Planungsauftrag erteilt (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Göding, Samstag, 27.03.2021, 16:35 (vor 24 Tagen) @ SPFVG

Natürlich spielt das Potential wieder eine Rolle. Hier gibt es sicher Untersuchungen, wie viele Fahrgäste von Flug, Auto und Bus gewonnen werden können. Aber auf jeden Fall ist es sicher nicht atemberaubend viel, aktuell sowieso irgendwas gegen Null (morgen geht's ja wieder los).

Aber realistischerweise sollte getrennt werden in eine kurzfristige, mittelfristige und langfriste Verbesserung. Aktuell ist es so:

1. Kurzfristig: Rein gar nichts, Tunnel vor Pilsen hat einige Minuten gebracht, aber die wurden mit dem Fahrplanwechsel zur Hälfte wieder zugeschlagen.
2. Mittelfristig: auch nicht viel in Sicht.
3. Langfristig: Prag-Beraun im Tunnel, Pilsen-Taus praktisch Neubau (2. Gleis, massive Begradigungen, Elektrifizierung).

Eine optimierte Variante wäre:
1. Kurzfristig: Kurve Schwandorf, durchgehende Bespannung Prag-Regensburg (Prag-Pilsen ist eh Kohle im Fahrdraht, viel umweltfreundlicher als ab Prag zu dieseln ist es nicht. Steigungen gibt es kaum, Vmax 140 reicht, Züge nach München auch bei Fahrgastzuwachs eher leicht). Zeitgewinn um die 30 Minuten (Schwandorf 20, Lokwechsel und Aufenthalt in Pilsen 10).
2. Mittelfristig: Dieseltriebwagen mit Neigetechnik als Sprinter, Lokwechsel in Regensburg würde entfallen, Strecken in D und CZ teils bereits für NT ausgebaut). 10-15 Minuten wären drin, evtl. sogar mehr (wenn er als Sprinter fahren würde, etwa Nonstop München-Regensburg).
3. Langfristig: Günstig trassierte SFS (Kostenersparnis durch Verzicht auf lange Tunnels) Prag-Pilsen (evtl. an Pilsen vorbei mit ICE Bahnhof vor der Stadt oder Einfädelung für haltenden Züge) - Nürnberg (evtl. sogar mit einem Bahnhof Amberg ICE?). Machbar wäre Prag-Nürnberg in 1:20, Stuttgart und Frankfurt in der Grössenordnung 3-3:30, München über Nürnberg 2:30 (mit Verbindungskurve 2:15). Plus Beschleunigungen in Tschechien (Prag-Marienbad-Eger entweder über Anbindung durch Pilsen oder Verbindungsstreck weiter westlich), Prag-Pilsen in einer halben Stunde, schneller RE Amberg-Nürnberg.

Dies kurzfristige Variante ist günstig zu haben 1-2 km Kurve vor Schwandorf ist der einzige Knackpunkt, der Rest ist vorhanden.
Mittelfristige Variante erfordert kaum Investitionen. Ob Neubeschaffung oder ältere Triebwagen für den Fernverkehr aufmotzen ist dann nur ein Detail.
Langfristig als Option, Planungshorizont wäre 2035-2040 - aber die geplante Variante ist auch nicht rascher realisierbar (Tunnel hinter Prag dauert eine ganze Weile noch, Pilsen-Taus wird ein Stückwerk sein mit Teileröffnungen und längere SEV-Perioden bis mindestens 2030).

Bei Option 3 ist aber eben die offene Frage, wie viele Fahrgäste hier gewonnen werden könnten. Ab Prag nach Nürnber, München, aber auch Frankfurt, Köln, Stuttgart etc. Und letztlich ist es eine politische Entscheidung, wie viele Fahrgäste eine Neubaustrecke rechtfertigen. In Spanien gelten (obwohl die Wirtschaftsleistung bescheidener ist) andere Massstäbe als in Deutschland. Eine ganz grosse Diskrepanz ergibt sich im Vergleich mit dem Autobahnausbau, wo Prag-Dresden (extrem schwieriges Gelände) und Prag-Rosshaupt der Sprung von gemütlichen Landstrassen zu einer luxuriös ausgebauten Autobahn möglich war.


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