Auch eine Frage des Fahrmotors (Allgemeines Forum)

Sese, Montag, 30.04.2012, 17:13 (vor 5096 Tagen) @ Meinrad aus Kanada

Was ich noch nicht verstehe: warum ist die Anfahrzugkraft so klein, wenn man 20 angetriebene Achsen hat (je 18t Achslast), wo doch eine BR101 auf den gleichen Wert kommt mit 4 angetriebenen Achsen (bei 22t je Achse)?

Das eine ist, wie angesprochen, die höhere Radsatzlast, welche bei gleichem Reibungskoeffizienten proportional größere Zugkraft gestattet. Das andere ich die Kraftschlussausnutzung, die ist bei der 101 sehr hoch. Denn um mit 88t die 300 kN zu erreichen, benötigt man einen Kraftschlussbeiwert von 0,347. Das sind Wertre, die gibts nur bei extrem guten Schienenbedingungen. Bei einer Radsatzlast von 18 Tonnen aber einer Zugkraft je Radsatz von vielleicht nur 20 kN benötigt man lediglich einen Kraftschlussbeiwert von 0,112. Also bloß ein Drittel dessen der 101, was bedeutet, dass der Triebzug seine Zugkraft deutlich zuverlässiger aufs Gleis bringt

Hinzu kommt, dass der Fahrmotor auch das hohe Drehmoment aufbringen können muss. Ich bin jetzt kein Fahrmotorspezialist, aber ich meine, dass das Drehmoment eine Sache des Rückenflusses ist, also welchen Fluss durch den Ständerrücken erzeugt werden kann. Um einen hohen Fluss zu erreichen muss m. W. der Ständerrücken recht massiv, also dick und damit schwer sein. Bei einem Triebzug, bei dem man geringe Bauvolumina und geringe Massen im Drehgestell benötigt, ist das natürlich kontraproduktiv.

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Grüße,
Sese


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