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J-C, In meiner Welt, Dienstag, 08.02.2022, 14:10 (vor 1527 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo J-C, hallo ICE-Fans,

Dabei hat man die Wahl zwischen eine reinrassige Rennbahn so wie man sie haufenweise in China findet, und eine 200-230 km/h Strecke so wie Hamburg-Berlin. Die Frage ist dann: was ist nötig?

Wir könnten auch mit Frankreich vergleichen, Tschechien nutzt das französische Know-How, um diese Strecken zu planen.

Wenn man eine 200-230 km/h Strecke baut, können die CD-railjets ab sofort profitieren.

Wenn nicht, kriegen sie halt ein neues Einsatzgebiet. Die Machbarkeitsstudie zum Knoten Brno sieht zum Beispiel vor, den Schnellzug Brno - Breclav - Olomouc mit Zügen zu bestücken, die ziemlich die Spezifikationen eines Railjets erfüllen. Die sollen auch nonstop zwischen Brno und Zajeci dann über die Neubaustrecke fahren.

Wenn man eine 300+ km/h Strecke baut, dann müssen dort spezielle Fahrzeuge her, damit man diese vmax ausfahren kann. Diese Fahrzeuge (Velaro CZ?) haben die CD zur Zeit nicht (geschweige Regiojet).

Es werden Züge nach Ungarn, Österreich, Slowakei und Deutschland über die VRT verkehren. In dem Fall hätte die DB die Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsverkehr und könnte hier die Züge stellen - sind alles genau die Relationen, die zur Konzernstrategie im internationalen Verkehr passen. Schnell und rentabel. Und das

Muss Berlin-Wien willens und wissens auf 4 Stunden reduziert werden oder sind 5 Stunden auch okay wenn man dann nur ein Bruchteil der Bau- und Betriebskosten hat?

Mit 230 km/h würde sich die Reisezeit vielleicht um eine Viertelstunde verlängern. Ich bin ziemlich überzeugt, dass rein von der Streckenlänge her ein Railjet das kann. Bloß hat ein Railjet das Manko, lokbespannt zu sein. Heißt, der kann nicht so leicht die ganzen Gradienten nehmen wie ein ICE. Und wenn schon ICE, dann richtig ICE.

Für uns ICE-Fans ist es selbstverständlich toll wenn es ICE International Kopenhagen-Hamburg-Berlin-Prag gibt, oder meinetwegen Prag-Dresden-Frankfurt-Köln-Amsterdam/Brüssel...

Es gibt ja Gerüchte hier und da, dass man durch bis Kopenhagen will...

Das sind 4:18h gegenüber den 5:40h. Beeindruckend und kann für sich durchaus funktionieren - hier werden wohl die Elektrifizierungen einen maßgeblichen Beitrag zur Attraktivierung beitragen. Flixbus benötigt auf der selben Strecke teils nur 4:35h. Ja. Hmm.


Für HGV-affine Fahrzeiten müsste man einen "Bayerischen Wald Basistunnel" bauen. Und/oder eine Rennbahn Nürnberg-Pilsen (alter Vorschlag). Das würde in Vergleich zum erwarteten Nutzen zuviel kosten.

Ich habe ja schonmal ein bestimmtes Teilstück ausgemacht. Vielleicht wäre es toll, würde man da eine Abkürzung basteln. Laut Opentopomap beträgt der Höhenunterschied zwischen Cham und Regensburg 10 Meter. Die Luftlinie beträgt 30km. Das wären 3 Promille Steigung von Punkt zu Punkt. Die Topographie zeigt einige Hügel, aber nichts, was man mit einer verhältnismäßig leicht umzusetzenden Tunnelketter gemeistert werden kann. Wenn man eine Strecke von 80-90 Kilometer auf 40 Kilometer verkürzt, kann man mit einem Ausbau auf 200 km/h wesentliche Fahrzeiteinsparungen machen, das kann dem Güterverkehr ja auch dienen. Wenn wir den Rest so belassen, wie er ist, bekämen wir allein dadurch bereits einen wesentlichen Vorteil.

Aber auch so wird so werden durch den Ausbau in Tschechien allein ein paar kleinere Relationen in Deutschland wohl ein wenig schneller miteinander erreichbar sein. Sollte man nicht völlig außer Acht lassen.


Ich kann auch sagen: lass die Polen und Tschechen rasen. In PL/CZ ist angeblich Platz dafür, im Bayerischen Wald nicht.
Bei uns muss der ICE International seinen Vorteil ja auch ausserhalb NL holen. Angeblich findet unser Land Amsterdam-Köln in 2,5 Stunden völlig okay. Wer schneller fahren möchte, benutzt die Autobahn A3, idealerweise mit einem Ingolstädter Modell mit gleichem Namen... ;)

Uhh, Amsterdam - Köln braucht laut Google Maps 3 Stunden mit der Blechkiste. Ich weiß nicht, wie das schneller sein soll.

Ohnehin wird Tschechien wesentlich an Relevanz gewinnen. Berlin - Wien in etwas über 4 Stunden (derzeit 7:41h mit dem ICE), Dresden - Linz in ca 4,5 Stunden (derzeit 7:15h), das ist noch epischer als die VDE8. Und das sind nur ein paar Relationen, die mir spontan in den Kopf gehen.


Das Land sieht eine Rolle für sich als eisenbahntechnische Drehscheibe Europas. Paris-Frankfurt-Prag-Warschau. Berlin-Prag-Wien-Budapest. Letztere Strecke geniesst auch Interesse der Chinesen. Die sind in Südosteuropa beschäftigt. Irgendwann reist man ab Athen mit einem HGV-Nachtzug nach Berlin und steigt dort auf den Flieger nach Amsterdam um... ;)

Das mit dem Flug wäre Zeitverschwendung. Und abseits des ungarischen Teils würde sich China auch eher nicht beteiligen.

Aber Budapest und Warschau werden schneller von Mitteleuropa erreichbar sein, das ist klar.

Polen hat seine eigenen Pläne im Hochgeschwindigkeitsverkehr, über die ich einen ziemlich langen Beitrag schreiben könnte.

Hier hat man im Zuge der Planung eines Zentralflughafens gleich ein komplettes Hochgeschwindigkeitsnetz entworfen, mit dem Reisezeiten erheblich verkürzt werden, um einerseits den Flughafen zu dem einen Punkt im Polnischen Flugverkehr zu machen, von dem aus es in die Welt geht und anderseits, um endlich attraktive Fahrzeiten bieten zu können.

Wenn Tschechien wirklich in den nächsten Jahrzehnten konsequent sein Schienennetz auf Vordermann bringt und zukunftsfähig macht, wird das nicht nur für Tschechien eine mächtige Revolution sein, sondern auch für Mitteleuropa. Plötzlich sind solche Relationen per Bahn nicht nur konkurrenzfähig, sie killen den Flieger mit Fakten. Und das Auto sieht dann einfach sehr alt aus.


Das sieht man in NL anders. Gut, NL ist Randstaat, CZ Europas Mitte. Man reist von/nach NL, nicht durch NL (es sei denn, die Chinesen bauen für uns eine Tunnelbahn Den Haag-Harwich).

Rennbahnen in NL, das ist 20 Jahre Planung und 20 Jahre Bauzeit. Mit dem instabilen Boden wird man auch 20 Jahre brauchen, bis die Randstad eine zuverlässig betreibbare Bahn hat (eine, die einen 10-Minutentakt verkraften kann, ohne irgendwelche Haarrisse in den Kunstbauten).
Es besteht hier die Vermutung, dass Autos anno 2082 emissionfrei sind, und Flugzeuge weitestgehend SAF verwenden (Sustainable Aviation Fuels) oder auch emissionfrei sind. Wozu denn Bahnstrecken bauen, wenn man nach Deutschland schon längst die A280, A30, A3, A57, A40, A61, A52 und A4 hat?

Aber Niederlande sind doch dicht besiedelt, schnelle Verbindungen brächten in solchen Großräumen sehr vielen Menschen was. Und auch emmissionsfreie Autos nehmen Platz weg, müssen irgendwo geparkt werden können etc.

Und die Schiene hat einfach generell mehr Komfort, das kann man im Auto gar nicht abbilden.

Flüge können irgendwann emmissionfrei werden, hoffe ich zumindest. Aber dann reden wir immer noch über Energieverbrauch, über Checkin, Boarding, den Weg zum Flughafen. Und auch elektrisch werden Flugzeuge nicht die Annehmlichkeiten eines Zuges bieten können, nicht jeder bietet gratis WLAN, in der Regel kann man nicht seinen Mobilfunk nutzen. Und auch finde ich die Laufruhe im Zug besser.

Dann kann ich in Zukunft halt mit weniger Bedenken den Flieger nehmen, dann werden uns diese ach so armen Mallorca-Connaisseure nicht die Luft so sehr verpesten.

Autobahnen halte ich generell für eher unnötig. Wenn nur alle Verkehre mit dem Auto stattfinden würden, die andertweitig nicht sinnvoll zu bewerkstelligen wären, täten auch Landstraßen ausreichen, da bin ich mir sicher.

Autonomes elektrisches Fahren wird für Last-Mile-Connections und gewisse Querverbindungen, wo größerer ÖV sich nicht trägt, interessant sein. Der Rest wird mit ÖV abgewickelt.

Und nebenbei, angenommen du lebst z.B. in Jihlava.

Wie kommst du mit dem Flieger z.B. nach Berlin?

An einem Flughafen mit Graspiste wohlgemerkt

Vor allem, wie oft?

Im Gegensatz dazu nimmt ein Schnellzug dich nach Prag, Dresden, Berlin, Wien und darüber hinaus mit, was in der Frequenz nie mit einem Flieger geht.

Und wie kommst du mit dem Flieger von Eindhoven nach z.B. Berlin?

Tja, hmm.

Und mit dem Auto brauchst du eine ganze Menge Zeit, musst noch zur Raststätte, einerseits weil man nach einer gewissen Zeit eine Pause braucht, anderseits, weil man Essen, Trinken und andere Bedürftnisse im Leben hat.

Und diese autonomen Autos werden auch eher kein WC haben, das ist ökonomischer Schwachsinn. Zumal das ziemlich unsicher ist. Der feuchte Traum der Leute, die autonome Fahrzeuge drahtlos aneinander koppeln wollen, kann schnell zu einem Alptraum werden, wenn nur eine Komponente defekt ist oder jemand ganz viel Spaß hat, die Welt mal brennen zu sehen und sich in die Software einhackt, was definitiv passieren wird bei so vielen Herstellern und dementsprechend vielen möglichen Angriffspunkten.

Wird ja alles über das Internet der Dinge laufen. 5G und so. Macht sicher ganz ganz viel Spaß. Ich bin ja eher optimistisch veranlagt, aber es gibt Leute, die einfach nicht verstehen, was wo seine Stärken hat.

Und was nicht autonom fährt, bringt dir halt den Nachteil, dass du als Fahrer ständig auf diesen bescheuerten Verkehr achten musst. Und auf Verkehrszeichen. Und auf dein Navi. Und Filme schauen kannst du auch nicht. Zoom Call? Auch eher nicht.

gruß,

Oscar (NL).

Gruß
J-C

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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