Die Neigetechnik brachte durchaus klare Vorteile! (Allgemeines Forum)

NIM rocks, Donnerstag, 18.03.2010, 22:06 (vor 5978 Tagen) @ Christian_S

das ist ja interessant. Ich dachte eigentlich, dass die ICE schon GNT-Fahrpläne hätten, da sie eben einige wenige Minütchen schneller sind als die wenigen IC (im wesentlichen 2024 und 2027/2327), die die Strecke befahren.


Das stimmt, man hat die Fahrzeit im Vergleich zu den konventionellen Zügen natürlich eingekürzt, schliesslich musste ja auch ein Effekt durch den GNT-Ausbau der Strecke zu sehen sein ;) Allerdings haben auch die herkömmlichen IC gute Fahrzeiten, also sprich Pufferzeiten. Der ICE-T ist da nur ins Verhältnis gesetzt, ohne die Möglichkeiten der GNT wirklich auszunutzen. Das ist aber auch gut so, denn an der Strecke wird oft und viel unter rollendem Rad gebaut, da wären fehlende Reserven katastrophal gewesen.

Gut, dass auf der Strecke überdurchschnittlich viele Baustellen sind, wusste ich nicht, ich weiß nur, dass die IC(E)s oft durch Güterzüge ausgebremst werden, die Güterzugdichte auf der Strecke ist ja doch recht ordentlich. Wenn man das in Regensburg mal beobachtet, wunderts eigentlich nicht mehr: Der ICE fährt ein, kurz darauf direkt daneben im Durchfahrgleis ein Güterzug während der ICE ausfährt. Direkt hintereinander poltern dann innerhalb von 15 Minuten drei Güterzüge durch, die sich wohl schon "gestaut" hatten, weil ja zwischen Obertraubling und Regensburg sogar der ALX vor den Güterzügen Vorfahrt hat.

Mal als Beispiel: Noch zu GNT-Zeiten übernahm ich einen 411 mit voller Antriebsleistung und Neigetechnik in Passau mit +78 in der Abfahrt. Trotz 1x Vr0 in Radldorf und 2x Hp2 in Rottendorf konnte ich die Verspätung bis Würzburg auf +52 reduzieren. Konventionell, also ohne bogenschnelles Fahren, hätte ich in gleichem Abschnitt mit Müh und Not vielleicht 10 min aufgeholt, aber sicher keine 26 Minuten ...

Ui, da will ich auch mal mitfahren... klingt rasant :-)

Wenn du mit GNT beim GNT-losen Fahrplan 26 Minuten bei fast optimalen Bedingungen rausfahren kannst, hätte man den Fahrplan also leicht um 15 Minuten kürzen können, dann wären es die heutigen GNT-freien zehn Minuten Reserve. Hätte man gleich ordentlich durchgegriffen, hätten sich die Österreicher auf der Westbahn wohl fügen müssen, dort wurde in letzter Zeit ja auch so einiges umstrukturiert, also hätte man sicherlich auch dem ICE eine neue Trasse verpassen können.


Aber du hast natürlich Recht, würde man auf dem Abschnitt 25 Minuten schneller fahren, müsste man einige Knoten ändern, entweder man fährt ab Nürnberg nicht mehr im Takt, oder man fährt auf der Westbahn in einer anderen Trasse, abgesehen mal vom Vollknoten (60') Plattling und Regensburg, wobei es in Regensburg wohl am wenigsten stören würde.

Aber indirekt gestehst du dir ja auch ein, dass die GNT nie wirklich genutzt wurde (außer zum Abbauen von Verspätungen), obwohl sie eigentlich eine Beschleunigung hätte bringen sollen. Also war der Ausbau nach jetzigem Stand doch für die Katz. Und ordentliche Reserven sind im Fahrplan immer noch drin, alleine zwischen Nürnberg und Regensburg lassen sich fünf Minuten herausfahren.


Eben, sowohl in Frankfurt, Würzburg als auch Nürnberg ist die Fahrzeit letztlich vom Taktknoten abhängig. Wirklich verkürzen könnte man die Fahrzeit bogenschnell daher nur östlich von Nürnberg. Plattling wäre ja bei früher Ankunft umso mehr sichergestellt, der Anschluss von Zwiesel Richtung Wien hat eher untergeordnete Bedeutung, viel wichtiger ist von Nürnberg Richtung Zwiesel und umgekehrt. Also zwischen Nürnberg und Passau hätte man die Fahrzeit theoretisch noch weiter kürzen können, bogenschnell liegen da fast 15 Minuten Reserve. Nur eben gut, das man es nicht getan hat. Aktuell hält man die Fahrzeit halbwegs auch ohne Neigetechnik. Nur zwischen Nürnberg und Regensburg setzt man 2 Minuten zu (normaler Fahrtverlauf), die man aber bis Plattling problemlos wieder aufholen kann. Wäre da die Fahrzeit enger, wäre ein Aufholen ohne Neigetechnik eben nicht mehr möglich.

Problem in Plattling wären dann aber die Züge Richtung Nürnberg/Frankfurt, denn die wären erst deutlich später dort, da sie ja den Großteil des GNT-Abschnittes noch vor sich haben.

Sollen deine letzten Zeilen bedeuten, dass man bei normaler Fahrt zwischen Nürnberg und Regensburg zwei Minuten Verspätung macht? Das ist ja interessant... das hängt wohl schon sehr vom Tf ab, weil ich es selbst schon erlebt habe, dass dort etwas herausgefahren wurde. Allerdings habe ich leider keine genauen Daten mehr, ich weiß nur, dass es 411+415 war und dass GNT schon Geschichte war.

Eine Frage hätte ich dann auch noch, wenn wir schon bei der Strecke sind: In Nürnberg fährt man ja bis zum Abzweig Reichswald ein Stück auf den Schnellfahrgleisen, bevor es über die Rumpel-Weißbierumfall-Weichen dann Richtung Regensburg bzw. von Regensburg kommend auf die Schnellfahrgleise geht. Sind die Züge der L91 auf dem kurzen Abschnitt für 200 km/h freigegeben und erreichen sie diese auch?

Vielen Dank für deine Ausführungen! :-)


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