Sammelantwort auch @ Mario (Allgemeines Forum)

Mario, Dienstag, 20.08.2013, 10:52 (vor 4618 Tagen) @ ICE-T-Fan

Wir müssen dazu erst einmal ein paar wichtige Fakten festhalten, die die DB schon mehr oder minder offiziell bekannt gegeben hat.

1.) In Erfurt soll ein Knoten zwischen Nah- und Fernverkehr eingerichtet werden. Dazu werden sämtlich Taktzüge in einen nur etwa 20 min breiten Zeitfenster in Erfurt fahren.

Soweit klar.

2.) Von München nach Berlin sollen die Taktzüge eine alternierende Linienführung über Halle und Leipzig bekommen.

Ist das schon offiziell beschlossen?

3.) Sowohl die beiden NBS Ebensfeld-Erfurt und Erfurt-Halle/Gröbers-Leipzig als auch die ABS Eisenach-Erfurt sollen mit ETCS ausgerüstet werden. Laut eines FDL aus dem ESTW Eisenach übrigens letztere im Jahre 2017, nächstes Jahr soll der letzte Bü bei Schönau entfernt werden.

Soweit auch ok.

4.) Der Stundentakt Leipzig-Berlin kann in Anbetracht der Bedeutung für Pendler als gesetzt gelten.

Soweit auch Zustimmmung.

Aus 1. und 2. folgt, dass die ICE München-Berlin aufgrund der unterschiedlichen Laufwege in Berlin keinen exakten Stundentakt bilden werden. Aus diesem Grund können nicht beide Linien für einen 30 min-Takt nach Hamburg herangezogen werden.
Heute ist die Linie 28.2 via Leipzig diejenige Linie, welche nach Hamburg weiter geführt wird. Das ist auch sinnvoll, da Leipzig-Hamburg wohl mehr Nachfrage erzeugt als Halle-Hamburg.

Wie groß wäre denn die Fahrzeitdifferenz, wenn man die ICEs Erfurt-Berlin einmal über Leipzig und einmal über Halle führt? Ich habe da die Info, dass es über Halle 9 Minuten schneller ginge. Wenn man nun unterstellt, dass die Halle-Züge dann zwischen Berlin und Hamburg einen heute üblichen Zwischenhalt z.B. in Wittenberge einlegen, dann hat man sie bis Hamburg wieder mit dem Leipzig-Zügen synchron, also genau um 30min versetzt. Alternativ können die Halle-Züge auch in Coburg halten, so dass diese 30min-Synchronität entsteht. Da sehe ich also kein Problem.

Aus 2. und 4. folgt, dass es eine Ergänzungslinie Leipzig-Berlin geben muss, die sich für einen Stundentakt nach Hamburg anbietet. Eine Stückelung dieses kurzen Zuglaufes in Berlin ist betrieblich und verkehrlich kaum sinnvoll. Das wird heute nur deshalb in einzelnen Zeitlagen gemacht um ICE-A und ICE-T in Berlin gegeneinander zu tauschen.

Wie gesagt sehe ich kein Problem, die beiden Zugläuft München-Berlin über Halle und über Leipzig hier genau 30min-synchron zu bekommen, womit dieser Punkt hinfällig wäre.

Aufgrund 3. folgt, dass alles was südlich von Berlin verkehrt wohl bis auf weiteres mit ICE-T gefahren werden wird, da nur die ICE-T bisher ETCS erhalten haben. Ob die ICx bis 2018 am Start sind, ist ja noch nicht klar und der Umbau der ICE1 ist ja auch noch nicht in trockenen Tüchern.

Warum 2018? Die ICx sollen doch ab 12/2017 eingeführt werden, also ein Jahr früher, so dass ihre Inbetriebnahme damit genau zu Eröffnung der NBS Ebensfeld-Erfurt passen würde.

Die ICE3M scheiden aufgrund der geringen Stückzahl und der benötigten Zulassung für Frankreich und Belgien wohl bis auf einzelne Sprinter hier auch aus.

Der ICE3M wäre hier auch völlig deplaziert. Die braucht man für die Verkehre über die Rennbahn.

Die Linie Leipzig-Berlin-Hamburg wird wohl als Insellinie fahren, da man dafür kein ETCS benötigen wird. Ich gehe stark davon aus, dass man die dann schon altersschwachen ICE 1 hier ihren Lebensabend abstottern lassen wird, da die Strecke aufgrund der geringen vmax und der Anbindung an das Hamburger Werk die geringste Belastung für diese Züge erzeugen wird.

Wie gesagt wäre so eine Insellinie nicht nötig. Siehe dazu meine Ausführungen oben. Mit den ICEs München-Erfurt-Halle/Leipzig-Berlin-München und Frankfurt-Erfurt-Leipzig-Berlin ist dieser Bündelungsbereich hervorragend und bedarfsgerecht bedient.

Die ICE München-Leipzig-Berlin-Hamburg werden aufgrund der ETCS-Notwendigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunächst mit ICE-T und erst später mit ICx gefahren werden.

Nochmal: ICx und NBS Ebensfeld-Erfurt sollen BEIDE 12/2017 in Betrieb genommen werden und nicht der ICx ein Jahr später. Deshalb wäre dein Szenario nur ein möglicher Notfallplan, falls der ICx nicht rechtzeitig in Betrieb gehen könnte.

Wie ich schon schrieb, werden die Hallenser ICE aufgrund des anderen Laufweges versetzt in Berlin ankommen. Sie würden sich sicherlich anbieten den bisher postulierten Stundentakt zu ergänzen. Andererseits gehe ich davon aus, dass man auch weiterhin die Küstenstädte Rostock und Stralsund von München aus bedienen werden wird, zumal die Reisezeiten ja deutlich geringer werden und somit die Nachfrage noch etwas zunehmen sollte.

Ich verstehe nicht ganz, inwiefern dieser Punkt genau für deinen Vorschlag für die Halbkreislinie sprechen soll.

Fakt ist auch, dass die DB mit der Relation Frankfurt-Erfurt-Berlin liebäugelt um die SFS besser auszulasten. Die Frage ist halt hier: Mit welchen Fahrzeugen? Sie müssen in jedem Fall ETCS haben. Andererseits liegt auf dieser Relation nur ein sehr kurzes Stück NBS mit 250 km/h. Der Rest der Strecke wird höchstens 200 km/h haben. Sollte man hier also ICE-T einsetzen, würde sich hier betrieblich die Verlängerung nach Hamburg anbieten, da dorthin ja auch nicht schneller als 230 km/h gefahren werden wird.

Nur weil man hinter Berlin mit "nur" 230km/h statt 250km/h nach Hamburg weiterfährt, bietet sich nicht automatisch eine Weiterführung an, weil man wie gesagt auch dann eine viel schnellere Verbindung Frankfurt-Hamburg über Hannover hätte (ca. 240 statt 340 Minuten!). Da ist man wie auch schon gesagt selbst mit einmal Umsteigen von allen möglichen Zwischenhalten über Hannover schneller bis viel schneller als über Berlin. Somit steht der Sinn dieser Linie also auch deshalb rein aus Logik in Frage.

Zudem sollten die ICE Erfurt-Halle-Berlin eh knapp 15-30 min versetzt zu den ICE Leipzig-Berlin in Berlin ankommen, da der Laufweg schneller ist.

Wie gesagt habe ich hier die Info von 9 Minuten Zeitersparnis über Halle statt 15 oder gar 30 Minuten. Und wie schon oben von mir erwähnt, kann dann die Linie München-Erfurt-Halle-Berlin-Hamburg zwischen Berlin und Hamburg noch einen heute schon üblichen Halt in Wittenberge einlegen, so dass man bis Hamburg wieder genau um 30 Minuten zur Linie München-Erfurt-Leipzig-Berlin-Hamburg versetzt ist. Denn wichtig ist aus meiner Sicht, dass hier in Hamburg und nicht in Berlin der 30min-Versatz stimmen muss.

Sollte die DB einige ICE 1 mit ETCS ausstatten und Mario-ICE recht behalten, dass es nicht die schweizer Triebzüge sein werden, könnte ich mir die Linienführung München-Stuttgart-Frankfurt-Erfurt-Berlin-Hamburg vorstellen.

Das wäre dann kein Halbkreis mehr sondern ein riesen Zickzack. Was soll das bitte bringen? Sehr lang laufende Linien haben ein größeres Potenzial für Verspätungen, gerade auf solch einer extrem langen Linie. Und wozu denn das Ganze? Wer aus zwischen München, Stuttgart, Frankfurt, Erfurt, Berlin und Hamburg von der einen Stadt in eine der andere möchte, der kommt schon heute bzw. dann ab 12/2017 direkt und schnell dahin. Also warum auf einmal solche Halbkreis- und Zickzack-Linien?

Das sind so die betrieblichen Überlegungen, die hinter meiner Idee stecken.

Du hast dir viele Ideen gemacht und vieles angedacht. Trotzdem kann ich daraus nach wie vor keine Nötigkeit bzw. keinen Sinn in so einer Halbkreislinie Frankfurt-Hamburg über Berlin erkennen. Zumal du den Irrtum in deiner Überlegung hast, dass der ICx erst 2018 statt korrekt 2017 eingeführt würde, also zeitgleich zur NBS Ebensfeld-Erfurt.


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