Sammelantwort auch @ Mario (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Dienstag, 20.08.2013, 11:40 (vor 4614 Tagen) @ Mario

Wir müssen dazu erst einmal ein paar wichtige Fakten festhalten, die die DB schon mehr oder minder offiziell bekannt gegeben hat.

1.) In Erfurt soll ein Knoten zwischen Nah- und Fernverkehr eingerichtet werden. Dazu werden sämtlich Taktzüge in einen nur etwa 20 min breiten Zeitfenster in Erfurt fahren.

Soweit klar.

2.) Von München nach Berlin sollen die Taktzüge eine alternierende Linienführung über Halle und Leipzig bekommen.

Ist das schon offiziell beschlossen?

S.i.w. ja. Leipzig soll alle zwei Stunden eine Direktverbindung mit München behalten. Das Potential dieser Stadt ist ja auch etwas größer als das von Halle.

3.) Sowohl die beiden NBS Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Gröbers-Leipzig als auch die ABS Eisenach-Erfurt sollen mit ETCS ausgerüstet werden. Laut eines FDL aus dem ESTW Eisenach übrigens letztere im Jahre 2017, nächstes Jahr soll der letzte Bü bei Schönau entfernt werden.

Soweit auch ok.

4.) Der Stundentakt Leipzig-Berlin kann in Anbetracht der Bedeutung für Pendler als gesetzt gelten.

Soweit auch Zustimmmung.

Aus 1. und 2. folgt, dass die ICE München-Berlin aufgrund der unterschiedlichen Laufwege in Berlin keinen exakten Stundentakt bilden werden. Aus diesem Grund können nicht beide Linien für einen 30 min-Takt nach Hamburg herangezogen werden.
Heute ist die Linie 28.2 via Leipzig diejenige Linie, welche nach Hamburg weiter geführt wird. Das ist auch sinnvoll, da Leipzig-Hamburg wohl mehr Nachfrage erzeugt als Halle-Hamburg.

Wie groß wäre denn die Fahrzeitdifferenz, wenn man die ICEs Erfurt-Berlin einmal über Leipzig und einmal über Halle führt?

Erfurt-Halle soll 31 min (mit ICE-T eher 33 min), Erfurt-Leipzig 39 min (mit ICE-T eher 42 min) dauern.
Halle-Berlin sollte mit Ausbau der Strecke nach Bitterfeld in 62 min zu schaffen sein.
Leipzig-Berlin geht auch in 62 min, jedoch derzeit nur 66 min.
In Leipzig kommen noch Kopfmachen und Anschluss nach Dresden hinzu > zusätzliche Standzeit.

Insgesamt wird Erfurt-Halle-Berlin wohl 15 min schneller sein als Erfurt-Leipzig-Berlin.

Aus 2. und 4. folgt, dass es eine Ergänzungslinie Leipzig-Berlin geben muss, die sich für einen Stundentakt nach Hamburg anbietet. Eine Stückelung dieses kurzen Zuglaufes in Berlin ist betrieblich und verkehrlich kaum sinnvoll. Das wird heute nur deshalb in einzelnen Zeitlagen gemacht um ICE-A und ICE-T in Berlin gegeneinander zu tauschen.

Wie gesagt sehe ich kein Problem, die beiden Zugläuft München-Berlin über Halle und über Leipzig hier genau 30min-synchron zu bekommen, womit dieser Punkt hinfällig wäre.

Die Frage ist, ob die ICE-T ausreichen um Frankfurt-Leipzig-Berlin-Hamburg zusätzlich damit zu fahren. Die Insellösung bietet den Vorteil, dass man hier keine ETCS-Fahrzeuge "verschwenden" muss, da keine Weiterführung nach Südwest enthalten wäre.

Aufgrund 3. folgt, dass alles was südlich von Berlin verkehrt wohl bis auf weiteres mit ICE-T gefahren werden wird, da nur die ICE-T bisher ETCS erhalten haben. Ob die ICx bis 2018 am Start sind, ist ja noch nicht klar und der Umbau der ICE1 ist ja auch noch nicht in trockenen Tüchern.

Warum 2018? Die ICx sollen doch ab 12/2017 eingeführt werden, also ein Jahr früher, so dass ihre Inbetriebnahme damit genau zu Eröffnung der NBS Ebensfeld-Erfurt passen würde.

Ich meine den Jahresfahrplan 2018, der selbstverständlich wohl schon Ende 2017 beginnen wird, wenn man bis dahin das aktuelle Schema der Fahrplanwechsel beibehält.
Ich persönlich denke ich Anbetracht der Velaro-Probleme aber eher, dass die ICx erst 06/2018 oder 12/2018 kommen.

Die ICE3M scheiden aufgrund der geringen Stückzahl und der benötigten Zulassung für Frankreich und Belgien wohl bis auf einzelne Sprinter hier auch aus.

Der ICE3M wäre hier auch völlig deplaziert. Die braucht man für die Verkehre über die Rennbahn.

Die Linie Leipzig-Berlin-Hamburg wird wohl als Insellinie fahren, da man dafür kein ETCS benötigen wird. Ich gehe stark davon aus, dass man die dann schon altersschwachen ICE 1 hier ihren Lebensabend abstottern lassen wird, da die Strecke aufgrund der geringen vmax und der Anbindung an das Hamburger Werk die geringste Belastung für diese Züge erzeugen wird.

Wie gesagt wäre so eine Insellinie nicht nötig. Siehe dazu meine Ausführungen oben. Mit den ICEs München-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin-München und Frankfurt-Erfurt-Leipzig-Berlin ist dieser Bündelungsbereich hervorragend und bedarfsgerecht bedient.

Das würde aber erheblichen Mehrbedarf an ETCS-Fahrzeugen erfordern. Das setzt wirklich eine pünktliche Lieferung der ICx voraus, die ich persönlich nicht als automatisch gegeben annehmen kann.

Die ICE München-Leipzig-Berlin-Hamburg werden aufgrund der ETCS-Notwendigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunächst mit ICE-T und erst später mit ICx gefahren werden.

Nochmal: ICx und NBS Ebensfeld-Erfurt sollen BEIDE 12/2017 in Betrieb genommen werden und nicht der ICx ein Jahr später. Deshalb wäre dein Szenario nur ein möglicher Notfallplan, falls der ICx nicht rechtzeitig in Betrieb gehen könnte.

Ja, damit hast du recht. Siehe auch schon meine Ausführung oben.

Wie ich schon schrieb, werden die Hallenser ICE aufgrund des anderen Laufweges versetzt in Berlin ankommen. Sie würden sich sicherlich anbieten den bisher postulierten Stundentakt zu ergänzen. Andererseits gehe ich davon aus, dass man auch weiterhin die Küstenstädte Rostock und Stralsund von München aus bedienen werden wird, zumal die Reisezeiten ja deutlich geringer werden und somit die Nachfrage noch etwas zunehmen sollte.

Ich verstehe nicht ganz, inwiefern dieser Punkt genau für deinen Vorschlag für die Halbkreislinie sprechen soll.

Man wird nicht alle Münchner ICE nach Hamburg verlängern, somit sind die Frankfurter Züge die logische Wahl um diese Lücken zu stopfen. Umlauftechnisch wäre das im Falle von ICE-T in Hamburg auch einfacher zu handhaben.

Fakt ist auch, dass die DB mit der Relation Frankfurt-Erfurt-Berlin liebäugelt um die SFS besser auszulasten. Die Frage ist halt hier: Mit welchen Fahrzeugen? Sie müssen in jedem Fall ETCS haben. Andererseits liegt auf dieser Relation nur ein sehr kurzes Stück NBS mit 250 km/h. Der Rest der Strecke wird höchstens 200 km/h haben. Sollte man hier also ICE-T einsetzen, würde sich hier betrieblich die Verlängerung nach Hamburg anbieten, da dorthin ja auch nicht schneller als 230 km/h gefahren werden wird.

Nur weil man hinter Berlin mit "nur" 230km/h statt 250km/h nach Hamburg weiterfährt, bietet sich nicht automatisch eine Weiterführung an, weil man wie gesagt auch dann eine viel schnellere Verbindung Frankfurt-Hamburg über Hannover hätte (ca. 240 statt 340 Minuten!). Da ist man wie auch schon gesagt selbst mit einmal Umsteigen von allen möglichen Zwischenhalten über Hannover schneller bis viel schneller als über Berlin. Somit steht der Sinn dieser Linie also auch deshalb rein aus Logik in Frage.

Es geht um betriebliche Gesichtspunkte, nicht um verbindliche Fahrgastangebote. "Mario-ICE" hat dazu ja auch schon etwas gesagt.

Zudem sollten die ICE Erfurt-Halle-Berlin eh knapp 15-30 min versetzt zu den ICE Leipzig-Berlin in Berlin ankommen, da der Laufweg schneller ist.

Wie gesagt habe ich hier die Info von 9 Minuten Zeitersparnis über Halle statt 15 oder gar 30 Minuten. Und wie schon oben von mir erwähnt, kann dann die Linie München-Erfurt-Halle-Berlin-Hamburg zwischen Berlin und Hamburg noch einen heute schon üblichen Halt in Wittenberge einlegen, so dass man bis Hamburg wieder genau um 30 Minuten zur Linie München-Erfurt-Leipzig-Berlin-Hamburg versetzt ist. Denn wichtig ist aus meiner Sicht, dass hier in Hamburg und nicht in Berlin der 30min-Versatz stimmen muss.

Du wirst hier eh keinen sauberen ITF-Takt bekommen, da die Unterwegshalte Ludwigslust, Wittenberg und Büchen auch noch irgendwie bedient werden müssen. Die EC aus Dresden dafür zu nehmen klingt erst einmal logisch, allerdings ob man dafür eine internationale Linie "opfern" möchte, ist die zweite Frage.

Sollte die DB einige ICE 1 mit ETCS ausstatten und Mario-ICE recht behalten, dass es nicht die schweizer Triebzüge sein werden, könnte ich mir die Linienführung München-Stuttgart-Frankfurt-Erfurt-Berlin-Hamburg vorstellen.

Das wäre dann kein Halbkreis mehr sondern ein riesen Zickzack. Was soll das bitte bringen? Sehr lang laufende Linien haben ein größeres Potenzial für Verspätungen, gerade auf solch einer extrem langen Linie. Und wozu denn das Ganze? Wer aus zwischen München, Stuttgart, Frankfurt, Erfurt, Berlin und Hamburg von der einen Stadt in eine der andere möchte, der kommt schon heute bzw. dann ab 12/2017 direkt und schnell dahin. Also warum auf einmal solche Halbkreis- und Zickzack-Linien?

Rein von der Fahrzeugauswahl her gedacht. So kämen die ICE 1 täglich in ihr Stammwerk und man würde in Frankfurt und Berlin einfach Trassen einsparen. Jedes Brechen der Zugläufe führt ja dazu, dass man Leerzugtrassen zu den Werken benötigt.

Das sind so die betrieblichen Überlegungen, die hinter meiner Idee stecken.

Du hast dir viele Ideen gemacht und vieles angedacht. Trotzdem kann ich daraus nach wie vor keine Nötigkeit bzw. keinen Sinn in so einer Halbkreislinie Frankfurt-Hamburg über Berlin erkennen. Zumal du den Irrtum in deiner Überlegung hast, dass der ICx erst 2018 statt korrekt 2017 eingeführt würde, also zeitgleich zur NBS Ebensfeld-Erfurt.

Kein Irrtum sondern absichtliche Annahme beziehungsweise auch andere Formulierung des gleichen Fakts. Ich denke nun einmal in Jahresfahrplänen, ich glaube diese Diskussion hatten wir schon mal als es um den Eröffnungstermin der NBS Erfurt-Ebensfeld ging. Da hatte ich aber auch einen faktischen Fehler in meiner Überlegung.


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