Die Neigetechnik brachte durchaus klare Vorteile! (Allgemeines Forum)

Christian_S, Donnerstag, 18.03.2010, 22:28 (vor 5977 Tagen) @ NIM rocks


Gut, dass auf der Strecke überdurchschnittlich viele Baustellen sind, wusste ich nicht, ich weiß nur, dass die IC(E)s oft durch Güterzüge ausgebremst werden, die Güterzugdichte auf der Strecke ist ja doch recht ordentlich. Wenn man das in Regensburg mal beobachtet, wunderts eigentlich nicht mehr: Der ICE fährt ein, kurz darauf direkt daneben im Durchfahrgleis ein Güterzug während der ICE ausfährt. Direkt hintereinander poltern dann innerhalb von 15 Minuten drei Güterzüge durch, die sich wohl schon "gestaut" hatten, weil ja zwischen Obertraubling und Regensburg sogar der ALX vor den Güterzügen Vorfahrt hat.

Überdurchschnittlich viel würd ich nicht sagen, sondern eben die ganz normale Streckeninstandhaltung (Weichen erneuern, den Oberbau in Ordnung halten etc). Aufgrund der von Dir schon angesprochenen hohen Streckenauslastung muss man das halt größtenteils unter rollendem Rad erledigen, sprich es kommt zu eingleisigen Abschnitten etc - das kostet halt Zeit.


Ui, da will ich auch mal mitfahren... klingt rasant :-)

Da musst Du erstmal beten, das die zuständigen Stellen sich irgendwann einig werden und das bogenschnelle Fahren wieder zulassen - ich bete gern mit ;)


Wenn du mit GNT beim GNT-losen Fahrplan 26 Minuten bei fast optimalen Bedingungen rausfahren kannst, hätte man den Fahrplan also leicht um 15 Minuten kürzen können, dann wären es die heutigen GNT-freien zehn Minuten Reserve. Hätte man gleich ordentlich durchgegriffen, hätten sich die Österreicher auf der Westbahn wohl fügen müssen, dort wurde in letzter Zeit ja auch so einiges umstrukturiert, also hätte man sicherlich auch dem ICE eine neue Trasse verpassen können.

Alles zusammengerechnet sicher. Auf ÖBB-Gebiet sind die Fahrzeiten laut den ÖBB-Tf wohl auch recht großzügig, einfach weil die Züge trassentechnisch auf der Westbahn nicht anders passen. Wenn man da mal eine optimale "Kunsttrasse" erstellt könnte man Frankfurt-Wien (bogenschnelles Fahren in Deutschland mit eingerechnet) sicher locker 40 min schneller fahren. Realistisch dann 20-25 Minuten, wenn man Reserven mit einkalkuliert.


Problem in Plattling wären dann aber die Züge Richtung Nürnberg/Frankfurt, denn die wären erst deutlich später dort, da sie ja den Großteil des GNT-Abschnittes noch vor sich haben.

Das stört aber weniger, da der Fahrgaststorm aus Richtung Wien in Richtung bayrischer Wald doch eher geringer ist. Viel wichtiger ist, das die Leute aus dem bayrischen Wald kommend in Plattling den ICE erreichen - und das würden sie bei späterer Fahrlage ab Plattling ja umso sicherer :-)


Sollen deine letzten Zeilen bedeuten, dass man bei normaler Fahrt zwischen Nürnberg und Regensburg zwei Minuten Verspätung macht? Das ist ja interessant... das hängt wohl schon sehr vom Tf ab, weil ich es selbst schon erlebt habe, dass dort etwas herausgefahren wurde. Allerdings habe ich leider keine genauen Daten mehr, ich weiß nur, dass es 411+415 war und dass GNT schon Geschichte war.

Definitiv, das ist nicht möglich. Die 51 Minuten Fahrzeit Nürnberg-Regensburg sind ohne bogenschnelles Fahren nicht möglich. Ich schrieb vorhin, man setzt 2 Minuten zu. Das kann man als Durchschnittswert betrachten. Bei optimaler Fahrt sind 52 Minuten möglich, da darf aber auch wirklich nix dazwischen kommen und der Tf muss entsprechend "spitz" fahren. 51 Minuten, wie laut Fahrplan angegeben, sind aber absolut unmöglich. Das würde dann bedeuten, der Tf wäre zu schnell gefahren - und das wollen wir ja niemandem unterstellen ...
Nürnberg-Regensburg ist der einzige Abschnitt der Linie, auf dem die Fahrzeit ohne GNT nicht zu halten ist.


Eine Frage hätte ich dann auch noch, wenn wir schon bei der Strecke sind: In Nürnberg fährt man ja bis zum Abzweig Reichswald ein Stück auf den Schnellfahrgleisen, bevor es über die Rumpel-Weißbierumfall-Weichen dann Richtung Regensburg bzw. von Regensburg kommend auf die Schnellfahrgleise geht. Sind die Züge der L91 auf dem kurzen Abschnitt für 200 km/h freigegeben und erreichen sie diese auch?

Die 200 km/h werden nicht ganz freigegeben, da die Bremskurve für die 130 km/h in Reichswald zum Zeitpunkt der theoretischen Freigabe schon abzulaufen begonnen hat. Effektiv werden etwa 185 km/h freigegeben, diese dann natürlich bereits ablaufend. Hat man vorher konsequent im Bereich des Erlaubten hochbeschleunigt, erreicht man kurzzeitig etwa 165 km/h, ehe man wieder bremsen muss. Mit einem Fahrzeug mit besserer Beschleunigung, z.B. einem 403, wären in gleicher Konstellation da sicher etwa 175 km/h möglich (aber wirtschaftlich natürlich Unsinn).


Vielen Dank für deine Ausführungen! :-)

Immer wieder gern :-)


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