bimodale Fernzüge (ja) (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 04.02.2013, 13:33 (vor 4810 Tagen) @ caboruivo
bearbeitet von Oscar (NL), Montag, 04.02.2013, 13:35

In Frankreich verkehren z.B. schon lange bimodale Triebwagen (SNCF B 82500), welche mit 1500 V, 25 kV und Diesel zurechtkommen. Die neue Regionaltriebwagengeneration "Regiolis" wird sogar keine Dieselvariante mehr haben, nur noch Elektro und bimodal.

Gibt es eigentlich schon bimodale Fernverkehrszüge?

Ja, gibt es: AVE S-130H. Der Zug schafft 250 km/h oberleitungelektrisch und 180-200 km/h dieselelektrisch. Umspurbar ist er auch noch. Ich berichtete schon eher.

Eine solche Komposition wäre in Deutschland undenkbar: der Zug hat auf 200 m vier Lokomotiven und demzufolge nur 262 Sitzplätze. Das ist für DE-Verhältnisse viel zu wenig. Zum Vergleich: ein TGV Duplex/Dasye bietet 545 Plätze bei gleicher Länge, ein DB-IC230 wird etwa 500 Plätze haben.

Absurd ist ja der Zustand am Atlantik, wo der TGV von einer Diesellok gezogen wird, ich weiss aber nicht, auf welchem Streckenabschnitt.

Du meinst Nantes - St. Nazaire? Da soll m.W. schon Fahrdraht vorhanden sein.
Zu Nantes - Les Sables d'Olonne bin ich mir nicht sicher. Wobei zu bemerken ist, dass LSdO in etwa das französische Westerland ist.

EDIT: laut Sören Heise soll dort Fahrdraht vorhanden sein.

Zudem können wir über die Zukunft der Sylt-ICs gespannt sein. Was passiert mit denen wenn die neuen IC-Triebwagen kommen? Bimodale Versionen des ICx sind nicht vorgesehen. Sylt komplett abhängen möchte man auch nicht. Dann verbleibt nur der Diesel-ICE oder Diesellokvorspann, wobei Itzehoe-Westerland "etwas" länger als Nantes-LSdO sein durfte.

Wer oder was ist hier nun absurd?

Vielleicht dann lieber mit IC-Wagen fahren. Berlin-Leipzig geht dann immer noch mit 200 km/h; wo die Fahrdraht endet, übernimmt eine Diesellok die Aufgabe der 101. Dasselbe Verfahren funktioniert ja auch für die Sylt-ICs.

Von einer solchen IC-Linien könnten weitaus mehr Menschen profitieren. Denkbar wäre z.B. eine Linie von Warnemünde oder Stralsund über Berlin, Bitterfeld, Leipzig und Chemnitz nach Zwickau bzw. Hof-Nürnberg.

Klar, bei uns verkehrt auch ein "IC" 36nn Roosendaal-Zwolle abseits der Randstad (via Nijmegen und Arnhem) obwohl es via Utrecht trotz aller Umstiege schneller sein durfte.
Ich bin mir aber nicht sicher ob der Fahrzeugaufwand auf Deinen Linienvorschlag sich lohnen wird. Mit IC-Wagen müßte man diverse Male Loks wechseln. Bei uns ist der Fernverkehr dagegen schon seit Ende 60er elektrisch (via Oberleitung); dank Triebwagenmehrheit konnte man damals schon einige Relationen als Kuppelzug fahren.

Ich persönlich finde es ein absolutes No-Go, Grossstädte wie Chemnitz oder auch Krefeld vom Fernverkehr auszulassen, vor allem ist ja Chemnitz nicht gerade ein eingleisiger Kopfbahnhof irgend einer Bimmelbahn sondern liegt an einer Hauptstrecke.

Problem ist halt, dass der Diesel-ICE nicht mehr neigen darf und der IC-Wagenzug nicht neigen kann. Keiner der beiden Züge kann also die 612-Fahrzeiten der Franken-Sachsen-Express halten. Dafür gilt der FSX als Regionalzug. Die Sache wird dort erst interessant, wenn Nürnberg-Reichenbach komplett elektrisch ist.

Zu Krefeld: diese Stadt liegt leider nicht an einer Hauptachse; eine sinnvolle Durchbindung ist nicht möglich. Soll auch nicht so dramatisch sein; Duisburg ist nicht weit.
Nur schade, dass pro Stunde nur 1 RE + 2 RB verkehren. Da hat Haarlem es Richtung Amsterdam schon ziemlich besser getroffen. Dagegen spricht aber, dass Krefeld zumindest Bahnanbindung hat, während man aus der Region Delfland (Naaldwijk, Monster, 's Gravenzande, zusammen immerhin >100.000 Einwohner) nur mit dem Bus nach Den Haag oder Rotterdam kommt.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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