Planungsauftrag erteilt (Allgemeines Forum)

SPFVG, Samstag, 27.03.2021, 15:07 (vor 24 Tagen) @ Twindexx
bearbeitet von SPFVG, Samstag, 27.03.2021, 15:09

Hoi,
Ich denke, es ist sogar so, dass wenn man nur auf eine Schnellfahrstrecke aus ist, am Ende erst Recht gar nichts passiert. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Hätte sich die Schweiz auf eine Schnellfahrstrecke nach München versteift und keine realitätsbezogenen Abklärungen zur Machbarkeit verschiedener Lösungen vorgenommen, wäre bis heute im Allgäu absolut gar nichts passiert. Mit einigem Wille sollte eine Elektrifikation Regensburg-Pilsen drinliegen, mit etwas Glück sogar noch taugliche Neigezüge. Auf mehr würde ich aber keinesfalls setzen, da ich realistisch betrachtet dem keine Chancen einräume.

Ne Neigezüge gibt es zum Glück nicht. Es gab vor ein paar Jahren ne Studie mit billigem NT-Ausbau, der fast keine Neuerungen gebracht hätte, durch Pflanzen von OBerleistungsmasten aber die schlechte Trassenführung auf Jahre zementiert hätte. Aber es gab auch noch eine konventionelle Variante, v.a. im tschechischen Teil mit viel Neubaustrecke.

Auf was man sich am Ende geeinigt hat, wurde nicht ganz klar, aber aus tschechischen Quellen wurde letztens bestätigt, dass man konventionell ausbaut. Damit der Fahrplan passt, müsste dann auch in D entsprechend ausgebaut werden. Dort war eine NBS zur Umgehung Maxhütte-Haidhof geplant, die auch die ICs nach Hof-Dresden etwas beschleunigen würde.

Dieser konventionelle Ausbau ist schon ganz gut - denn er ließe sich weiter ergänzen, z.B. einer Güterkurve an Schwandorf vorbei, die auch ein paar ICE-Sprinter nutzen könnten. Im Moment ist Schwandorf dagegen, aber solange die ihre EC/ICs behalten, sollte es ok sein.

Desweiteren war in frühere Ausbauplänen ein Tunnel unter der Grenze geplant, welches aktuell ebenfalls noch fehlt, auch das könnte man dann irgendwann in ~50 Jahren nachrüsten.

Wichtig ist jetzt erst mal der vernünftiger Ausbau mit Fahrdraht, dass das ganze Herumgekuppel mit Dieselloks entfällt und eine gute Basis (=gerade Streckenführung), auf der man weiter aus-/aufbauen kann. Das wäre mit der damaligen konventionellen Ausbau-Planung gegeben. Auf Openrailwaymap hat auch schon jemand die tschechischen NBS-Abschnitte ergänzt. Die findet man passenderweise v.a. in aktuellen 80er-Abschnitten, die 100er werden beibehalten, da dort noch Radien aufgeweitet werden können. Entwurfsgeschwindigkeit 200.

Wenn dann auch der Güterverkehr die neue Route entdeckt - aktuell laufen einige Güterzüge Bayern-Tschechien über Dresden(!) - dann wäre auch schnell der größerer Nutzen für einen weiteren Ausbau da.

Wie man es richtig macht sieht man bei den Sachsen, die haben vor gerade mal 6-7 Jahren die Idee mit dem Neubautunnel aufgegriffen und jetzt wird das schon geplant. Aber die haben halt auch schon den ganzen Güterverkehr, mit dem sie die Kosten-Nutzenrechnung pushen können.

Grüße

S.


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