Allgemeines zum internationalen Fernverkehr in 1h-Takt. (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 24.06.2019, 13:27 (vor 2530 Tagen) @ Oscar (NL)

Hoi,

ich stelle mich die Frage: soll stündlicher internationaler Fernverkehr der Norm werden, ist das zu viel oder sogar noch zu wenig? Oder gibt es da keine pauschale Antwort?

Es gibt da tatsächlich keine pauschale Antwort.

Anderswo sieht's auch krass aus. Brüssel-Köln geht noch mit ICE und Thalys jeweils in 2h-Takt, aber Paris-Frankfurt? Das sind doch nicht die kleinsten Städte, aber immerhin verkehren dort nur 6 Zugpaare pro Tag. So betrachtet stelle ich die Frage, aus welchen Gründen ein 1h-Takt Zürich-München gerechtfertigt sei.

Man hat auch auf der Route Zürich-Paris sechs TGV Lyria-Paare. Dabei ist Zürich einiges kleiner als Frankfurt. Dafür hat Zürich aber auch eine grosse Wirtschaftskraft. Das sind alles Faktoren, die eine Rolle spielen. Die Sprachbarriere kommt dann noch dazu. So fährt TGV Lyria auf der Route Lausanne-Paris ebenfalls mit sechs Paaren und Genève-Paris wird gar neunmal täglich angeboten (bei drei TGV findet eine Bündelung Lausanne-Genève-Paris statt, Lausanne und Genève werden also mit total zwölf TGV-Paaren am Tag mit Paris verbunden).

Zwischen Zürich und München gibt es keine wirkliche Sprachbarriere (zwischen Süddeutschland und dem Schweizerdeutschen versteht man sich noch relativ gut). Ausserdem sind beides Metropolen mit grosser Wirtschaftskraft. Man weiss ja, was aktuell in Zug, Bus, Flugzeug und Auto zusammen etwa zwischen diesen Städten unterwegs ist. Sobald der Zug mal konkurrenzfähige Fahrzeiten hat, wird sich da auch einiges auf den Zug verlagern. Dieses Phänomen kennt man ja auch von anderen Routen, wo ähnliches gemacht wurde. Dann füllt sich der 2h-Takt schon von ganz allein.

Dann kommen noch all diejenigen Leute, die heute gar nicht fahren, weil das Angebot mies ist, der Flieger zu teuer, der Bus zu unbequem und das eigene Auto zu stressig ist. Und wenn man dann das mal über 10 Jahre sich entwickeln lässt, dann kommen dann auch die Fahrgastzahlen im Zug auf immer höhere Werte. Zwischen Zürich und Milano wird trotz Sprachbarriere auf 10 EC-Paare am Tag per Dezember 2020 ausgebaut, das macht morgens und Abends einen EC-Stundentakt. Optional kann der Stundentakt künftig weiter über den Tag ausgedehnt werden.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies zwischen Zürich und München nicht ebenso der Fall sein kann.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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