ETCS-Kritik selten opportun; Class B partiell weiterführen? (Allgemeines Forum)

Chrispy, Samstag, 27.05.2017, 21:36 (vor 3228 Tagen) @ sb
bearbeitet von Chrispy, Samstag, 27.05.2017, 21:36

Hinzu kommen neue Schwierigkeiten durch ETCS: europaweite Harmonisierung (langwierige Ratifizierungsprozesse), noch immer fehlende Spezifikationen für diverse Funktionalitäten und heutige Technologiestandards (Stichworte GPRS, LTE etc.), vgl. auch zitierten Bericht:

"ETCS funktioniert problemlos auf offenen Strecken. Sobald die Topografie abwechslungsreicher wird, wird es aufwendiger. Auch in Bahnhöfen, oder wenn Züge rangiert werden, gibt es ungelöste Probleme. Zudem sind die Systeme sehr komplex und müssen laufend nachgerüstet werden."

Genau das sehe ich auch als Hauptgrund für die hohen Kosten: Der Standard war zu Beginn noch nicht ausgereift. Viele Funktionalitäten wurden im laufe der Zeit hinzugefügt, was natürlich hohe Entwicklungskosten für die Industrie mit sich bringt. Mit der Baseline 3 dürften die meisten dringlichen Neuerungen jedoch abgedeckt sein.
Allerdings steht um 2030 schon neues Ungemach ins Haus. Laut einem Artikel der Schweizer Eisenbahn Revue (06/2017) wird der GSM Standard und damit auch GSM-R von der Mobilfunkindustrie nicht mehr Unterstützt. D.h. es wird ab 2030 nicht mehr möglich sein, GSM-Ersatzteile zu kaufen. Die Nachvolgetechnologie wird den Vorteil der paketbasierten Datenübertragung aufweisen, jedoch müssen dafür sämtliche Triebfahrzeuge und Strecken umgerüstet werden. Das dürfte einige Milliarden kosten.


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