Rückmeldungen der DB und des Wissing-Ministeriums (Aktueller Betrieb)

bahnfahrerofr., Sonntag, 26.11.2023, 12:42 (vor 150 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von bahnfahrerofr., Sonntag, 26.11.2023, 12:47

Schildere Deinen Fall auf jeden Fall schriftlich der DB. Schreibe denen, daß in Paris in solchen Fällen niemand da ist, der sich für gestrandete Reisende interessiert. [...] Sende Dein Schreiben in Kopie auch an Deinen Europa-Abgeordneten und ans Wissing-Ministerium.

Ist zwar nun schon einige Monate her, aber ich wollte trotzdem noch berichten, ob es eine Rückmeldung gab.

Der DB hatte ich eine relativ ausführliche Schilderung an den Kundendialog geschrieben. Dieser leitete es offenbar kommentarlos ans SC FGR weiter, welches eine Ablehnung "fehlendes Original" nach ca. 6 Wochen Wartezeit sendete. FGR bekam ich natürlich von der DB zu Recht nicht, denn der Aufpreis war ja von der SNCF, und die IR-Pauschale zahlt Eurail B.V. aus. Beides klappte übrigens, die IR-Pauschale sehr schnell, der SNCF-Aufpreis nach ca. 9 Wochen. (Am Rande: Dort hatte ich in dem tollen Chatbot angekreuzt "ich bin nicht gereist", somit gab es pro Person den ganzen Aufpreis von 17 Euro zurück, wenn auch nur als Gutschein (mit welchem Recht eigentlich?). Diesen konnte ich über einem gewissen Stornotrick wieder zu Geld machen. Manch einer wird jetzt sagen das war ja Betrug, in dem Fall sehe ich das aber anders. Einerseits weil der tolle Bot keine Möglichkeit bietet, die notwendigen Angaben für die Weiterfahrt mit anderen Verkehrsmitteln einzutragen, andererseits weil es einfach eine riesige Zumutung war und der genutzte TGV bis Metz hätte theoretisch auch nur 10 statt 17 Euro gekostet, so dass mir meiner Meinung nach die Differenz zwischen den Aufpreisen auch noch zugestanden hätte. Da ich mir aber zu 100 % sicher war dass sie das nicht so machen würden, und die Reservierung nicht gescannt wurde, war es so halt der einfachere Weg.)

Ich schrieb dann die Mail nochmal an den zentralen Kundendialog und adressierte an Herrn Dr. Lutz. Immerhin bekam ich nach ca. drei Wochen eine in ganzen deutschen Sätzen verfasste und bausteinlose Antwort ("Herr Dr. Lutz bat uns, Ihnen zu antworten"). Diese Regel scheint also immer noch zu gelten. Man hält sich eher kurz, dankt für die Schilderung, entschuldigt sich und teilt meine Meinung, dass die SNCF für die Fahrgastrechte vor Ort zuständig ist. Man werde meinen Erfahrungsbericht zum Anlass nehmen, gezielte Gespräche mit dem Kooperationspartner zum Thema Fahrgastrechte zu führen. Für einen kleinen Gutschein oder ähnliches, reichte es jedoch nicht (gut, habe ich ja auch nicht nach gefragt). Immerhin hatte ich den Eindruck, dass man meine Mail gelesen hat. Ob man sie wirklich an die Verantwortlichen des Alleoverkehrs weitergeleitet hat, bleibt natürlich offen.

Und wie von Alibizugpaar vorgeschlagen, habe ich auch ans Wissing-Ministerium geschrieben. Von dort kam nach ein paar Tagen zunächst eine Eingangsbestätigung, man werde die DB dazu anschreiben. Dann kam drei Monate lang nix. Im Oktober (!) kam dann schließlich eine Antwort. Offenbar haben sie tatsächlich bei der DB eine Art Stellungnahme angefordert, für welche der Laden noch länger gebraucht hat als zum Bearbeiten der FGR-Anträge. Schon peinlich. Was schreiben die? Im Endeffekt viel blabla.

"Wir haben Ihre Schilderungen zum Anlass genommen, gegenüber der DB Fernverkehr AG auf die Situation hinzuweisen und (erneut) [sic!] um Stellungnahme gebeten, wie im Rahmen grenzüberschreitender Reisen seitens der beteiligten EVU die Vorgaben der VO 2021/782 umgesetzt werden. [Es folgt eine allgemeine Abfassung zu den FGR mit dem Ergebnis, dass die SNCF in dem Fall für die Hilfeleistung zuständig gewesen wäre] Hiervon zu unterscheiden ist die Frage nach einer möglichen Erstattung von Kosten einer Hotelübernachtung oder Taxibeförderung. Für die Erstattung dieser Kosten ist grundsätzlich das die Fahrkarte ausstellende Unternehmen verantwortlich [Anmerkung: Interessant, denn meist wird dies bei internationalen Fahrkarten anders ausgelegt]. Die DB FV AG hat deutlich gemacht, dass sie die Verbesserung der Prozesse im grenzüberschreitenden Verkehr im Auge habe und insbesondere an der Kooperation mit der SNCF sehr interessiert sei [Was auch immer das heißen soll]. Auch eine weitere Digitalisierung der Prozesse wird dem Reisenden die Möglichkeit geben, im Störungsfall unabhängig von personalbedienten Verkaufsstellen Alternativen für die Weiterreise zu finden".

Der letzte Satz fällt wohl unter die Kategorie "irgendwie müssen wir noch einen Satz mit dem Wort Digitalisierung einbauen", zeigt aber auch, dass der Autor wohl noch nicht nach Paris gefahren und dabei von Anschlussbrüchen oder Ausfällen betroffen war. Denn eine Umreservierung ohne Schalter bekommen beide Bahnen auch heute trotz quasi 100% Onlinetickets nicht gebacken (im Übrigen hilft einem das auch nix, wenn alles ausgbucht ist).

Das war es jetzt von mir aber wirklich zu diesem Thema.


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