3:45 h?! (Allgemeines Forum)

Claus_NN, Nürnberg, Montag, 05.11.2012, 22:57 (vor 4900 Tagen) @ Lumi25

Das Problem ist ein ganz anderes. Die DB AG hat keine eindeutige Strategie im Fernverkehr.

Würde ich so vorbehaltlos unterschreiben. Ich kann mir auch vorstellen, dass der DB-Vorstand des Jahres 2030 die heutigen Entscheidungen zur Entschleunigung (siehe ICx mit 249 km/h Höchstgeschwindigkeit) verfluchen wird.


Autofahrer wollen schnelle Direktverbindungen mit möglichst wenig Umsteigen verbunden und darauf wird seit Jahren von der DB AG nicht drauf eingegangen. Die NBS ist ja schön und gut aber für einen 230 km/h Takt-ICE ist die NBS reinste Geldverschwendung.

Dem Flugverkehr kann man auch keine Konkurrenz machen mit 1-2 Sprintern am Tag und einer Fahrzeit von 3 3/4 Stunden. Sprinter müssten eine Fahrzeit von 3 Stunden haben um den Flugverkehr paroli bieten zu können.

Das sehe ich auch so. Bei den Extremen Berlin und München (extrem im Hinblick auf die Fahrzeit Flughafen <-> Zentrum) wären auch noch 3,5 Stunden vertretbar. Aber das ist die absolute Obergrenze auf dieser Strecke. Bei all der Euphorie um die relativ betrachtet massive Fahrzeitverkürzung möchte ich folgendes zu bedenken geben:

Die Entfernung von München bzw. Nürnberg nach Hannover und Berlin ist vergleichbar. Heute liegen die Reisezeiten ohne Berücksichtigung der Bauzuschläge zwischen München und Ingolstadt bei 4:12 Stunden ab München und 2:59 Stunden ab Nürnberg. Das entspricht also dem, was uns beim Takt-ICE München-Nürnberg-Berlin erwartet. Nur, dieses Fahrzeitenniveau zwischen München und Hannover wird 2017 schon ein Vierteljahrhundert bestehen.* Wo ist hier also der absolute Fortschritt, der große Wurf, für den sich die Milliarden gelohnt haben?!
Ich spreche kein Geheimnis aus, dass die Bahn in Form des Unternehmens DB AG und des Systems im Allgemeinen hierzulande einen mitleidserregenden Ruf hat. Und ich warte auf den Tag, an dem ein vielleicht etwas auto-affiner Journalist diesen Vergleich M/N-H // M/N-B mal anstellt. Wünschen tue ich es mir natürlich nicht, aber hier delegitimieren sich weitere Hochgeschwindigkeitsprojekte von selbst, wenn kein Fortschritt zum Stand von 1992 sichtbar wird.

Als einziger Ausweg erscheint mir eine wirklich für jedermann erkennbare Entwicklung im Hinblick auf das Gesamtsystem und nicht in Relation zur Frankenwald-Strecke. Deshalb sollte man im Vergleich zu den Hannover-Fahrzeiten unbedingt nochmal eine halbe Stunde runtergehen. Mit weiteren Halten außer in Nürnberg wird das wohl schwierig werden, aber die Vier-Stunden-Marke sollte allein aus Marketing-Gründen unterboten werden. Der Sprinter sollte bei maximal 3:30 liegen, nicht zuletzt, um eine Einheitlichkeit des Sprinter-Angebots ab Berlin herzustellen - Berlin->Frankfurt dauert ja auch knapp 3:30 Stunden.

Beste Grüße
Claus_NN

* nur ab Nürnberg, ab München sind 2006 dank Eröffnung der NIM circa 30 Minuten abgefallen.


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