Eben (Fahrkarten und Angebote)

Henrik, Samstag, 26.11.2011, 11:56 (vor 5262 Tagen) @ Felix

Wer auf die Bahn angewiesen ist, der kann es ja auch und zwar Nahverkehr fahren - der ist hoch subventioniert.

Der Fernverkehr ist auch subventioniert, denn die Trassenpreise sind nicht kostendeckend und die Neubaustrecken wurden von der Allgemeinheit bezahlt. Also erwarte ich, daß er auch für mich da ist.

Nicht der Betrieb des Fernverkehrs ist subventioniert - Du wirst keinen cent bekommen, wenn Du als EVU im FV auftrittst.
Das Netz der Bahn wird u.a. vom Staat mitfinanziert.
Und dieses Netz ist auch für Dich da.
Du kannst es nutzen als EVU im NV, FV oder GV - oder eben auch als Endkunde, als Fahrgast.
Ganz genauso wie mit dem LKW auf den Autobahnen.

Und auch der Nahverkehr ist, was die Normalpreise angeht, trotzdem immer noch viel zu teuer. Die Ländertickets sind hingegen für lange Fahrten extrem billig - sogar viel zu billig eigentlich. Leider gelten sie nur innerhalb der Landesgrenzen. Die Fahrpreisgestaltung ist ein totales Durcheinander ohne System und vernünftigen Grundgedanken.

Das ist Deine eigene subjektive Ansicht, völlig frei von Begründungen und Zielrichtungen.
Ich persönlich sehe die Ländertickets für mich als viel zu teuer an.
Der Nahverkehr ist massiv subventioniert und wird auch in sehr hohem Maße genutzt.
Die Ländertickets bzw. der Nahverkehr allgemein ist nicht dafür gedacht, dass man mit ihm quer durch die gesamte Republik fährt - daher heißts ja auch Nah-Verkehr.
Der meiste Verkehr innerhalb der Länder spielt sich nunmal innerhalb der Länder ab, das passt schon
und es gibt ja auch Länderübergreifende Tickets.
Die Tarifgestaltung ist Angelegenheit der einzelnen Landesverkehrsgesellschaften.
Da gibt es gewiss welche, die das in preislicher übersichtlicher Hinsicht sehr gut machen und andere, die es weniger gut machen bzw. andere Schwerpunkte haben.

Auf den Fernverkehr ist keiner zwingend angewiesen. Wer ihn nutzen will, kann das gerne tun, aber nicht auf milliarden Kosten der Allgemeinheit. Die Zeiten haben wir Gott sei Dank hinter uns.
Jedes Jahr einfach so 10 Milliarden zum Fenster rauszuwerfen und einen elendigen Schuldenberg anzuhäufen - das ist unsozial.

Die 10 Milliarden hast Du erfunden. Ich habe in diesem Forum bereits einmal vorgerechnet, wie wenig generell niedrige Fahrpreise für das ganze Bahnsystem den Staat kosten würden. Das liegt daran, daß heute schon die Fahrgeldeinnahmen nur einen kleinen Teil der Kosten des Bahnsystems decken, den Rest zahlt der Staat.

Ich erfinde keine Zahlen, habe die 10 Mrd stets belegt, Du kannst sie überall in der Literatur finden,
nicht nur bei der Regierungskommission Bahn, auch bei anderen Untersuchungsergebnissen
und fanden Zustimmung & Anerkennung quer durch sämtliche Parteien, Gewerkschaften & Instituten.
Das wäre die Belastung, wenn es die Bahnreform in der Form nicht gegeben hätte und wir weiter die Behördenstaatsbahnen Bundesbahn und Reichsbahn gehabt hätten. Ein Fass ohne Boden. Gewiss steckt da viel mit drin. Ich weiß nich, was Dir alles vorschwebt. Den marktwirtschaftlichen, unternehmerischen privatwirtschaftlichen Ansatz komplett wieder rausnehmen? Na, dann Gute Nacht. Preislich hast Du ja gar noch erheblich schlimmeres vor, als den Zustand von vor 1994.
Wenn es bei Deinem Modell nicht mehr möglich sein wird, für 19 Euro im ICE von Berlin nach München zu fahren, dann werden Dir zig Millionen von Fahrgästen reichenweise abschwirren, samt dazugehörigen Umsatz.
Mit Milchmädchenrechnungen kommst Du hier nicht weit.
Fraglich ist auch, wie Du das mit der EU-Richtlinie der Liberalisierung in Einklang bringen willst bzw. überhaupt wettbewerbsrechtlich.


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