberbürgermeister wie beispielsweise diesem Zeitungsartikel zu entnehmen ist für eine bessere Fernverkehrsverbindung in Richtung Nordwesten ein. Außerdem hat die Stadt bereits kräftig in das Bahnhofsumfeld investiert, weitere Modernisierungen und Einrichtungen wie die Bahnsteigunterführung nach Ringsee werden durch die Stadt aktuell finanziert.

Im Regionalverkehr wird es ab 2016 einen Halbstundentakt Ingolstadt-München geben. Dagegen ist das Angebot im Fernverkehr zweifellos ausbaufähig: gen Norden und Nordosten gibt es nur einen Zweistundentakt, in Richtung Nordwesten gibt es tagsüber überhaupt kein vernünftiges Angebot. Hier wäre ich schon froh, wenn es wenigstens einen Zweistundentakt geben würde. Ein Halbstundentakt Köln-Frankfurt-Ingolstadt wäre natürlich noch besser. Ein zu viel des Guten gibt es nicht. Wer sich für schlechte Bahnverbindungen einsetzt ist kein Bahnfan, sondern wahrscheinlich ein Vertreter der Automobillobby. Warum bist du eigentlich für ein schlechtes Angebot am Ingolstädter Hauptbahnhof? Ich dachte du bist ein eisenbahnfreundlicher Niederländer?

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


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