Sprachgrenze, Tschechien, Rheintal. (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 03.04.2021, 06:22 (vor 17 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich kann selbstverständlich nicht für "Alphorn (CH)" sprechen, kann aber Bahnhofstafeln anschauen (und somit Anzahl Züge pro Stunde und Richtung erfahren) und via reisezuege.ch das eingesetzte Fahrzeugmaterial erfahren. Dann habe ich einen Eindruck vom Sitzplatzangebot. Was dann noch fehlt, sind die Auslastungsquoten sowie die Zahl an Möchtegernfahrern die zur Zeit andere Verkehrsmittel verwenden.


Und, was ist dein Befund?
Allerdings könnte der Eindruck, den man bei einer solchen Webrecherche kriegt, etwas irreführend sein. Es gibt da nämlich noch einen Punkt, der möglicherweise für Alphorns These spricht: In Fribourg (zweisprachig) hält der IC sozusagen exakt auf der Sprachgrenze. Wenn dort ein fast hundertprozentiger Passagierwechsel stattfände, gäbe es in der Tat nur noch wenige, welche die Sprachgrenze überschreiten. Mein Eindruck ist, dass in Fribourg tatsächlich ein recht starker Passagierwechsel stattfindet. Trotzdem würde ich nicht so weit gehen wie Alphorn mit seiner Behauptung.

Wie ich schon schrieb, gibt es viele Faktoren die einem HGV-Erfolg im Wege stehen. Systemgrenze (Strom, Zugsicherung, Tarif), Sprachgrenze, Staatsgrenze.
Ich vermute sogar, dass es von diesen fünf keinen allgemeinen ausschlaggebenden Verkehrskiller gibt (es ist eher mangelnde politische Wille).

Also die technischen Sachen (Stromsystem, Zugsicherung) spielen wohl keine so grosse Rolle. Die Sache mit den Tarifen muss gelöst werden, sonst hat die Bahn eh keine Zukunft. Es verbleiben Sprach- und Staatsgrenze. Wie weit man diese zwei Faktoren auch in Zukunft für ausschlaggebend hält, scheint mir in der Tat auch eine Frage des politischen Willens zu sein.

Satte 5 Korridoren wurden festgelegt:
* Prag-Brno-Ostrava-Katowice (PL)
* Brno-Bratislava (SK)/Wien (AT)
* Prag-Pilsen-München (DE)
* Prag-Dresden (DE)
* Prag-Breslau (PL)

Inwiefern diese Korridoren komplett Highspeed werden, ist fraghaft.
Pilsen-München wird wohl eher "higher speed" sein. Elektrifizierung, Engpassagen entschärfen, Langsamfahrstellen beseitigen.

Man wird wohl etappenweise vorgehen. Ich interpretiere die NBS-Teilstrecken zwischen Pilsen und der Staatsgrenze als Teil einer für später vorgesehenen durchgehenden NBS.

a. Bei uns gibt es immer noch Flugverkehr Amsterdam-Brüssel. Das ist Bestandteil von Reisen Brüssel-Amsterdam-New York. Unter Umständen ist das preiswerter als ein direkter Flug Brüssel-New York. Diese Fluggäste wird man nur schwer auf die Bahn verlagert bekommen. Erstens sind Fluggesellschaften ziemlich konservativ und zweitens sind es mehr als zwei Stunden zwischen Flughafen Zaventem (BE) und Flughafen Schiphol (NL).

Doch, das sollte schon möglich sein. Die Belgier brauchen ja nicht zuerst nacht Zaventem zu fahren, sondern könnten direkt in Brüssel oder Antwerpen in den Zug nach Amsterdam, ev. mit Zwischenhalt in Schiphol, einsteigen.


b. Bodenseetouristen, die mit dem Flieger nach Friedrichshafen fliegen, wird man vermutlich auch nicht auf die Bahn verlagern können. Die Stadt ist zu weit vom europaweiten HGV-Netz entfernt. Selbe Geschichte für Flughäfen die überhaupt keine Bahnanbindung haben, wie Weeze oder Frankfurt Hahn.

Ulm-Friedrichshafen gemäss D-Takt 1 Stunde.


c. Die Bahn hat die besten Chancen bei umsteigefreien Kurzstreckenflügen zwischen Grossstädten. München-Prag, Prag-Warschau, Prag-Venedig, Prag-Mailand. Nur schade, dass die Anzahl solcher Verbindungen recht gross ist, und das EU-HGV-Netz sie nicht alle abdecken kann.

Das Netz muss eben so konzipiert werden, dass möglichst viele davon so gut wie möglich abgedeckt werden können.

d. Solange Flüge spottbillig bleiben, werden die Fluggesellschaften von den ganzen HGV-Vorhaben der EU kaum beeindruckt sein.

Dazu stellen sich dann auch noch gewisse fiskalische Fragen.

Zu 1b: ja, es wird gebaut, aber es ggeehhtt nnnuuurrr sssseeeehhhhrrrr llllaaaannnnggggssssaaaammmm vvvvvooooorrrrraaaaannnnn...
Etwa 2042 ist der Ausbau fertig.

Mag ja sein, aber das tut hier nichts zur Sache. Der Ausbau läuft und wird durch die Planung neuer und zusätzlicher Vorhaben jetzt sicher nicht noch zusätlich verzögert. Wenn man Lehren aus den eingetretenen Verzögerungen ziehen will, müsste man halt mal analysieren, welche Fehler gemacht wurden.

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