Systemsicht unabdingbar (Allgemeines Forum)

Sese, Sonntag, 19.08.2012, 12:37 (vor 4977 Tagen) @ Jan

Wenn es tatsächlich so einfach wäre, warum macht man es denn dann nicht? Fakt ist, dass ein ZuB oder ein Fdl allein nicht überblicken kann, was im System los ist. Mario-ICE und Co haben schon oft genug Beispiele gegeben, was da alles passiere kann. Beispielsweise könnte ICE 123 am Bahnhof A natürlich 5 Minuten auf die 12 Umsteiger aus einer verspäteten RB warten, die Reisenden aus der RB würden dem Zugchef bestimmt die Füße küssen. Nun weiß der ZC aber nicht, dass die Strecke zwischen Bahnhof A und B auf 10 km nur eingleisig wegen Bauarbeiten ist. Was passiert? ICE 123 fährt mit +5 in A ab, kommt zu spät zur Baustelle und statt direkt durchzufahren muss erstmal 2 Gegenzüge durchlassen, Ankunft in Bahnhof B ist dann auf einmal +15. Und der Anschluss-ICE 345 kann dort keine 20 Minuten warten. Blöd für die 150 Reisenden, die diesen Anschluss kriegen wollten und erst 2 Stunden später weg kommen. Die werden sich freuen, dass die 12 Mann aus der RB mitgenommen werden konnten. Und für 8 der 12 RB-Reisenden hätte es keinen Unterschied gemacht, ob sie in Bahnhof A oder Bahnhof B gestrandet wären.

Es gibt Millionen solcher denkbarer Konstellationen, von daher denke ich, dass eine übergeordnete Systemsicht erforderlich ist, um effektiv Anschlusssicherung zu betreiben. Bei der DB scheiterts momentan noch etwas an der Kommunikation innerhalb dieses Systems und der Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung, so zumindest meine Sicht der Dinge.

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Grüße,
Sese


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