Hilfe, wer ist hier kompetent? (Allgemeines Forum)

bigbug21, Mittwoch, 01.12.2010, 01:05 (vor 5623 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo ICE-T-Fan,

Böse gesprochen: Die Herren "Verkehrsexperten" (Kunstmaler, Psychologen, Sozialpädagogen und andere) sind offenbar nicht qualifiziert, derartige Untersuchungen fundiert zu verstehen, geschweige denn fachlich umfassend zu kritisieren.


Dann muss man es entweder allgemein verständlich weiter kommunizieren oder mit Massenprotesten und Blockadehaltung der Bevölkerung rechnen.

Bei allen Möglichkeiten der Kommunikation ist irgendwann die Grenze erreicht, in der in kurzer Zeit Laien nicht höchst komplexe Zusammenhänge erklärt werden können. So brauchen wir allein hier an der TU Dresden zwei Semester, um als Studenten überhaupt einmal die Grundlagen der betrieblichen Untersuchungen von Strecken und Knoten zu lernen -- da haben wir noch kein Simulationswerkzeug bedient, selbst simuliert oder gar fundierte Erfahrungen gesammelt, die zu einer Bewertung notwendig sind.

Wenn, wie sinngemäß in der Schlichtung immer wieder gefordert wurde, ernsthaft erwartet wird eine Leistungsfähigkeitsuntersuchung ohne Fachleute und Fachbegriffe zu diskutieren, kann das nicht gutgehen. Klar, man kann Grundzusammenhänge mit ein paar bunten Bildchen zeigen, aber was mache ich mit einem höchst komplexen und einer Unzahl von Rahmenbedingungen unterworfenen System?

Und wenn man es dann erst Recht durch zieht, wird die ganze Sachen eskalieren und irgendwann hoch gehen und dann wird erstmal lange Zeit in Deutschland gar nichts neues mehr gemacht werden.

Nun, natürlich ist es kein Zustand, wenn eine Projektkommunikation in weiten Teilen aus seichtem Geschwafel besteht bzw. bestand. Dennoch haben wir in diesem Land rechtsstaatliche Verfahren, über die sich nicht einfach einzelne Gruppen hinwegsetzen können.

Ich beobachte mit Sorge, wie wir in unserem Recht niedergelegte Standards und Verfahren an einigen Stellen wieder aufweichen. So gibt es für Schienenverkehrslärm glücklicherweise seit Mitte der 1980er Jahre konkrete Grenzwerte, die bundeseinheitlich gelten. Zuvor hatte die Bundesbahn mit einzelnen Ländern und mitunter einzelnen Gemeinden Einzellösungen verhandelt. Dabei "gewann" dann der, der es am geschicktesten seine Interesse durchzusetzen vermochte. Ich nenne das unfair.

Viele Grüße
Peter

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unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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