Das eigentliche Problem ist Nürnberg! (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Freitag, 23.03.2012, 08:02 (vor 5129 Tagen) @ Regiosprinter

Das soll jetzt nicht das Gewurschtel der L25 südlich von Würzburg vollständig erklären, sondern lediglich einige Notwendigkeiten darstellen, die mit reinspielen. Daneben spielt dann etwa auch noch die Überlastung Würzburg-Nürnbergs sowie des Nürnberger Knotens eine Rolle.


Dieses Schlamassel begann mit der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Ingolstadt-Nürnberg.

Ich würde die NBS Ingolstadt-Nürnberg nicht als „Schlamassel“ bezeichnen. Dass eine direkte Verbindung zwischen den beiden größten Städten Bayerns auf der Schiene dringend notwendig war, kann wohl kaum einer ernsthaft bestreiten. Mit dem Auto fährt ja auch kein Mensch von München über Augsburg nach Nürnberg, sondern über die A9. Außerdem wurde mit der Inbetriebnahme der NBS ein weiteres drängendes Problem gelöst: aus der Mitte Bayerns bestehen seitdem vernünftige Verbindungen nach Mittelfranken. Vorher benötigte man von Ingolstadt nach Nürnberg mehr als dreimal so lang wie heute. Deshalb war der Zug früher auch für Pendler für diese Relation keine ernsthafte Alternative zum Auto, heute ist das anders.

Eine ganz andere Frage ist wie der Fahrplan unter Einbeziehung der NBS Ingolstadt-Nürnberg aussehen soll. Dass man die Region Augsburg nur wegen einer schnelleren Strecke über Ingolstadt vom Fernverkehr abschneiden muss, ist natürlich nicht zwingend. Für meinen Geschmack hat die DB nach der Inbetriebnahme der NBS etwas zu viele Verbindungen von Augsburg abgezogen. Seit Dezember 2010 verkehren jedoch wieder 30 Prozent mehr Fernverkehrszüge über Augsburg, sodass auch in der Fuggerstadt mit Sicherheit kein schlechtes Fernverkehrsangebot besteht. Nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und der NBS Wendlingen Ulm, soll es übrigens einen ICE-Halbstundentakt München-Stuttgart geben, wodurch die Region Augsburg ebenfalls profitieren wird.

Bei der Linie 25 wurde der Takt meinen Recherchen zufolge ohnehin nicht erst mit der Inbetriebnahme der NBS Ingolstadt-Nürnberg durcheinander gebracht, sondern schon viel früher. Das eigentliche Problem ist, dass für Reisen von München nach Hamburg zwei Umwege gefahren werden müssen, will man sowohl Augsburg als auch Nürnberg anbinden und für diese Umwege geht natürlich viel Zeit drauf. Außerdem ist bei dieser Wegführung noch ein Fahrtrichtungswechsel in Nürnberg Hbf erforderlich. Deshalb hat sich die DB offenbar bereits im Jahre 1993 dazu entschlossen, zwei Zugpaare nicht mehr über Nürnberg, sondern über Ansbach nach Würzburg fahren zu lassen. Heute nehmen diesen Weg gleich rund acht ICE-Züge pro Tag. Das eigentliche Problem ist also die Anbindung Nürnbergs, nicht die Inbetriebnahme der NBS Ingolstadt-Nürnberg!

--
[image]

Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum