Fernverkehr: Bund oder Länder? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 16.06.2010, 10:59 (vor 5777 Tagen) @ naseweiß

Es braucht dafür einen neuen, durch den Staat bestellten und bezuschussten Mittelstreckenzug, während sich der eigenwirtschaftliche Verkehr auf die Hauptkorridore zurückzieht.

Ich komme aus einem Land, wo Deine durch den Staat bestellten und bezuschussten Mittelstreckenzüge [1] tatsächlich verkehren. Bei uns gehört der IC genauso zum gemeinwirtschaftlichen Grundangebot wie die Regionalbahn. Und ich muss sagen, für mich funktioniert es. Ich reise tagtäglich 83 km einfache Strecke (Eindhoven-Utrecht), mein IC legt 1 Zwischenhalt ein, die Fahrzeit ist 50 Minuten und der Zug verkehrt in 15-Minutentakt. In Eindhoven und Utrecht kann ich in fast allen Richtungen umsteigen, ohne mehr als 10 Minuten warten zu brauchen. Es gibt einen einheitlichen Tarif, egal ob S-Bahn oder IC. Man kann also eine Fahrkarte kaufen, einsteigen und losfahren; man braucht nicht nachzudenken ob die Fahrkarte im Zug gilt oder nicht.

Die zu klärenden Fragen sind aber:
- Bestellt der Bund oder die Länder?

Fernverkehr soll landesweit organisiert werden. Das FR-Modell gefällt mir. Der Staat entscheidet, wo ein TGV hält. Wenn Jean-Pierre Lokalbürgermeister seine Stadt als TGV-Halt vorschlägt und der Staat lehnt den Vorschlag ab, dann heißt es dommage monsieur, Pech gehabt, better luck next time.

Erst wenn man dieses politische Fundament hat, kann man über ein Fernverkehrskonzept nachdenken. Das kann ein landesweiter Halbstundentakt sein, wie bei uns, oder ein ITF mit Knotensymmetrie, wie in CH, oder wer weiß was.


gruß,

Oscar (NL).

[1] echter Langstreckenverkehr wie bei Euch haben wir nicht. Das hat mit dem Umfang unseres Landes zu tun.

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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