NBS Nürnberg - Regensburg (Allgemeines Forum)

ThomasK, Donnerstag, 28.03.2019, 13:23 (vor 2635 Tagen) @ Paladin

Und da gibt/gäbe es dringlichere Projekte: Beschleunigung Berlin-NRW; durchgehende Ertüchtigung NRW-Hamburg, Y-Trasse Hamburg/Bremen-Hannover, Fulda Frankfurt, Nürnberg-Würzburg, eigentlich auch ein HGV-Lückenschluss Erfurt-Kassel/Fulda


Das ist doch völlig unbestritten, dass die Y-Trasse Hamburg/Bremen - Hannover gebaut werden muss. Die Grünen in Niedersachen haben den Mist mit Alpha E verbockt.

Frankfurt - Fulda/Würzburg sollte mit einer Mottgers Spange gelöst werden und dabei sowohl zwischen Frankfurt und Fulda als auch zwischen Frankfurt und Würzburg eine Kantenzeit von 45 Minuten erreicht werden.

Auch das ist unbestritten.

Zur NBS Göttingen - Erfurt habe ich mich schon geäußert. Dummerweise haben unsere politischen Pfeifen die Strecke Göttingen - Altenbeken teilweise eingleisig zurück gebaut, sodass mit der NBS Göttingen - Erfurt auch die Bestandsstrecke Altenbeken - Göttingen wieder neu aufgebaut werden muss.

Die Kantenzeit Bielefeld - Hannover von 30 Minuten ist ebenso unbestritten wie die Kantenzeiten von jeweils 45 Minuten Osnabrück - Bremen und Bremen - Hamburg nebst zweigleisigem Ausbau Lünen - Münster und einer NBS Osnabrück - Bohmte, nebst Halbstundentakt Dortmund - Bremen - Hamburg im SPFV. Alles Konsens, alles schon x Mal diskutiert, dass die NBS Osnabrück - Bohmte die Kantenzeit Osnabrück - Bremen von 45 Minuten sicherstellt.

Aber zur NBS Nürnberg - Regensburg habe ich mich jetzt zum ersten Mal geäußert und muss feststellen, dass sie zwar nicht so dringlich wie die anderen Projekte ist, aber etwa im Zeitraum 2035 - 2045 gebaut werden sollte.

Es geht aber um viel mehr. Die Eisenbahn will auch in der Relation Wien - Frankfurt gegenüber dem Luftverkehr einigermaßen konkurrenzfähig sein. Eine Beschleunigung des Zugverkehrs zwischen Würzburg und Regensburg um eine ganze Stunde nebst Fixierung der ITF-Vollknoten Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Plattling, Passau im Abstand von jeweils 30 Minuten hätte fantastische Auswirkungen.

Zugegeben: In der Relation Düsseldorf - Wien bleibt es für die Eisenbahn gegen das Flugzeug schwierig, aber auch da sollte man mit der Mottgers Spange, der NBS Würzburg - Nürnberg und der NBS Nürnberg - Regensburg und einer Beförderungszeit Düsseldorf Hbf - Wien Hbf von ca. 6:15 Stunden etwa 20 % der Fluggäste auf die Bahn hinüberziehen können. Aber klar, das bleibt schwierig.


Die Schweizer machen das richtig: Sie sagen, dass sie jetzt kein Geld dafür haben, die NBS Olten - Zürich zu bauen, aber sie stellen im Sinne einer vorausschauenden Planung schon die Weichen dafür, dass JETZT die NBS Olten - Zürich berücksichtigt wird. Gleiches gilt für den Durchgangsbahnhof Luzern.

Und genau darum geht es mir: Jetzt ist zwar noch kein Geld für die NBS Nürnberg - Regensburg da, aber im Hinblick auf den dreigleisigen Ausbau der Bestandsstrecke bis Neumarkt (Oberpfalz) sollte die künftige NBS Nürnberg - Regensburg bereits jetzt berücksichtigt werden. Da geht es um die Flächenfreihaltung und vieles andere mehr. Man könnte ja schon jetzt mit der Planung anfangen und wenn man dann einen rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss hat, dann hat man 3651 Tage Zeit, um mit dem Bau beginnen zu können. Bis dahin wird dann die Finanzierung stehen.

Genauso war es übrigens beim S-Bahn-Gleis Maisach - Nannhofen (heute Mammendorf). Intelligenterweise hat die Deutsche Bundesbahn auf Vorrat geplant. Es war kein Geld da. Die Planfeststellung war rechtskräftig. Zwei Wochen vor dem Verfall des Baurechts war der politische Druck so groß, dass aus einem Sondertopf die Finanzierung sichergestellt wurde und der Bau dann konsequent ohne Einsprachen durchgesetzt werden konnte. Es gab zwar Proteste, aber da der Planfeststellungsbeschluss bereits seit 10 Jahren minus zwei Wochen rechtskräftig war, konnten die emotionalen Kleingeister, die erst später an die Bahnlinie hingezogen waren, den Bau zum Glück nicht mehr verhindern.


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