Schienenverkehrszuwachs in Europa (Allgemeines Forum)

sappiosa, Montag, 22.02.2010, 23:42 (vor 5886 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo Alphorn,

Einige Besonderheiten hat die Schweiz zu bieten, wie weit das auch für andere Länder gilt, weiss ich nicht:

OK, schauen wir uns das mal an:

  • Lange etablierte, grosse Verbundgebiete: Mit jedem Ticket kann man in jedes Verkehrsmittel setzen, dass einen näher zum Ziel bringt. Beispielsweise ist der ganze Kanton Zürich ein Verbund.

Das ist aber in Ballungsräumen in Deutschland kaum anders. Der hiesige Rhein-Main-Verkehrsverbund ist viel größer als der Kanton Zürich, wie andere Verkehrsverbünde auch. Einziger Unterschied ist, dass Fahrkarten in Fernzügen nicht gelten - sonst aber auch in allen Verkehrsmitteln.

[*]Billige Bahncard. Sobald man mal etwas investiert hat, ist man motiviert, möglichst oft die Bahn zu verwenden

In Deutschland auch, aber teurer und leider im Rahmen der Lidl-Tickets u.ä. vernachlässigt.

[*]ITF im Kleinen: Wenig bekannt sind die vielen regionalen Knotenbahnhöfe, wo Bahn und Bus verknüpft werden, z.B. Schwerzenbach. Bei Halbstundentakt kommt auf einer Fahrt alle 15 Minuten so ein Knoten, sodass per Bus nur noch eine kurze Reststrecke zum Endziel zurückgelegt werden muss.

Wird in D örtlich organisiert, aber "Nahverkehrs-ITF-Knoten" gibt es durchaus etliche; hier in der Gegend wäre etwa Friedrichsdorf zu nennen.

[*]Merkbare Fahrpläne. Saubere Takte werden konsequent eingehalten.

War in Deutschland eigentlich auch schon so, leider kommt man im Fernverkehr wieder langsam davon ab.

[/list]

Och, da fallen mir noch mehr Pluspunkte der SBB ein:

Schienenverkehrsanteil Schweiz 2000: 12.6% 2008: 16.1% Quelle

*pfeifanerkennend*
Die Zahlen muss der Schweiz erst mal jemand nachmachen.

Vielleicht kommt die inzwischen offenbar zunehmende Nörgelei mancher Schweizer über Störungen der Bahn auch daher, dass irgendwann bei solch einer Auslastung selbst die Zuverlässigkeit der SBB an ihre Grenzen stößt. Aus meiner Sicht von außen sind das aber Luxusprobleme. Ich war in den letzten Jahren des öfteren in der Schweiz mit der Bahn unterwegs - mit der einzigen Ausnahme des notorisch unzuverlässigen Cisalpino hat immer alles tipptopp gepasst.

HGV soll einfach nicht dazu führen, dass der volumenmässig viel wichtigere Nahverkehr vernachlässigt wird.

Die muss man nicht gegeneinander ausspielen. In Frankreich spielt der Nahverkehr überhaupt keine Rolle, außer im Ballungsraum Paris. Und in Deutschland würde ich von einem Netzkonzept erwarten, beides zu verbinden.

Und es spricht nichts dagegegen, auch einen HGV als integralen Taktfahrplan zu planen.

Exakt meine Rede!

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


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