NBS Nürnberg - Regensburg (Allgemeines Forum)

ThomasK, Donnerstag, 28.03.2019, 12:30 (vor 2635 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von ThomasK, Donnerstag, 28.03.2019, 12:32

Es gibt in der Politik eben auch noch andere Themen als die Eisenbahn, die uns im Forum hier durchaus interessiert, mit Blick auf die Bevölkerung aber an Bedeutung verliert. Da pauschal mit einer Diffamierung „geistig unbeweglich“ zu kommen, halte ich für überheblich.

Das ist überhaupt nicht überheblich. Die Leute bekommen eben nichts mit.

Jüngstes Beispiel: Verkehrskonferenz.

Nach 17 Stunden wurden die Verhandlungen mitten in der Nacht abgebrochen. Die Ziele zur CO2-Einsparung wurden - wie nicht anderes zu erwarten - natürlich nicht erreicht.

Grund: Denkverbote der Bundesregierung.

https://www.klimareporter.de/verkehr/verkehrskommission-vorerst-gescheitert


Und wenn es Ziel der Bundesregierung ist, die Zahl der Fahrgäste zu verdoppeln (nebenbei bemerkt: bis 2030 und nicht bis 2050), dann MUSS man dafür auch etwas tun. Und eine Verdoppelung der Fahrgäste bedeutet MINDESTENS 35% mehr Zugkilometer. Das scheint einigen überhaupt nicht klar zu sein.

Abgesehen davon: 300 km/h NBS Nürnberg-Regensburg geht wohl an der realen Dringlichkeit von NBS-Projekten vorbei. Von KNF ganz zu schweigen.

Lass dir gesagt sein: Nürnberg - Regensburg ist Teil der wichtigen europäischen Achse NL - Köln - Frankfurt - Nürnberg - Wien - Budapest und wenn es zu einer gewaltigen Umlenkung des Verkehrs auf die Schiene kommen soll und muss, dann WIRD auch zwischen Nürnberg und Regensburg eine NBS notwendig werden, wenngleich noch nicht in den nächsten 10 Jahren. Aber allerspätestens bis 2045 MUSS die Strecke stehen.

Aber für eine vorausschauende Planung, die nicht nur von Zwölf mit Mittag denkt, sollte schon jetzt auf eine Aufwärtskompatibilität der Planungen geachtet werden.

Obwohl der Bundesverkehrsminister spart ohne Ende, musste er zähneknirschend einräumen, dass aufgrund der fehlenden NBS bereits JETZT ein dreigleisiger Ausbau der Bestandsstrecke bis Neumarkt (Oberpfalz) notwendig ist. Das scheint an dir ebenso vorbei gegangen zu sein, wie die Tatsache, dass auch noch die Überholbahnhöfe massiv ausgebaut werden müssen, da aktuell die 740 m langen Güterzüge nicht überholt werden können, was die Leistungsfähigkeit der Strecke extrem einschränkt.

Vorgesehen ist zudem im SPNV, dass als aktuelles Grundangebot künftig sowohl die RB als auch der RE im Stundentakt fahren soll. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur sind zusätzliche HVZ-Verstärker derzeit nur zwischen Nürnberg und Neumarkt sowie zwischen Parsberg und Regensburg möglich.

Nebenbei bemerkt: Künftig WIRD aufgrund von Dürrezeiten die Verfügbarkeit des Main-Donau-Kanals noch wesentlich öfters eingeschränkt werden, als das bisher der Fall war, sodass immer öfter die Schifffahrt ausfällt. Der Güterverkehr sollte dann aber auf der Schiene transportiert werden und nicht auf der Straße.

Zwar ist eine NBS Nürnberg - Regensburg von der Dringlichkeit nicht so hoch anzusetzen wie eine NBS Würzburg - Nürnberg, aber es ist völlig klar, dass auch diese NBS spätestens 2045 in Betrieb sein sollte, wenn die Verlagerungsziele und die SPNV-Ausweitungen umgesetzt werden müssen.

So absurd, wie du das versuchst, darzustellen, ist eine NBS Nürnberg - Regensburg keineswegs. Man sollte sich dann auch mal mit den Fahrplan- und Betriebskonzepten beschäftigen.


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