ITF gemäss K21 (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 17.09.2010, 09:27 (vor 5714 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 17.09.2010, 09:30

2) Die in dem Video genannten Ankunfts- und Abfahrtszeiten entsprechen einer durchschnittlichen Standzeit der RE von ca. 15 Minuten. [...] Mit anderen Worten: ich sehe hier schon einen Interessenkonflikt zwischen den "Durchfahrern" und den "Umsteigern".


Der zentrale Punkt beim ITF ist, dass er die Umsteiger gegenüber den Durchfahrern bevorzugt. Das macht Sinn: Vereinfacht gibt es für jeden, den in Stuttgart ankommt, 13 Umsteigemöglichkeiten und eine Durchfahrmöglichkeit (sowie den Gegenzug). Summe der Wartezeiten ist also

Ohne ITF: 1x 2 Minuten, 13x 30 Minuten (halber Takt)
Mit ITF: 14x ca. 10 Minuten (ca. halbe Standzeit)

Wie man sieht, ist die Gesamtwartezeit beim ITF sehr viel kleiner. Nicht berücksichtigt ist hier, dass die natürlich eine Durchbindung in Richtung der stärksten Passagierströme gemacht wird; das wird aber nicht reichen, um den ITF zu schlagen.

Ich kan vieles zustimmen. Nur schade, dass zwischen Theorie und Praxis Welte dazwischen liegen.

Die Angaben "ohne ITF" muss man einerseits noch weiter hochstufen. Der IC nach Nürnberg und der ICE nach Zürich gibt es bestenfalls nur zweistündlich.
Andererseits wird man auch ohne ITF irgendwelche Korrespondenzanschlüsse darstellen können. Mannheim hat z.B. auch keinen oder nur teilweise ITF aber stellt einige wichtigen Korrespondenzanschlüsse dar. Zwar werden die die Gesamtwartezeit kaum verringern, aber sie entsprechen wohl einen sehr großen Teil der Nachfrage.

Zwar haben wir Bahnpragmatiker recht, aber leider für uns ist Otto Normalbahnfahrer kein Bahnpragmatiker der mit einer Armbanduhr Fahrzeiten misst und diese mit einem Fahrplan vergleicht. Und Otto ist ja derjenige, der das System benutzen soll, nicht wir Bahnpragmatiker.
So hatte ich z.B. heute statistisch wieder eine pünktliche Fahrt im 10-Minutentakt. Allerdings habe ich die Fahrt an sich als "nervig und langsam" erfahren. Zwischen Vught und Den Bosch ging es teilweise nur in Fahrradtempo. AUf der Waalbrücke bei Zaltbommel fuhren die Autos auf der Autobahn an uns vorbei. Und auch die letzten 5 km vor Utrecht wurden sehr langsam gefahren. Nicht was Otto von einem "IC" erwartet.
Man stellt sich vor, Otto reist von München nach Köln, und Augsburg, Ulm, Stuttgart und Mannheim sind alle ITF-Knoten, mit entsprechend längere Wartezeiten. Die Chance besteht, dass Otto auf Auto oder Flieger umsteigt, "denn die Bahn ist mir zu langsam geworden".

Zahlen sagen also auch nicht alles.

Mal was ganz anderes: S21-Befürworter werfen K21-Befürworter vor, ihr Konzept nicht gut ausgedacht zu haben. Ich kann mich allerdings mit dem vorgeschlagenen ITF sehr gut anfreunden. Nur für die Strecke Stuttgart-Mannheim muss man eine Lösung finden, denn 30 Minuten Kantenzeit sind m.M.n. nicht machbar.
Ich habe ähnliche Vorschläge auch für S21 gesucht, aber bisher noch nicht gefunden.
Ich dachte immer, ein Fahrplan gehörte auch zum Konzept...
Also: "hfrik", "Holger2" und weitere sind herzlich eingeladen, mit einer S21-Gegenalternative zu kommen. Meinte sogar dass irgendwo im Forum ein S21-ITF-Vorschlag steht (mit Knoten um '00 und '30), konnte es aber nicht mehr finden.

Erinnert mich an 2004, als Otto Rehhagel mit seinen Griechen die Fußball-EM gewann.
"Wir haben nicht das große Geld, wir haben nicht die besten Spieler, aber wir haben die beste Mannschaft."


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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