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Alphorn (CH), Dienstag, 23.02.2010, 22:01 (vor 5888 Tagen) @ Oscar (NL)

Aber soweit ich weiß, sind neue Fahrzeuge unterwegs.
1. neue IC-Doppelstocktriebwagen für Tempo 200
2. neue S-Bahn Doppelstocktriebwagen für Zürich
Und war auch nicht mal die Rede von der Entwicklung eines Einheitswagens 5?

3. 121 Niederflur-Doppelstockwagen für die S-Bahn Zürich
Aber all das dauert: Die ICs sind noch nicht mal bestellt, die 50 S-Bahn-Doppelstocktriebzüge sind erst 2015 alle ausgeliefert, die Doppelstockwagen erst 2016. Noch länger dauert's, bis mehr Schienen gebaut werden können - es ist wegen der NEAT einfach wenig Geld da (Gedankenspiel: Ein entsprechend grosses Projekt in Deutschland würde 133 Milliarden Euro kosten!).

Dann kann es im Extremfall passieren, dass auf einer 300 km/h Rennbahn wie N-IN ein 120 km/h Desiro-Doppelpack von Vogtlandbahn rumbummelt.

Unter anderem deswegen finde ich, dass die Fahrplangestaltung in (halb)staatliche Hand gehört. Viele Aspekte des Bahnverkehrs sind ein natürliches Monopol.

Fällt mir noch was ein: ich habe im SBB-Netz bisher nur 1 BÜ gefunden, er liegt halbwegs zwischen Zürich und Sargans.

Auf Nebenstrecken sieht das natürlich anders aus. 2007 gab es noch 5519 Bahnübergänge, siehe Bahnonline. Die werden aber laufend weniger; Pech für die Autofahrer - oder auch Glück: Unfälle werden immer seltener.

[12-14 Züge pro Stunde und Richtung sind bei uns normal]

1. Anschlüsse kann man nich abwarten, weil der eine Zug abfahren muss; es kommt ja bald wieder einen neuen Zug der das Gleis benötigt;
2. Es gibt zu wenig Überholstellen, dadurch bummeln ICs hinter RBs. Zwar hat sich das Problem die letzten Jahre erleichtert, aber dadurch, dass die ICs jetzt öfter halten und nicht dadurch, dass die ICs die RBs überholen können.
3. Es gibt Wartezeiten gerade vor den Bahnhöfen in Utrecht, Den Bosch und Eindhoven, weil wieder kein Gleis frei ist.

1. Ist ja bei solchen Frequenzen kein grosses Problem
2. OK, man verliert Zeit auf der Strecke, dafür gewinnt man Zeit an den Bahnhöfen. Vielleicht könnte man die RBs abwechselnd sprinten lassen? Die erste RB bedient die Stationen A b c d H, die nächste bedient A e f g H, wobei A und H die grossen Städte sind? Etwas ähnliches gibt's bei der S-Bahn Zürich: Einige Linien sammeln im Hinterland die Passagiere ein und fahren dann praktisch ohne Halt bis Zürich, während die näheren Stationen einer anderen Linie bedient werden.
3. Klar, die Infrastruktur muss aufeinander abgestimmt sein.

Aber in NL gibt es das von Dir genannten Teufelskreis noch mehr als in DE, und unsere Regierung kann den Menschen auch nur geben was sie wollen (*). Daher weniger Investitionen pro Einwohner in das Bahnsystem.

Schade, denn eigentlich haben die Niederlande mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte und dem guten Taktfahrplan doch beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bahn. Vielleicht kommt's ja noch, Bahnen (insbesondere Strassenbahnen) sind ja wieder hip.


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