bimodale Fernzüge (ja) (Sammelantwort) (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 04.02.2013, 22:31 (vor 4812 Tagen) @ caboruivo
bearbeitet von Twindexx, Montag, 04.02.2013, 22:32

Hoi,

Es soll ja eh nur ein Provisorium sein. Die LAV Madrid-Levante soll ja irgend einmal nach Almería mit Bedienung Murcias führen. Wahrscheinlich wird's mit dem LAV-Bau nicht einfach werden und es wird des lieben Geldes wegen wohl noch Jahrzehnte dauern, bis die Region Murcia "richtigen" AVE-Verkehr sieht.

Hä? Murcias? Almería? Levante?

Dieser AVE wurde beschafft, um von Madrid nach Santiago de Compostela und La Coruña zu fahren. Denn der spanische Verkehrsminister kommt eben aus Galicien und musste unbedingt auch einen AVE haben. Deshalb beauftragte der die renfe, so schnell als möglich eine Lösung ohne die noch Jahre nicht kommende Schnellfahrstrecke zu entwerfen. Daraus gab es dann eine entsprechende Anfrage an Talgo, die für die Entwicklung Bombardier Zürich beauftragt haben.

Es kann natürlich schon so sein, dass dieser Zweikraft-AVE jetzt auch auf anderen Strecken eingesetzt wird, aber in erster Linie wurde er als Politikum für die Verbindung Madrid-Galicien beschafft. Und mit so einer geringen Platzzahl im Vergleich zur Zugslänge kann sich das Teil halt nunmal nicht wirklich rechnen. Aber das braucht es ja nicht, Hauptsache Galicien hat einen AVE...

Laut Wikipedia hat Hitachi mit seinem Konsortium die Ausschreibung gewonnen.
Der Entscheid wurde aber kritisiert, weil das unterlegene Konsortium, u.a. bestehend aus Bombardier und Siemens, die Züge im Werk Derby hätten fertigen können. Als Reaktion will Hitachi ein neues Werk in Newton Aycliffe (County Durham), südlich Newcastles, eröffnen. Die Region hat natürlich eine Riesenfreude, weil 500 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Hauptproblem ist Japan. Die japanischen Hersteller dürfen offensichtlich ohne weiteres Aufträge in Europa gewinnen. Umgekehrt dürfen aber weder Bombardier noch Siemens noch sonst ein nicht-japanischer Hersteller etwas in Japan verkaufen. In Anbetracht der Arbeitsplatzsicherung in den eigenen Werken (die auch so nicht ganz so einfach ist) ist dann sowas für die europäischen Hersteller ein riesiger Dorn im Auge.

Deshalb kritisiere auch ich die Vergabe an Hitachi. Die japanische Regierung hat jedenfalls bis heute keine Anstalten gemacht, ausländische Hersteller zuzulassen. So geht das nicht! Japan ist der Inbegriff von Protektionismus. Das können sie ja gerne haben, aber dann sollen die japanischen Hersteller auch bitteschön ebenfalls daheim bleiben und Aufträge aus anderen Ländern in Ruhe lassen!

Wenn es übrigens noch länger mit der Elektrifizierung Lindau-Geltendorf dauert, kann man dann nicht auch so eine Lösing für die Strecke Zürich-München finden, so dass die Twindexxe früher nach München kommen. Oder geht das nicht? Wenn nein, entschuldige ich mich für diese blöde Frage... ;)

Gehen täte es schon. Ich bezweifle allerdings, dass die SBB es gerne sähen, wenn ihr Flaggschiff im Fernverkehr von einer DB-Diesellok geschleppt werden würde.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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