ITF in grossen Ländern schwieriger. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 30.07.2010, 08:48 (vor 5940 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 30.07.2010, 08:49

Ich denke, ein ITF dergestalt, daß man an jedem beliebigen Knoten entspannt von einem Bahnsteig zum anderen geht, sofort und gleich in jeden beliebigen Zug einsteigt, davon braust und am nächsten Knoten dasselbe vollführt, wird sich schon aus Gründen der Größe unseres Landes nicht machen lassen.


Warum nicht? Ich höre immer wieder das Argument, dass ein grosses Land den ITF schwieriger macht, aber eine genaue Begründung dafür ist mir noch nicht begegnet.

1. Deutschland hat einzelne Bundeslaender, in denen man zum Teil eigens einen ITF entwickelt hat. Damit ein "Deutschland-Takt" entsteht, muss man die Landes-ITF aufeinander abstimmen.
2. In Deutschland gibt es heute z.B. auf Stuttgart-Ulm etwa 5 Zuggattungen = Geschwindigkeitskategorien: ICE, IC/EC, IRE, RE und RB/S. Diese muessten also alle irgendwie vertaktet werden. Bei uns konnte man den 15-Minutentakt ja auch erst nach dem IR-Aus einfuehren (es verbleiben noch IC und RB/S)

Dafuer gilt die oft erwaehnte Ausrede "ja, aber wir haben Fliegerkonkurrenz" vorerst nicht. Vor den heutigen Fahrzeiten Hamburg-Muenchen werden die Flieger keine Angst haben, Kunden zu verlieren. Das wird sich mit einem ITF in Stufe 1 nicht aendern (aber vielleicht schon wenn man genannte Reise stufenweise mit 30 Minuten pro Stufe verkuerzt)

Das Hauptschwierigkeit bei einen ITF ist doch, wenn Züge aus einer grossen Zahl von Richtungen in einem Knoten zusammenkommen, welche dann synchronisiert werden müssen. Diese Zahl ist aber in grossen Ländern nicht anders als in kleinen.

Die Anzahl der Zuege sollte das Problem nicht sein, eher die Anzahl der Zuggattungen. Man müsste da einige Gattungen streichen.
Doch noch etwas Positives: man ist mit dem IC250 auf den guten Weg. Der Unterschied IC/EC/ICE war komfortmaessig schon gering und soll jetzt auch geschwindigkeitsmaessig kleiner werden.

Frankreich zum Beispiel arbeitet gerade an einem landesweiten (vorerst noch unvollständigen) ITF: Cadencement 2012

Wenn ich das richtig verstanden habe, werden zuerst einzelne Regionen "kadanziert" (vertaktet). Danach sollen die TGV-Fahrplaene darauf abgestimmt werden (lies: Jean Normalfranzose kann jetzt mit der Bahn zum Gare TGV anreisen, statt mit seinem Renault) und danach Regionen miteinander verknuepft werden, z.B. mit Corail Intercités.


gruss,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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