Aussperrungen und Streikbeteiligung korrelieren idR (Allgemeines Forum)

gnampf, Dienstag, 05.03.2024, 12:25 (vor 978 Tagen) @ ffz

Die meisten Mitarbeiter der DB AG die keine GDL Mitglieder sind, sind das bewusst und die wird auch eine Aussperrung eher nicht dazu bewegen in die GDL einzutreten.

Stand ohne Aussperrungen stimme ich dir da voellig zu. Wenn mich aber mein Arbeitgeber ohne Gehalt vor die Tuer setzen wuerde, obwohl ich gar nichts "boeses" gemacht habe, dann wuerde das mein Verhaeltnis zum Arbeitgeber durchaus nachhaltig schaedigen. Ich wuerde auch kein Verstaendnis dafuer haben, das er mich jetzt im Kampf gegen meine Kollegen einsetzt und versucht das Arbeitsklima damit nachhaltig zu stoeren.
Aussperrungen halte ich insofern fuer eine Massnahme, die der DB auf jeden Fall mal selbst stark schaden, aber vermutlich wenig oder gar nicht helfen wuerde. Aussperrung waere nur interessant wenn man die GDL damit endgueltig los wuerde, doch das wird nicht passieren. "In den Ruin treiben" kann man sie damit nciht direkt, denn im Zweifel wird kein Streikgeld mehr gezahlt. Es muessten also alle aus der GDL austreten, und dazu duerfte es eher nicht kommen, erstrecht wo die GDL ja nicht nur Mitglieder bei der DB hat, sondern auch bei anderen EVUs.

Ist auch völlig logisch, denn das Streikgeld kann nur einen Teil des Lohns ausgleichen und fehlt einem zum Schluss in der Rente und bei der Krankenversicherung, da auf Streikgeld keine Sozialabgaben abgeführt werden. Zudem unterliegt das Streikgeld dem Progressionsvorbehalt, sprich spätestens beim nächsten Steuerbescheid vom Finanzamt kommt das böse erwachen, wenn man dann je nach Summe des Streikgeldes noch mal einige 100€ bis einige 1000€ an das Finanzamt überweisen darf.

Auf Rente schauen vermutlich viele nicht, so zumindest meine Erfahrung. Da wird sich immer ueber abgabenfreie Sonderzahlungen gefreut, ohne zu bedenken das sich sowas im Alter raechen kann. Aber auch bei der reinen Ueberweisung duerften sie es schon merken, allein auch wegen wegfallender Zuschlaege.

Ja es gibt einen Bedarf nach Tf, aber meistens gibt es auch Gründe warum bestimmte Unternehmen keine Tf finden bzw die Tf das Unternehmen schnell wieder verlassen. Geld ist nicht alles, dazu kommt auch die Stimmung, das Einsatzgebiet und natürlich die Sozialleistungen. Was nützt dir eine vom Arbeitgeber gestellte BahnCard 100 (1. Klasse), wenn du deine Freizeit im Zug verbringst, weil du zum nächsten Einsatzort fahren musst und dir diese Zeit nicht bezahlt wird, sondern nur die Fahrzeit oder du einen Firmenwagen bekommst und du die Freizeit auf der Auftobahn verbringst??

Auslandsfreifahrten, Fahrvergünstigungen im Ausland, Fahrvergünstigungen im Inland und das alles auch für Angehörige, bietet in dem Umfang eigentlich nur die DB AG und das wissen die meisten Mitarbeiter auch.

Sag ich ja, merkt man haeufig ja auch bei einem Betreiberwechsel, wo viele Mitarbeiter dann trotzdem bei der DB bleiben wenn es irgendwie geht, statt zum neuen Betreiber zu wechseln.
Aher: bei anderen EVUs ist die GDL ja vielfach schon die fuehrende Gewerkschaft. Da muss man sich also nicht so reinhaengen und um Mitglieder buhlen, wie bei der DB. Ergo kann man die Forderungen bei der DB halt auch hoeher stecken, wuerde denen nie eine Klausel durchgehen lassen a la "Vertrag gilt nur wenn alle anderen EVUs auch so abschliessen", etc.


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