3:45 h?! (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Montag, 05.11.2012, 00:22 (vor 4903 Tagen) @ Christian_S

Unter normalen Umständen

Naja, Claus hat ja im letzten Post zu verstehen gegeben, dass er nicht "unter normalen" Umständen fährt, also so mit 250 und Ausscheren in den Kurven... Claus, bist du beruflich Testfahrer? Oder sonst ein Autocrack? Denn sonst ist es nicht üblich, also von den Bezinkosten her und der Unfallgefahr wäre dem Normalautofahrer davon abzuraten. Du hast ja erklärt, wie die sensationelle Zeit zustande kommt. Und natürlich verlgeichst dann die Reiszeiten der Bahn damit, das betrifft dich selbst, den Normalbürger aber eher weniger, da die wenistens eine solche Fahrweise riskieren können bzw. sich das Geld für den Treibstoffverbrauch leisten können. Wieviel Liter hast bei deiner Rekordfahrt denn verbraucht?

Übrigens, Christian legt da den Finger auf eine noch zu entstehende Wunde, d.h. der Fahrzeit Jena-Nürnberg von zwei Stunden, bzw. nachts weniger. Der ICE brauchte ja gut 2 Stunden (2:10???), bevor die entspannten Fahrlagen eingeführt worden sind. D.h. ohne Neigetechnik 2:18 derzeit, davon aber viel Reserve, trotz Bummelei (RE oder Güterzug? War früher nicht so spürbar) bis Bamberg kommt er in der Regel über 5 Minuten zu früh in Jena an. Uns Raucher freut das. D.h. ohne jetzt wirklich an die Reserven zu gehen, sind Jena-Nürnberg mit Neigetechnik 2 Stunden realistisch, d.h. tagsüber Gleichstand mit dem Auto. Nach Ausbau Ebensfeld-Nürnberg wäre auch da eine Kürzung der Fahrzeit möglich, sicher mal in der Größenordnung 1:45-1:50. Das Pendel schlägt mal leicht zu Gunsten Auto, mal zu Gunsten Bahn aus auf der Strecke. Hängt auch vom individuellen Abfahrts- und Zielort ab. Mit Abschaffung des Fernverkehrs in Jena wird die Fahrzeit wohl analog zum aktuellen RE (provisorisch Umsteigen in Lichtenfels, kostet nicht mehr Zeit als Kuppeln)knapp drei Stunden betragen, eine Stunde länger als mit dem Auto. Absolut nicht konkurrenzfähig. Der Komfort im Talent2 ist ja umstritten, aber Überbelegungen im Nürnberger Raum sind zu erwarten.
Ähnliches gilt übrigens Richtung Leipzig, wo mit Neigetechnik 50 Minuten möglich sind (53 Minuten wurden trotz Bauarbeiten vor Leipzig locker unterboten), ebenfalls im Bereich einer Autofahrt. Mit dem RE wird sich auch diese Reise verlängern. Jena verliert eben nicht nur direkte Züge nach München und Berlin, sondern bekommt absolut nicht mehr konkurrenzfähige Fahrzeiten nach Leipzig und Nürnberg. Statt einer Vebesserung nach Achstausch, wird es in wenigen Jahren zu einer starken Verschlechterung des (unbefriedigenden) Status quo kommen. Trotz gut ausgebauter und elektrifizierter Strecke gibt die Bahn Jena praktisch auf. Bleiben werden auf den längeren Distanzen wohl nur noch Studenten, die bis zur Landesgrenze mit dem Semesterticket fahren.


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