9. und 10. Gleis, "Stresstest" (Allgemeines Forum)

bigbug21, Mittwoch, 01.12.2010, 14:42 (vor 5623 Tagen) @ Mario

Hallo Mario,

[...]
Soweit ich weiß, ist der Abstand zwischen dem Bonatzbau und dem neuen Bahnhofsgebäude bei dem überarbeiteten Plan mit 2-2-2-2 Lichtaugenanordnung im Vergleich zum bisherigen Plan mit 2-3-2-3 gleich geblieben. Wenn man nun den alten Plan wieder hernimmt und wie gesagt jeweils im Süden (leicht möglich) und Norden noch ein Gleis hinzufügt, müsste es eigentlich gut gehen. Und ggf. denke ich, dass man das neue Bahnhofsgebäude im Norden/Osten sicher noch etwas anpassen kann, so dass man noch einn paar Meter Platz gewinnt. Da kann man sicher noch einiges machen. Viel interessanter wird es sein, wie man dann um den LBBW-Bunker im Nordosten rumkommt, denn das ist ein nicht mehr änderbarer Zwangspunkt.

Es kann natürlich sein, dass im Moment Änderungsverfahren im Gange sind, die die Lage des Bahnhofstrogs verändern. Das vordringlichste Problem scheint mir, dass im Norden mit dem neuen Bahnhofsgebäude tatsächlich ohne Not der Raum für eine sinnvolle Erweiterung um ein zehntes Gleis verbaut wird.

[...]

Hier weiß ich auch nichts näheres, aber ich denke schon, dass man hier so einen Stutzen

bereits mitbaut, was sehr klug wäre. Schade, dass es zu den PFAs keine genauen Pläne zum Download gibt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Geißler noch einfordert, dass alle Pläne öffentlich zum Download bereitgestellt werden müssen. Aber seis drum.

Auf http://www.direktzu.de/stuttgart21 sind im Moment mehrere klare Forderungen nach einer Veröffentlichung zumindest Planunterlagen in der Pipeline (sowohl in "in Beantwortung" als auch unter den noch zur Abstimmung stehenden Fragen).

[...]

Was nun als "Stresstest" bezeichnet wird, wurde im Grunde schon 2005 als Simulationsergebnis von Professor Martin vorgelegt. Nun wird man etwas längere Haltezeiten berücksichtigen und sich wohl den gesamten Knoten in Summe ansehen. Das ganze wird dann als "Stresstest" tituliert und ist in weiten Teilen nur alter Wein in neuen Schläuchen. ;-)


Nur wie das ganze gemeint sein soll, ist mir noch nicht 100% klar. Soll dieser Stresstest für den achtgleisigen Bahnhof gemacht werden und man bei einem negativen Ergebnis noch die beiden Gleise dazubauen oder soll er bereits für den zehngleisigen Bahnhof als reiner Nachweis gemacht werden? Hier lässt die Formulierung zumindest beide Auslegungen zu.

Wenn ich den Schlichterspruch richtig verstehe, soll zunächst ein "Stresstest" gemacht werden und auf Basis dessen die Notwendigkeit verschiedener diskutierter Ausbauten diskutiert werden.

Vor allen Dingen fehlt den so genannten Projektgegnern bis heute offenbar ein fundiertes Verständnis für solche Simulationen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie eklatante Missverständnisse in der Schlichtung auftreten konnten. So verglich Herr Hopfenzitz eine rein auf die Bahnsteigbelegung in Stuttgart Hbf zielende Betrachtung mit dem von Professor Martin ermittelten oberen Grenzwert des optimalen Leistungsbereichs von 51 Zügen pro Stunde. Dass diese 51 Züge keineswegs das Ende der Fahnenstange sind, sondern nur die obere Grenze des Bereichs, der eine gute Betriebsqualität erwarten lässt, wurde meines Wissens in der ganzen Schlichtung nicht weiter betont.

Und genau dadurch entstehen ja die falschen Gerüchte und Fehleinschätzungen der Gegner, die viele Leute zum Anlass nehmen, gegen S21 zu sein. Hier hätte ich mir in der Schlichtung einen kurzen "Crashkurs" darüber gewünscht, was aber wohl wegen der hochkomplexen Materie nicht so ohne weiteres möglich war. Hier muss und sollte man einfach mal den Fachleuten der DB zugestehen, dass sie solche Berechnungen seit Jahrzehnten machen und hier eben genau wissen, wovon sie reden. Dass die Gegner ihnen damit direkt und indirekt Imkompetenz vorwerfen, geht für mich schon sehr gegen die Ehre dieser Fachleute. Das ist unlauter.

Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass man entweder eine oberflächliche Kommunikationsveranstaltung für die Allgemeinheit machen kann -- oder ein Fachgespräch, mit Fachleuten und Fachbegriffen. Ich halte es für ausgeschlossen, eine sachgerechte Erörterung vieler Fragen mit Laien machen zu können.

Viele Grüße vom Campus der TU Dresden
Peter

--
unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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