was kommt danach? (Fahrkarten und Angebote)

liebe70, Mittwoch, 03.03.2010, 02:17 (vor 6000 Tagen) @ Thomas_77

Benjamin, volle Punktzahl für dich. Ich gebe dir absolut Recht ...

Ja, denn Du hast Dich auch nicht mit den Hintergründen befaßt. Auf der Konzernseite der Bahn gibt es jede Menge Wissenswertes, neben dem Stationspreissystem auch beispielsweise das Trassenpreissystem und diverse Netzzugangsbedingungen, Geschäftsberichte und so weiter.

...und möchte einen Schritt weiter gehen: was wird nach so einem Sonntag passieren? NICHTS. Leider.

Und? Was passierte denn nach Lothar und Kyrill? Schwaches Gedächtnis?

Weil sich die DB als verselbstständigter Konzern wieder hinter sich selbst und seiner Komplexität versteckt.

Weil die Eigentümerin Politiker - die sie nicht mehr braucht - bei der Bahn mit Posten und Pöstchen versorgt (ist/war bei jedem Staatskonzern so) und dem Konzern dauernd reinquatscht. Weil die Eigentümerin heute "hüh" und morgen "hott" schreit. Weil sie nicht weiß was sie will - und vermutlich auch keine Ahnung hat, daß ein Dienstleistungsunternehmen schon gut ist, wenn es eine schwarze Null erwirtschaftet. Gewinn kann man nämlich nur erwirtschaften, wenn man nicht auf Teufel komm raus börsenfähig gemacht wird, sondern das Geld sinnvoll reinvestiert und sich einen guten Namen macht. Erst dann kann man auch mal überlegen an die Börse zu gehen, aber nicht umgekehrt! Die Politik wollte mit dem Börsengang der Bahn ihre marode Haushaltskasse sanieren, was gründlich daneben ging.

Weil die Mitarbeiter durch ihre Führungskräfte offensichtlich nicht motiviert werden können.

Klar doch. Die bösen Mitarbeiter mal wieder. Weißt Du, was die Mitarbeiter als "Motivation" bzw. "Dank" bekommen haben, nachdem sie das Chaos durchstanden, gemeinsam mit den Reisenden aufgrund von Fehlern, die nicht sie als Mitarbeiter begangen hatten? Willst Du es wissen? Ja? - Kannstz Du haben: Einen 08/15-Dankesbrief, dessen Inhalt sowieso niemand glaubte - und einen DB-Schal vom UBK-Versender Dohmen. Der kostet 13,85 Euro. Eine wahrlich "tolle" Motivation für die Mitarbeiter. Manche warteten den ganzen Winter auf UBK-Teile, wie vernünftige Winterhosen. Die konnte Dohmen natürlich nicht liefern, neben einigem anderen mehr. Wirklich, sehr motivierend. :-(

Ich bin dringend dafür, beim Staatsunternehmen etwas mehr Betriebswirtschaft walten zu lassen und Low-Performer im Personal rigeros auszusortieren.

Bla bla. BWLer hat das Unternehmen wie Sand am Meer, bloß haben die keine Ahnung von der Bahn. Jahrelang gewachsene Strukturen wurden durch solche und andere Gestalten ohne Not kaputtgemacht und am falschen Ende gespart.

Beispiele gäbe es genug (RB FFM-Mannheim, ICE 50). Wenn ich so arbeiten würde, hätte ich wohl schon Hartz IV.

Ja, das böse Zub. Selbst keine Ahnung von den Hintergründen, aber groß auf die Kacke hauen. Ich gehe recht in der Annahme, daß die Zahl in Deinem Nicknamen Dein Geburtsjahr ist? Herzlichen Glückwunsch dazu! Als die DB AG gegründet wurde, warst Du 17 und hast vermutlich Dein Abi gemacht. Da hatte ich schon die was weiß ich wievielte Weiterbildung hinter mir: Geprüfter Weichenwärter, Fahrdienstleiter und Aufsicht auf zwei Bahnhöfen. Zugführer bei der Reichsbahn.

1991 Verwendungsfortbildung bei der Bundesbahn
1991 Wagentechniker im IC-Verkehr
1997 im weitesten Sinne eine Gastroausbildung
2000 Einweisung in den ICE-T
2001 Einweisung in den ICE 1 und ICE 2
2005 Sicherheitstraining Zub Fernverkehr
2007 Einweisung in den ICE 3
2008 Deeskalationstraining Zub

Die jährlichen Seminare habe ich nicht mitgezählt.

Als ich 1990 im Zub anfing, hatte ich schon ein paar Jahre Stellwerksdienst hinter mir. Was weißt Du denn von der Bahn und deren Strukturen?

Die Veränderung der Strukturen, die ich mitmachte, nur allein im Zugbegleitdienst:

GANZ WICHTIG: Ich möchte nicht pauschal schimpfen, ...

Machst Du aber.

...sondern ausdrücklich die (vor allem jungen!!!) engagierten Mitarbeiter der DB loben.

Klar, die jungen Mitarbeiter sind die wichtigsten. Größtenteils vom Betriebsdienst keine Ahnung, wissen aber wie man das Tablett mit Kaffee schwingt. Ach ja, ganz vergessen: Tarifkenntnisse. Sind weitestgehend auch nicht vorhanden, werden aber übertüncht mit supernetter Freundlichkeit. Das freut den Reisenden doppelt...

Und dies tue ich auch regelmäßig im "Kundendialog". Leider ist das aber noch nicht der überwiegende Teil...

Was ist Dir lieber: ein supernetter und überfreundlicher junger DB-Mitarbeiter, der Dir den größten und falschesten Mist verkauft oder ein etwas brummiger und älterer Mitarbeiter, der Dir aus dem Gedächtnis richtig den Tarif erklärt, und zwar sowohl den alten der Bundes-/Reichsbahn als auch den neuen der DB AG?

Gruß, Ralf


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